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Neue 3D-Bilder zeigen die „Titanic“ wie noch nie zuvor

Ein Rundgang durch das Unglücksschiff

By loveEXPLORING-Team · June 1, 2023

Originally published on loveEXPLORING

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56 slides 23 min read
Atlantic/Magellan

So ruht die „Titanic“ auf dem Grund des Atlantiks

Ein Team von Wissenschaftlern hat im Rahmen des größten Unterwasser-Scanprojekts der Geschichte zum ersten Mal eine exakte digitale 3D-Rekonstruktion des gesamten Wracks der „Titanic“ erstellt. Die Forschenden hoffen, dass die Bilder mehr Details zur Schiffstragödie enthüllen und neue Informationen darüber preisgeben, was wirklich mit der Besatzung und den Passagieren in der schicksalhaften Nacht des Untergangs im April 1912 geschah.

Atlantic/Magellan

So ruht die „Titanic“ auf dem Grund des Atlantiks

Der digitale Scan wurde mithilfe von Tiefseekarten erstellt, die mehr als 70.000 Bilder aus allen Blickwinkeln liefern und es dem Betrachter ermöglichen, das verunglückte Schiff in außergewöhnlicher Klarheit zu sehen. Der Untergang der „Titanic“, die im April 1912 in der Nähe von Neufundland in Kanada mit einem Eisberg kollidierte und mehr als 1.500 Menschen in den Tod riss, gibt nach wie vor viele Rätsel auf. Das Wrack liegt heute in einer Tiefe von rund 3.800 Metern im Atlantischen Ozean. Der Bug des Schiffes ist bis heute noch relativ gut erhalten, während das Heck 800 Meter entfernt auf dem Meeresgrund umgeben von einem riesigen Trümmerfeld liegt.

Atlantic/Magellan

So ruht die „Titanic“ auf dem Grund des Atlantiks

In dem Trümmerfeld befinden sich unzählige Gegenstände, von Schuhen und ungeöffneten Champagnerflaschen bis hin zu Statuen und anderen Überresten des Passagierdampfers. Das Bild zeigt eine der Schiffsschrauben, auf der die Seriennummer noch zu erkennen ist.

Atlantic/Magellan

So ruht die „Titanic“ auf dem Grund des Atlantiks

Die vor Kurzem vorgestellten Scans wurden im Sommer 2022 von der Tiefseekartografie-Firma Magellan und Atlantic Productions aufgenommen, die einen Dokumentarfilm über das Projekt drehen. „Was wir zum ersten Mal sehen, ist eine genaue und wahrheitsgetreue Darstellung des gesamten Wracks und der Trümmerstelle“, sagte „Titanic“-Analyst Parks Stephenson über die 3D-Bilder. „Mithilfe der aktuellen Daten können Ingenieure die Mechanismen des Auseinanderbrechens und des Untergangs untersuchen und so der wahren Geschichte der Titanic-Katastrophe noch näher kommen.“

Wie die Reise auf dem wohl berühmtesten Unglücksdampfer der Geschichte wirklich war, das lesen Sie im Folgenden ...

Ralph White/CORBIS/Corbis via Getty Images

Ein virtueller Rundgang durch das Unglücksschiff

Als die RMS Titanic am 10. April 1912 das englische Southampton in Richtung New York verließ, war sie das größte Schiff der Welt und galt noch dazu als unsinkbar. Doch als der Ozeandampfer in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 einen Eisberg im Nordatlantik rammte, ereignete sich eine der größten Schiffskatastrophen aller Zeiten mit mehr als 1.500 Toten. Die Geschichte der Titanic fasziniert die Welt auch mehr als 100 Jahre nach dem Unglück noch, war das Schiff doch ein Symbol für Reichtum, Extravaganz und technischen Fortschritt. Ein Rundgang durch das wohl bekannteste Schiff der Welt in Bildern.

Georges Jansoone (JoJan)/Public domain/via Wikimedia Commons

Wie eine Legende entstand

Die Titanic wurde im goldenen Zeitalter der Seefahrt, Anfang des 20. Jahrhunderts, gebaut. Damals wollten immer mehr Europäer in die Neue Welt reisen, wodurch die Konkurrenz auf den Schiffsrouten zwischen Europa und New York zunahm. Die ersten Pläne für den Bau der Titanic (und ihrer nahezu identischen Schwesterschiffe Olympic und Britannic) stellte die Reederei White Star Line 1907 vor. Andere Reedereien, darunter das heutige Kreuzfahrtunternehmen Cunard, hatten bereits große Passagierschiffe wie die RMS Lusitania und die RMS Mauretania entwickelt, die die Titanic jedoch übertrumpfen sollte.

Ralph White/CORBIS/Corbis via Getty Images

Der Bau der Titanic

Der Bau der Titanic auf der Harland & Wolff-Werft im nordirischen Belfast begann 1909 und dauerte vier Jahre. Zu der Zeit waren die Kosten hoch: rund 7,4 Millionen US-Dollar, was nach heutigem Geldwert 192 Millionen US-Dollar (161 Mio. Euro) entspricht. Von Anfang an war das Schiff als unsinkbar konzipiert: 16 Schotten, die wasserdicht verschlossen werden konnten, sollten ein Volllaufen des Schiffes im Ernstfall verhindern. Damit galt die Titanic als eines der sichersten Schiffe überhaupt.
Library of Congress/Public domain

Der Bau der Titanic

Doch der Bau der Titanic hatte nicht nur finanziell einen hohen Preis. Zwischen dem Verlegen des Kiels und dem Stapellauf des Schiffes wurden acht Arbeiter getötet, 246 weitere verletzten sich während des Baus. Der 26.000 Tonnen schwere Rumpf der Titanic war am 31. Mai 1911 fertiggestellt, die Schiffsschrauben kamen später hinzu.
Topical Press Agency/Getty Images

Ein Wunder der Technik läuft aus

Trotz mehrerer Rückschläge brach die RMS Titanic am 10. April 1912 zu ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York auf. Bevor es über den Atlantik ging, nahm das neue Wunder der Technik in zwei weiteren Häfen Passagiere auf, zunächst in Cherbourg in Nordfrankreich und danach in Queenstown (heute Cobh) in Irland.
Unknown author/Public domain/via Wikimedia Commons

Der unheilvolle Start der Unglücksfahrt

Allerdings kam es schon beim Auslaufen der Titanic beinahe zu einem Drama. Als das Schiff von seinem Liegeplatz in Southampton ablegte, kollidierte es fast mit einem anderen Schiff. Die New York (rechts im Bild) lag ganz in der Nähe vor Anker, doch als die Titanic an dem kleineren Schiff vorbei fuhr, rissen dessen Haltetaue und sein Heck kam der Titanic gefährlich nahe. Nur weil die Besatzung der Titanic schnell eingriff und die New York mit einem Propellerstoß zur Seite schob, konnte eine Kollision verhindert werden. Ein Start, der nichts Gutes verheißen sollte.

Ralph White/CORBIS/Corbis via Getty Images

Aufbruch in die Tragödie

Da der Liegeplatz im irischen Queenstown nicht lang genug für die Titanic war, ging das Schiff außerhalb des Hafens vor Anker und die Passagiere wurden mit kleinen Booten an Bord gebracht. Zum Glück war das Wetter zu dem Zeitpunkt gut. Bei strahlendem Sonnenschein verließ das Schiff Irland kurz nach Mittag des 11. April 1912 und fuhr seinem Schicksal entgegen. Dieses Bild ist eines der letzten, die von der Titanic von Land aufgenommen wurden.
Ralph White/CORBIS/Corbis via Getty Images

Erste Klasse: die große Treppe

Die RMS Titanic war damals nicht nur das größte Schiff der Welt, auch ihre Ausstattung war spektakulär für die Zeit. Passagiere müssen von der Einrichtung der Räume an Bord fasziniert gewesen sein. Die große Treppe in der ersten Klasse (im Bild) zählte zu den prächtigsten auf See. Sie war mit Eichenholz vertäfelt und hatte ein Kuppeldach aus Glas und Schmiedeeisen.
George Rinhart/CORBIS/Corbis via Getty Images

Erste Klasse: der Speisesaal

Der 30 Meter lange Speisesaal in der ersten Klasse befand sich auf dem D-Deck zwischen dem zweiten und dritten Schornstein, einem zentralen Teil des Schiffes. Der großzügige Raum hatte schicke Bleifenster und Sitzecken im jakobinischen Stil. Erste-Klasse-Passagieren wurde jeden Abend eine große Auswahl an Speisen und erlesenen Weinen angeboten. (Im Bild ist der Speisesaal des baugleichen Schwesterschiffs RMS Olympic zu sehen.)
White Star Line/Public Domain/via Wikimedia Commons

Erste Klasse: das À-la-carte-Restaurant

Gegen einen Aufpreis konnten Erste-Klasse-Passagiere auch im intimen À-la-carte-Restaurant von Chefkoch Luigi Gatti speisen, das mit dem Luxushotel Ritz verglichen wurde. Gatti war aus dem gehobenen Oddenino Imperial Restaurant in der Londoner Regent Street abgeworben worden, um den wohlhabenden Passagieren der Titanic kulinarischen Luxus zu bieten. Der elegante Raum war vollständig mit französischem Nussbaumholz verkleidet und hatte große Panoramafenster. An den Tischen, die mit teuren Kristalllampen beleuchtet wurden, konnten Gäste jederzeit zwischen 8 und 23 Uhr Platz nehmen.

World History Archive/Alamy Stock Photo

Erste Klasse: das Verandacafé

Für Passagiere der ersten Klasse hörte der Luxus damit aber noch nicht auf. Das Verandacafé war mit schicken Korbmöbeln und Kletterpflanzen eingerichtet und große Rundbogenfenster boten eine erstklassige Aussicht aufs Meer. Einen herrlichen Meerblick hatten Passagiere auch aus dem Café Parisien. In der Nacht, als die Titanic unterging, standen Austern, Foie Gras und Schokoladen-Eclairs auf der Speisekarte.
Robert John Welch/Public Domain/via Wikimedia Commons

Erste Klasse: der Gymnastikraum

Erste-Klasse-Passagiere auf der Titanic konnten nicht nur luxuriös speisen, auch für Fitness und Wohlbefinden war gesorgt. Im Gymnastikraum konnten die Gäste die Kalorien an diesen damals hochmodernen Geräten wieder abtrainieren (das Bild wurde nachträglich eingefärbt). Es gab ein Rudergerät, Radtrainer und ein elektrisches Pferd. Unter Deck stand den Passagieren zudem eine Squashanlage zur Verfügung.
Granger Historical Picture Archive/Alamy Stock Photo

Erste Klasse: das Türkische Bad

Das Türkische Bad war für die damalige Zeit der Höhepunkt des Luxus. Erste-Klasse-Passagiere konnten die orientalisch anmutende Suite zum Preis von einem Dollar pro Tag besuchen. Darin befanden sich unter anderem ein Dampfbad, unterschiedlich temperierte Räume und als neueste Erfindung mehrere elektrische Betten, die den Körper mit Lampen wärmten.
George Rinhart/CORBIS/Corbis via Getty Images

Erste Klasse: das Schwimmbecken

Neben dem Türkischen Bad auf dem mittleren Deck befand sich das große Schwimmbecken, das den Erste-Klasse-Passagieren vorbehalten war. Beeindruckend für die damalige Zeit war zum einen die Größe des Beckens (9 x 4 m), zum anderen war das Salzwasser, das über einen Tank aus dem Meer in den Pool gepumpt wurde, beheizt. Damen konnten das Becken zwischen 10 und 13 Uhr nutzen, Herren von 14 bis 18 Uhr.
Library of Congress/Public Domain/via Picryl

Erste Klasse: der Rauchersalon

Der Rauchersalon auf der RMS Olympic (im Bild) war dem auf der Titanic sehr ähnlich. Während sich die Damen nach dem Abendessen in das Schreib- und Lesezimmer zurückzogen, gingen die Herren in den Rauchersalon, um Karten zu spielen und Scotch zu trinken. Damen war der Zutritt nicht gestattet.
George Rinhart/CORBIS/Corbis via Getty Images

Erste Klasse: das Schreib- und Lesezimmer

Im gemütlichen Schreib- und Lesezimmer verbrachten die Damen aus der ersten Klasse nach dem Essen den Abend. Zum Schreiben von Briefen an die Lieben zu Hause stellte die Reederei Papier zur Verfügung. Bücher konnten im Nebenraum ausgeliehen werden.
Public Record Office of Northern Ireland/R Welch/Public domain/via Picryl

Erste Klasse: die Luxuskabinen

Die teuersten Kabinen an Bord der Titanic waren die vier Suiten auf dem B-Deck. Jede Kabine hatte ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, zwei Ankleidezimmer und ein eigenes Bad mit Toilette. Die Luxussuiten waren mit der neuesten Technik ausgestattet, wie zum Beispiel Telefon und Heizung.
Robert John Welch/Public Domain/via Wikimedia Commons

Erste Klasse: die Luxuskabinen

Zwei der Luxussuiten wurden von J. Bruce Ismay belegt, dem Direktor der Reederei White Star Line (später mehr zu seiner Person). In der hier abgebildeten Suite B-58 übernachtete die Familie Baxter aus dem kanadischen Montréal, die im französischen Cherbourg an Bord ging. Frau Baxter war Witwe und reiste mit ihrer Tochter Mary Hélène und ihrem Sohn Quigg, die mit der Titanic untergingen.
Public Record Office of Northern Ireland/R Welch/Public domain/via Picryl

Erste Klasse: die Luxuskabinen

Die Passagiere, die in einer der vier Luxuskabinen wohnten, hatten Zugang zu einem von zwei privaten Promenadendecks. Diese waren 15 Meter lang, geschlossen und im englischen Tudor-Stil mit freiliegenden Holzbalken gestaltet. Sie befanden sich zu beiden Seiten der Titanic und boten einen exklusiven Ausblick.
Unbekannter Fotograf/Public Domain/via Wikimedia Commons

Erste Klasse: die Kabinen

Die Erste-Klasse-Kabinen waren nicht alle gleich eingerichtet, sondern individuell etwa im Queen-Anne- oder Ludwig-XV-Stil gestaltet. Allerdings war nicht jede Kabine in der ersten Klasse so luxuriös, wie man vielleicht denken mag. Hier abgebildet ist die Kabine B-21, in der ein Einzelbett neben einem Waschbecken, einem Sessel und einem Kosmetiktisch stand. Einige Erste-Klasse-Kabinen teilten sich ein Gemeinschaftsbad.
Hulton Archive/Getty Images

Erste Klasse: die superreichen Passagiere

Der Luxus und die Symbolik der Titanic zogen einige der reichsten und berühmtesten Geschäftsleute, Politiker und Prominenten der Zeit an. John Jacob Astor IV., der angeblich der reichste Mann in Amerika und Eigentümer des Hotels Astoria in New York war, reiste in der ersten Klasse auf der Titanic. Sein Vermögen betrug damals 87 Millionen US-Dollar, was nach heutigem Geldwert 2,26 Milliarden US-Dollar (1,9 Mrd. Euro) wären. Astor kam beim Untergang der Titanic ums Leben, seine Frau Madeline aber, die damals im fünften Monat schwanger war, überlebte.

Topical Press Agency/Hulton Archive/Getty Images

Erste Klasse: die superreichen Passagiere

Zu den Prominenten an Bord der Titanic zählten auch Isidor und Ida Straus, die Eigentümer des amerikanischen Kaufhauses Macys. Das Paar ging mit der Titanic unter.

Mehr: Das waren die Superreichen an Bord der Titanic – und ihr tragisches Schicksal

Bedford Lemere & Co/Public Domain/via Wikimedia Commons

Zweite Klasse: die Kabinen

Passagiere der zweiten Klasse bekamen auf der Titanic eine Ausstattung geboten, die der ersten Klasse auf anderen Schiffen entsprach. Die meisten Kabinen hatten Etagenbetten mit einem Waschtisch daneben. Diese Aufnahme zeigt eine Kabine der RMS Olympic, die wie eine Zweite-Klasse-Kabine auf der Titanic eingerichtet war. Für die damalige Zeit waren die Kabinen äußerst komfortabel, zumal sie oft auch über einen Schreibtisch oder ein kleines Sofa verfügten.
R Welch/Public Domain/via Wikimedia Commons

Zweite Klasse: die Aufzüge

Passagiere der ersten und der zweiten Klasse hatten Zugang zu mehreren Aufzügen, die wie diese auf der RMS Olympic aussahen. Zwar waren die Aufzüge der zweiten Klasse nicht so extravagant wie die der ersten Klasse, in denen es zum Teil Sofapolster zum Zurücklehnen gab. Doch ersparten sie den Passagieren den mühsamen Treppengang von Deck zu Deck.
Central News And Illustrations Bureau/Public domain/via Wikimedia Commons

Zweite Klasse: der Luxusrundgang

Bevor die Titanic in See stach, durften die Gäste der zweiten Klasse die Erste-Klasse-Räume des Schiffs besichtigen. Rechts im Bild ist der Zweite-Klasse-Passagier Lawrence Beesley, ein Lehrer für Naturwissenschaften aus London, zu sehen, der vom Gymnastikraum beeindruckt war. Wer mit einem Ticket der zweiten Klasse reiste, konnte den Luxus allerdings nicht während der Fahrt genießen.
Ralph White/CORBIS/Corbis via Getty Images

Zweite Klasse: das Promenadendeck

Passagiere der zweiten Klasse hatten Zugang zu drei Promenadendecks, auf denen sie entspannen oder spazieren gehen konnten. Für drei Schilling oder einen Dollar konnte man einen Liegestuhl für die gesamte Überfahrt mieten.
CHARLY TRIBALLEAU/AFP/Getty Images

Dritte Klasse: die Kabinen

Im Vergleich zu anderen Schiffen war die Reise in der dritten Klasse, damals das „Zwischendeck“ genannt, vergleichsweise angenehm. Die Passagiere auf den unteren Decks schliefen in Kabinen mit vier bis sechs Betten, die entweder an Familien oder gleichgeschlechtliche Passagiere vergeben wurden. Alleinstehende Männer wurden im Bug und Frauen im Heck des Schiffes untergebracht. Dieses Bild zeigt eine nachgebildete Kabine mit vier Betten. Obwohl es ausreichend Toiletten für Dritte-Klasse-Passagiere gab, standen ihnen nur zwei Bäder zur Verfügung, eines für Männer und eines für Frauen.

Public Domain/via Wikimedia Commons

Dritte Klasse: der Speisesaal

Der Speisesaal hatte weiß glasierte Wände, gegessen wurde an großen Gemeinschaftstischen. Die Passagiere der dritten Klasse konnten nicht zwischen mehreren Speisen wählen, bekamen aber jeden Tag frisch gebackenes Brot und frisches Obst. Im Vergleich zu anderen Reedereien, die Dritte-Klasse-Passagiere häufig zur Selbstversorgung aufforderten, war das ein großer Luxus. (Im Bild ist der Speisesaal auf der baugleichen Olympic zu sehen.)
Bedford Lemere & Co/Public Domain/via Wikimedia Commons

Dritte Klasse: der Rauchersalon

Die Gemeinschaftsräume der dritten Klasse waren einfach, aber elegant gestaltet. So war der Rauchersalon zum Beispiel mit Holzbänken, Stühlen und gemusterten Fliesen eingerichtet. Dieses Bild wurde vermutlich auf der Olympic aufgenommen.
GL Archive/Alamy Stock Photo

SS „Mesaba“ sendet Warnung – die nie ankommt

Die SS „Mesaba“ war gerade durch dieselben Gewässer gefahren und sendete einen Funkspruch zur Titanic, um das Schiff vor schwerem Packeis und Eisbergen zu warnen. Allerdings kam die Nachricht nie bei der Titanic an und so konnte das Schiff seinem Schicksal nicht entkommen. Auch die SS „Mesaba“ versank nur wenige Jahre später selbst im Meer – bei einem Torpedoangriff während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918. Erst im Oktober 2022 konnte das lange verschollene Schiffswrack endlich geortet werden. Dank neuester Sonar-Technologie entdeckte man das Wrack inzweigeteilt in der Irischen See.

Everett Historical/Shutterstock

„Eisberg direkt voraus!“

Die luxuriöse Reise fand ein tragisches Ende, als die Titanic am 14. April 1912 um 23.40 Uhr Ortszeit einen Eisberg im Nordatlantik rammte. Als Ausguck war Matrose Frederick Fleet einer der ersten, der den Eisberg entdeckte und mit den Worten „Eisberg direkt voraus!“ Alarm schlug. Ein Fernglas hatte Fleet bei seiner Wache im Krähennest der Titanic nicht. Dieses war zum Zeitpunkt der Kollision weggeschlossen gewesen.

Mehr: Hier wohnte der „reichste Mann der Welt“, der mit der Titanic unterging

Print Collector/Getty Images

Die Kollision mit dem Eisberg

Nach der Kollision mit dem Eisberg orderte Kapitän E. J. Smith an, die 16 wasserdichten Schotten unter Deck zu schließen. Mit vier vollgelaufenen Schotten hätte sich die Titanic über Wasser halten können. Doch der Eisberg hatte ein Loch über 30 Meter Länge in den Stahl des Schiffes geschlitzt und so füllten sich sechs der Schotten mit Wasser, darunter einer der Kesselräume. Die Wände der Schotten waren nicht hoch genug, um ein Überlaufen in den nächsten Abschnitt zu verhindern. In weniger als drei Stunden nach dem Zusammenstoß mit dem Eisberg ging die Titanic unter.

Library of Congress/Public Domain

Zu den Rettungsbooten

An Bord der Titanic gab es nur 20 Rettungsboote, genug für lediglich rund 1.700 der über 2.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. Frauen und Kindern wurden zuerst evakuiert, ein Großteil davon allerdings aus der ersten Klasse.
Public Domain/via Wikimedia Commons

Ein Held

Der Erste Offizier William Murdoch befand sich zum Zeitpunkt der Kollision der Titanic mit dem Eisberg auf der Brücke und hatte später in der Unglücksnacht die Aufgabe, die Rettungsboote auf der Steuerbordseite zu beladen. Erst vor kurzem wurde im Rahmen der Titanic-Ausstellung in London die Vermutung geäußert, dass mehr Passagiere auf der Steuerbordseite es in die Rettungsboote schafften, weil Murdoch diese sehr geordnet absenkte und auch Männer an Bord ließ. Vielleicht war er sich auch des Ernstes der Lage bewusst, da er den Zusammenstoß gesehen hatte. Murdoch ging mit dem Schiff unter.

Bettmann/Getty Images

Der Untergang

Die Menschen in den Rettungsbooten mussten den schrecklichen Untergang der Titanic mit ansehen. Als der überflutete Bug des Schiffes immer weiter unter Wasser gezogen wurde, hob sich das Heck in die Höhe. Unter der extremen Last brach die Titanic daraufhin zwischen dem dritten und vierten Schornstein auseinander. Das Heck kippte zunächst zurück, richtete sich dann aber kerzengerade auf, bevor es schließlich versank.
Bettmann/Getty Images

Die Rettung durch die Carpathia

Vor ihrem Untergang hatte die Titanic mehrere Notsignale abgesetzt, die unter anderem von der RMS Carpathia empfangen wurden. Der Dampfer erreichte die Unglücksstelle allerdings erst rund zwei Stunden nach dem Untergang gegen 4 Uhr morgens. Die Überlebenden der Titanic aus den Rettungsbooten an Bord zu bringen und nach weiteren Überlebenden im eiskalten Atlantik zu suchen, dauerte weitere vier Stunden. Sechs Jahre nach dem Titanic-Untergang, im Juli 1918, traf auch die Carpathia ihr Schicksal. Im Ersten Weltkrieg wurde das britische Schiff von einem deutschen U-Boot abgeschossen.

GL Archive/Alamy Stock Photo

Die Rettung durch die Carpathia

Von den 20 Rettungsbooten der Titanic waren vier klappbare Engelhardt-Rettungsboote. Diese hatten einen hölzernen Boden und Seitenwände aus Segeltuch, waren aber weniger robust und ließen sich schwerer zu Wasser lassen. Das Faltboot D war das letzte, das von der Backbordseite herabgelassen wurde. Hier ist zu sehen, wie es sich überflutet mit eiskaltem Meerwasser im Morgengrauen der Carpathia nähert.
Library of Congress/Public Domain

Die Überlebenden auf der Carpathia

Da die Passagier- und Besatzungslisten der Titanic fehlerhaft waren, weiß niemand genau,  wie viele Menschen in der Nacht des Untergangs starben. Einige Besatzungsmitglieder waren überhaupt nicht verzeichnet, zum Beispiel ein kurzfristiger Ersatz für einen Heizer, der nicht zur Abfahrt erschienen war. Einer US-Untersuchung zufolge kamen 1.517 Menschen ums Leben, eine britische Studie zählte 1.503 Tote. Die meisten Toten gab es unter der Crew: Von 900 Besatzungsmitgliedern kehrten nur 124 nach Hause zurück. Insgesamt gab es nur 706 Überlebende.

Library of Congress/Public Domain

Der Eisberg, der die Titanic sinken ließ?

Dieses Bild, das von der Carpathia aus aufgenommen wurde, zeigt vermutlich den verhängnisvollen Eisberg, der die Titanic untergehen ließ. Die Titanic war durch ein Gebiet mit großen Eisbergen wie diesem gefahren, vor denen mehrere Schiffe in der Nacht gewarnt hatten.
NewseumED Washington DC

Alle in Sicherheit?

Mehrere Zeitungen berichteten zunächst, dass die Titanic in Sicherheit und alle Passagiere am Leben seien. Die britische „Times“ schrieb damals, die Titanic werde von der RMS Virginian nach Halifax in Kanada geschleppt, wo sie am Dienstag, den 16. April 1912, erwartet werde. Eine Fehlinformation, wie sich herausstellte. Die schreckliche Wahrheit erreichte die Öffentlichkeit erst rund 48 Stunden nach dem Zusammenstoß der Titanic mit dem Eisberg.
Unbekannter Fotograf/Public Domain/via Wikimedia Commons

Die Bergungsschiffe

Vier Schiffe, darunter die SS Mackay-Bennett (im Bild), wurden am 17. April von Halifax aus auf eine Bergungsmission geschickt. Sie fischten sowohl die Toten als auch einige Wrackteile und Einrichtungsgegenstände wie Liegestühle aus dem Wasser. Mehr als 100 Opfer sind auf dem Friedhof von Fairview in Halifax begraben. Das Marifuse Museum of the Atlantic beherbergt eine Ausstellung, die sich mit der Rolle der kanadischen Stadt in der Zeit nach der Schiffskatastrophe befasst.

Library of Congress/Public Domain

Was wurde aus der Besatzung?

Viele der Überlebenden litten infolge des Untergangs jahrelang unter psychischen Problemen. Der Ausguck Frederick Fleet nahm sich im Januar 1965, zwei Wochen nach dem Tod seiner Frau, das Leben. Er starb in so verarmten Verhältnissen, dass er anonym begraben wurde.
Ralph White/CORBIS/Corbis via Getty Images

Kapitän E. J. Smith

Edward John Smith (rechts im Bild) war einer der erfahrensten Kapitäne der White Star Line und hatte zum Zeitpunkt der Katastrophe über 40 Jahre auf See gedient. Die Berichte über den Tod des Kapitäns waren gemischt, doch gehen Experten davon aus, dass sich Smith weigerte, die Titanic vor seinen Passagieren zu verlassen. Er ging mit dem Schiff unter. Dieses Bild wurde vom irischen Pater Francis Browne aufgenommen, einem Passagier der Titanic, der von seinem Onkel ein Erste-Klasse-Ticket von Southampton nach Queenstown geschenkt bekommen hatte. Von ihm stammen viele der letzten Fotos von Passagieren, Besatzungsmitgliedern und Einrichtung der Titanic, die existieren, weil Browne das Schiff vor der Atlantiküberfahrt verließ.

Hulton Archive/Getty Images

„Einer der größten Feiglinge aller Zeiten“

Der Direktor der White Star Line, J. Bruce Ismay, wurde von der Presse aufs Äußerste kritisiert, weil er „selbstsüchtig“ in ein Rettungsboot gestiegen war. Das kostete ihn seinen Ruf und er wurde als einer der „größten Feiglinge aller Zeiten“ bezeichnet. 1913 verließ Ismay die Reederei und verschwand weitestgehend aus der Öffentlichkeit. Er unterstützte jedoch mehrere Wohltätigkeitsorganisationen für Seefahrer. Ismay starb 1937.
Bettmann/Contributor/Getty Images

Die Ermittlungen

Der Untergang der Titanic führte auf beiden Seiten des Atlantiks zu Ermittlungen. Die US-amerikanische Untersuchung ergab, dass es keine Rettungsbootübungen gegeben hatte, was bedeutete, dass das Absenken der Boote nicht geprobt worden war und völlig planlos ablief. Doch führten die beiden Untersuchungen zu einer wichtigen Änderung der Vorschriften: Schiffe müssen seitdem für jeden Passagier einen Platz in einem Rettungsboot bereithalten, was die Sicherheit auf See für immer veränderte.
Keystone Press/Alamy Stock Photo

Die Titanic heben?

Die Geschichte der Titanic endet jedoch nicht mit ihrem Untergang. Das Unglücksschiff war Gegenstand zahlreicher Filme, darunter „Die letzte Nacht der Titanic“ von 1958 und „Titanic“ von 1997. Der Film „Hebt die Titanic“ von 1980, der auf dem gleichnamigen Bestseller von Clive Cussler basiert, zählt zu den kuriosesten. Das Timing war äußerst unglücklich, da der Film entstand, noch bevor das Wrack gefunden wurde. Er zeigt (Spoiler-Alarm), wie die Titanic in einem Stück vom Meeresgrund gehoben wird – was in der Realität nicht möglich ist, da sie zerbrach. Der Film war ein teurer Flop: Das Modell der Titanic, ein großer Wassertank, und die Spezialeffekte kosteten Millionen von Dollar, die an den Kinokassen nicht wieder hereingeholt wurden.

PA/PA Archive/PA Images

Die Suche nach dem Wrack

Der Gedanke, das Wrack zu finden, kam erstmals 1914 auf. Doch erst im Juli 1986 entdeckte der Unterwasserarchäologe Robert Ballard (Bildmitte mit den Überlebenden Eva Hart und Bertram Dean) die Überreste des Schiffes am Meeresgrund. Ballard und sein Team hatten amerikanische U-Boote auf einer Geheimmission im Kalten Krieg fotografiert und durften nach dessen Abschluss nach der Titanic suchen.

AFP via Getty Images

Schätze vom Meeresgrund

Seit der Entdeckung des Wracks wurden zahlreiche Forschungsexpeditionen zur Titanic durchgeführt, bei denen rund 6.000 Artefakte geborgen wurden. Für seinen Film „Titanic“ (1997) besuchte Hollywood-Regisseur James Cameron die Untergangsstelle 1995 zwölf Mal. Im August 2019 ergab ein Tiefseetauchgang, dass sich das Wrack allmählich zersetzt. In einer Vereinbarung wurde der Zugang zum Wrack und das Entfernen von Artefakten zuletzt begrenzt, um die Überreste der Titanic so lange wie möglich zu erhalten.

Mehr: Diese Titanic-Artefakte tauchten wieder auf

NomadicBelfast/Facebook

Das vergessene Schwesterschiff der Titanic

Aber es ist möglich, die Magie der Titanic heute hautnah zu erleben. Das in Vergessenheit geratene kleine Schwesterschiff der Titanic, die SS Nomadic, wurde vor der Unglücksfahrt im französischen Cherbourg eingesetzt, um Passagiere und Gepäck zu befördern. Jetzt wurde das Beiboot restauriert und kann im Hamilton Dock des Titanic-Museums im nordirischen Belfast besichtigt werden. Die Nomadic wurde von denselben Architekten wie die Titanic entworfen und gebaut. Sie ist das letzte noch verbliebene Schiff der White Star Line.

Mehr: Das vergessene Titanic-Schwesterschiff – und sein überraschendes Ende

The White Swan Hotel/Facebook

Die baugleiche Einrichtung

Wer nicht bis zum Meeresgrund tauchen kann, hat die Möglichkeit viele der Möbel und Einrichtungsgegenstände des Schwesterschiffs RMS Olympic zu sehen. Diese waren mit denen auf der Titanic baugleich und wurden nach der Verschrottung der Olympic verkauft. Sie schmücken heute das White Swan Hotel im englischen Alnwick. Echte Titanic-Fans können sich in der Olympic Suite des Hotels sogar trauen lassen.
Seven Star Energy Investment Group

Sticht die Titanic wieder in See?

Außerdem laufen derzeit zwei Projekte, die das legendäre Schiff wieder zum Leben erwecken wollen. Eines davon soll die Hauptattraktion des Romandisea-Themenparks im chinesischen Sichuan werden. Der Titanic-Nachbau wird von der chinesischen Firma Seven Star Energy finanziert.

Mehr: Werden diese zwei Titanic-Kopien jemals fertig gebaut?

Blue Star Line

Die Titanic II

Im April 2012 gab der australische Milliardär Clive Palmer bekannt, die Titanic II bauen zu wollen – eine nahezu maßstabsgetreue Kopie, deren Baukosten auf 500 Millionen US-Dollar (420 Mio. Euro) geschätzt werden. Einen Termin für den Stapellauf gibt es für beide Projekte noch nicht, die zwei Schiffe befinden sich aber im Bau.

Entdecken Sie jetzt diese spektakulären Schiffswracks auf dem Meeresgrund

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