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So baute Ölbaron Rockefeller ein Milliardenvermögen auf

Das milliardenschwere Imperium der Rockefellers

By loveMONEY-Team · September 14, 2023

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Das milliardenschwere Imperium der Rockefellers

Wenn Sie an US-Milliardäre denken, kommen Ihnen vielleicht erstmal Namen wie Jeff Bezos, Bill Gates oder sogar die Kardashians in den Sinn. Amerikas erster Milliardär war allerdings John D. Rockefeller, Gründer der gleichnamigen Öldynastie, der in seinen besten Zeiten – umgerechnet auf die heutige Zeit – geschätzt 380 Milliarden Euro schwer war. Die Rockefellers stehen noch heute auf der „Forbes“-Liste der reichsten Familien der Vereinigten Staaten. Doch wer war John D. eigentlich, wie baute er sein Imperium auf – und wofür gab er sein Geld aus? Klicken Sie sich durch und finden Sie es heraus.

George Rinhart/Corbis via Getty Images

Bescheidene Anfänge

John D. Rockefeller wurde 1839 in New York geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Vater Bill nahm es mit dem Gesetz nicht ganz so genau. Berichten zufolge soll er etwa behauptet haben, Krebs heilen zu können. Dazu ging er seiner Frau Eliza regelmäßig fremd, Monogamie war für ihn ein Fremdwort. Der junge Rockefeller kam viel mehr nach seiner Mutter, die ihm beibrachte, wie wichtig es war, für Geld zu arbeiten. In seinen Anfangszeiten als Unternehmer züchtete John Truthähne, verkaufte Süßigkeiten und erledigte Besorgungen für seine Nachbarn gegen ein Taschengeld.

The Print Collector/Getty Images

Rockefellers erster Job

Der Geschäftssinn des jungen Rockefellers zeigte sich, als seine Familie 1853 nach Cleveland, Ohio, zog. Zwei Jahre später, mit gerade einmal 16 Jahren, heuerte er im Büro von Hewitt & Tuttle an, einer kleinen Firma, die Kohle und Getreide von Landwirtschaftsbetrieben kaufte und verkaufte. John verdiente rund 50 Cent (0,47 Euro) pro Tag als Buchhaltergehilfe.

Wikimedia Commons

Das erste eigene Unternehmen

Im Alter von 20 Jahren hatte Rockefeller genug Geld verdient, um sich selbständig zu machen. 1859 tat er sich mit Maurice B. Clark zusammen und gründete ein Unternehmen, das Heu, Fleisch und Getreide verkaufte. Am Ende des ersten Firmenjahres hatten sie – umgerechnet auf den heutigen Geldwert – 410.000 Euro verdient.

R. Gates/Archive Photos/Getty Images

Der Einstieg ins Ölgeschäft

1859 wurde in Pennsylvania Amerikas erste Ölquelle gebohrt – ein historischer Moment, der Rockefeller inspirierte, die Branche zu wechseln. Überzeugt, dass der Raffinationsprozess lukrativer sei als das Bohren, tat er sich mit einigen Partnern zusammen, um seine eigene Raffinerie in Cleveland zu eröffnen. Innerhalb von zwei Jahren war diese das größte Unternehmen der Gegend. Rockefeller entschloss sich daraufhin, sich ausschließlich auf Öl zu konzentrieren. Mit einem kleinen Kredit kaufte er die Anteile seiner Partner und war 1865 Alleineigentümer der Raffinerie. 

Library Of Congress/Getty Images

Immer einen Schritt voraus

Rockefeller bewies seinen Geschäftsinstinkt und blickte immer schon nach vorne auf sein nächstes Unternehmen. Als US-Präsident Abraham Lincoln 1865 die transkontinentale Zugstrecke ausbaute, war er überzeugt, dass am Ende des Bürgerkriegs neue Überlandlinien und Eisenbahnstrecken in den Süden entstehen würden. Und obwohl zu dieser Zeit Kohle noch der Hauptbrennstoff war, nahm er – richtigerweise – auch an, dass diese irgendwann durch Öl ersetzt werden würde. 

Hulton Archive/Getty Images

Die Geburtsstunde von Standard Oil

1870 gründete Rockefeller mit seinem Bruder William und dem Industriellen Henry Flagler das Unternehmen Standard Oil. Kerosin, das aus Rohöl gewonnen wird und als „Licht des armen Mannes“ galt, wurde damals noch häufig zum Anzünden von Lampen verwendet. Rockefeller witterte darin das große Geschäft. Und er hatte Recht: Er stieg zum größten Produzenten von raffiniertem Kerosin in Amerika auf. 

Hulton Archive/Getty Images

Rockefeller verstand sein Produkt

Standard Oil baute seine Macht aus, indem das Unternehmen Wissenschaftler beschäftigte, um neue Verwendungsmöglichkeiten für Erdölnebenprodukte zu finden. So lernte man, dass bei der Raffination anfallende Benzin zu sparen und daraus Schmieröle herzustellen, anstatt es zu verbrennen, wie es die meisten Raffinerien taten. 

 

H. Armstrong Roberts/ClassicStock/Getty Images

Die South Improvement Company

1871 trat Rockefeller der South Improvement Company bei, einer Organisation, die Eisenbahn- und Raffineriegiganten zusammenbrachte. Die Mitglieder erhielten Rabatte auf Transportkosten und konnten so ihren Kunden bessere Preise anbieten. Da sich das Unternehmen ausschließlich auf Großabnehmer fokussierte, gingen viele kleinere leer aus. Ein Jahr später schritt der Bundesstaat Pennsylvania ein und suspendierte die Organisation. 

Getty Images

Das Massaker von Cleveland

Dank der steigenden Gewinne gelang es Rockefeller in den darauffolgenden zwei Jahren, die meisten seiner Rivalen aufzukaufen. Er erwarb 22 Raffinerien in weniger als vier Monaten, womit er sich mehr als 80 Prozent der Konkurrenz in Cleveland gesichert hatte. Rockefeller besaß damit offiziell das erste Ölmonopol Amerikas. Die Übernahmen, bis heute als „Massaker von Cleveland“ bekannt, führten zur Gründung des Standard Oil Trust. Über drei Jahrzehnte überwachte das Unternehmen die Produktion, Vermarktung und den Transport beinahe des gesamten Öls in den USA.

 

Shutterstock

Harter Wettkampf

Rockefeller mag stark auf die Eisenbahn angewiesen gewesen sein, um sein Öl durchs Land zu transportieren, doch die Industrie war in gleichem Maße von ihm abhängig, um Geld zu machen: Sein Öl machte rund 40 Prozent der gesamten Bahnfracht aus. Die Folge war ein harter Wettbewerb unter den Eisenbahnunternehmen, was wiederum bedeutete, dass Rockefeller als Gegengeschäft Rabatte erhielt. Dies wiederum führte zu niedrigeren Kerosinpreisen und machte es auch für Durchschnittsbürger erschwinglich. 

Shutterstock

Die große Eisenbahnpleite

Nach mehreren sehr profitablen Jahren versuchten die Eisenbahngiganten Cornelius Vanderbilt (im Bild) und Tom Scott die Tarife zu erhöhen. Doch Rockefeller schlug zurück, indem er Pipelines von 6.400 Kilometern Länge quer durchs Land baute. So konnte er sein Öl von Ohio bis nach Pennsylvania liefern, ohne weiter auf die Eisenbahn angewiesen zu sein. Für diese hatte das dramatische Folgen: Ein Drittel der Unternehmen im ganzen Land ging pleite. 

Kean Collection/Archive Photos/Getty Images

Die Finanzkrise 1873

Der Gründerkrach 1873 in Nordamerika löste eine Finanzkrise aus, die sich bis nach Europa auswirkte. Zum ersten Mal überhaupt wurde die New Yorker Börse geschlossen. In der Folge machte sich in der Arbeiterklasse Massenarbeitslosigkeit breit. Doch Rockefeller, ganz Opportunist, nutzte den Wirtschaftseinbruch als Chance, um noch mehr Konkurrenten von Standard Oil zu Schnäppchenpreisen aufzukaufen. 

Pat Hawks/Wikimedia Commons

Der Zenit ist erreicht

Rockefellers Mut machte sich bezahlt: 1882 hatte der Standard Oil Trust 100.000 Mitarbeiter, die in 20.000 Raffinerien im ganzen Land arbeiteten. Die Firma kontrollierte 90 Prozent des gesamten Öls in den Vereinigten Staaten. Standard Oil hatte damit jedoch tatsächlich seinen Zenit erreicht, was Rockefeller zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte. Bis Ende des 19. Jahrhunderts sank der Anteil seiner Ölverkäufe auf 80 Prozent und erreichte nie wieder das vorherige Hoch. Berichten zufolge meinte Rockefeller darüber einmal: „Wir stellten fest, dass die Öffentlichkeit gegen uns sein würde, wenn wir tatsächlich über das gesamte Öl verfügen.“

Oscar White/Wikimedia Commons

Die Kritik wächst

In der Presse wurde Rockefeller zu dieser Zeit als rücksichts- und skrupelloser Geschäftsmann dargestellt. Die Zeitungen missbilligten seine Taktiken und kritisierten die vielen Geschäfte und Absprachen unter der Hand. 1902 veröffentlichte Ida Tarbell, deren Familie ihre Ölraffinerie wegen Standard Oil schließen musste, eine Reihe von Artikeln und ein Buch, in denen sie Rockefeller kritisierte. Das Buch ging nicht nur mit seinen Geschäftspraktiken ins Gericht, sondern deckte auch die dunkle Vergangenheit von Rockefellers Vater Bill auf. 

Hulton Archive/Getty Images

Präsident gegen Geschäftsmann

Als US-Präsident Theodore Roosevelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ende der Monopole forderte, ging es Rockefeller zusehends an den Kragen. Er kontrollierte zu dieser Zeit 98 Prozent der Kerosinindustrie. 1904 hatte die Regierung eine Kartellklage gegen den Standard Oil Trust eingereicht. Rockefeller galt damals mit einem Vermögen von – auf den heutigen Geldwert umgerechnet – rund 205 Milliarden Euro als der reichste Mann der Welt. 

Wikimedia Commons

Das Ende des Standard Oil Trust

Das anschließende lange Gerichtsverfahren brachte Einzelheiten von Rockefellers Geschäftspraktiken ans Licht und befasste sich auch mit Berichten über unfaire Preisabsprachen, Bestechungsgelder und Einschüchterungen. 1911 entschieden die Gerichte, dass der Standard Oil Trust gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen hatte. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Rockefellers Unternehmen immer noch 70 Prozent des globalen Marktes für raffiniertes Öl. Dem Ölbaron wurden sechs Monate gegeben, um sein Geschäft aufzulösen. 

Tada Images / Shutterstock.com

Das Ölvermächtnis

In der Folge gründete Rockefeller 34 kleinere Unternehmen, die ihn letztlich reicher als je zuvor machten. Dazu zählten etwa die späteren Firmen Chevron und ExxonMobil, heute wichtige Akteure in der Ölindustrie. Innerhalb eines Jahrzehnts stieg das Vermögen von Rockefeller auf – nach heutigem Wert – rund 380 Milliarden Euro an. 

Hulton Archive/Getty Images

Großzügige Spenden

Doch Rockefeller scheffelte nicht nur viel Geld, er gab viel davon auch jenen, die es brauchten. Bis zu seinem Tod 1937 im Alter von 97 Jahren hatte er mehr als 500 Millionen Euro für wohltätige Zwecke gespendet. Zu Lebzeiten gründete er vier Stiftungen: die Rockefeller Foundation, das Rockefeller Institute for Medical Research, das General Education Board und das Laura Spelman Rockefeller Memorial, letzteres zu Ehren seiner 1915 verstorbenen Frau Laura.

Noam Galai/Getty Images

Viel Geld für die Bildung

Zusätzlich zu seinen Stiftungen investierte Rockefeller auch Geld in die Bildung. Er spendete mehrere zehn Millionen an die University of Chicago, an deren Gründung er beteiligt war, und unterstützte weitere Elite-Unis wie Harvard, Yale, Columbia und Brown. Dazu zahlte er in sein eigenes Rockefeller Institute for Medical Research ein, das 1965 in die Rockefeller University umbenannt wurde – ein Jahrzehnt, nachdem dort die ersten Doktoranden ihr Studium abgeschlossen hatten. Auch das Atlanta Baptist Female Seminary, eine Universität für afroamerikanische Frauen, kam in den Genuss großzügiger Spenden. Berichten zufolge war Rockefeller von deren Zukunftsvision derart beeindruckt, dass er anbot, die Schulden der Uni zu begleichen. Später wurde sie in Spelman’s College umbenannt – erneut zum Gedenken an Rockefellers Frau.

Photelling Images / Shutterstock.com

Medizinische Stiftungen

Die International Health Division der Rockefeller Foundation setzte sich gegen verschiedene Krankheiten ein, darunter Malaria, Gelbfieber und die Hakenwurmkrankheit, wobei letztere dank der Rockefeller Sanitary Commission ausgerottet wurde. 1914 gründete die Stiftung das China Medical Board, um das Studium der Gesundheitserziehung und Hygiene an medizinischen Fakultäten, Krankenhäusern und Krankenpflegeschulen in China zu fördern. Zwischen 1914 und 1919 spendete die Stiftung zudem mehr als 21 Millionen Euro an Kriegshilfsorganisationen, darunter das Amerikanische Rote Kreuz und den United War Work Fund. 

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Das Rockefeller-Vermächtnis

Rockefellers Sohn John Jr. erbte das Charity-Händchen seines Vaters und so spendete das Duo zu Lebzeiten mehr als eine Milliarde Dollar (950 Mio. Euro) für unterschiedliche wohltätige Zwecke. John Jr. finanzierte auch das Rockefeller Center, jenen großen Komplex in Manhattan, der derzeit 19 Geschäftsgebäude auf rund 89.000 Quadratmeter umfasst. Mit dem Ziel, „eine Stadt in der Stadt“ zu bauen, wurden so in den besten Zeiten 75.000 Arbeitsplätze geschaffen. Dank seiner reichen Geschichte und atemberaubenden Art-déco-Ästhetik wurde das Rockefeller Center 1985 zu einem offiziellen Wahrzeichen New Yorks und zwei Jahre später zum Denkmal ernannt. 

Dia Dipasupil/WireImage

Milliardenschwerer Familienclan

John D. Rockefeller baute ohne Zweifel eine einmalige Dynastie auf. Heute haben die Rockefellers laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ ein geschätztes Vermögen von rund acht Milliarden Euro, das auf 174 Familienmitglieder aufgeteilt ist. Dazu zählen etwa die Modedesignerin Ariana Rockefeller (im Bild) und der ehemalige US-Senator Jay Rockefeller. 2020 belegten die Rockefellers im „Forbes“-Ranking der reichsten Familien Amerikas den 43. Platz.

Shepard Sherbell/Corbis via Getty Images

David Rockefeller

Das prominenteste Familienmitglied, das jüngst verstarb, war 2017 David Rockefeller. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 101 Jahre alt und damit der älteste Milliardär der Welt sowie das letzte lebende Enkelkind von John D. Rockefeller. David besaß ein Nettovermögen von rund 3,1 Milliarden Euro und engagierte sich wie sein Großvater für wohltätige Zwecke. In seinem Testament hinterließ er mehreren gemeinnützigen Organisationen mehr als 664 Millionen Euro. Zu den Nutznießern zählten die Universität Harvard, das Museum of Modern Art und die Rockefeller University. 

Kris Connor/Getty Images

Die heutigen Rockefellers

Die Rockefellers sind bis heute sehr auf Wohltätigkeit bedacht und setzen sich für die Verbesserung des globalen Gesundheitssystems und gegen den Welthunger ein. Die Website der Rockefeller Foundation unterstreicht den Wunsch des Clans, Familien in Not bessere wirtschaftliche Möglichkeiten zu bieten. Dazu feiert man auch regelmäßig die Charity-Aktionen anderer. 2013 etwa wurde Musiker Elton John (im Bild) von der Stiftung für seinen Einsatz gegen HIV und AIDS ausgezeichnet.

Lesen Sie jetzt: Womit die reichsten Familien der Welt ihr Geld verdienen

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