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Geheime Milliardenprojekte im Untergrund, die heute verlassen dastehen
Unterirdische Großprojekte, die aufgegeben wurden
By loveMONEY-Team · January 30, 2024
Originally published on loveMONEY
Aufgegebene Riesenbauten unter der Erde
Von geheimen Militärstützpunkten bis hin zu versteckten Raketenabwehrsystemen: Rund um die Welt verstecken sich geheime Riesenprojekte unter der Erdoberfläche, die irgendwann aufgegeben wurden – obwohl sie den Steuerzahler ein Vermögen gekostet haben. Wie viel für die unterirdischen Ruinen ausgegeben wurde, das erfahren Sie hier. Kommen Sie hier mit uns auf einen virtuellen Rundgang.
Alle Beträge wurden von US-Dollar in Euro umgerechnet.
Camp Century, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 67 Millionen Euro
Diese geheime, mit Atomkraft betriebene Forschungseinrichtung wurde vom US-Militär zwischen 1959 und 1960 tief unter der grönländischen Eiskappe errichtet. Vorgeblich ein Stützpunkt für wissenschaftliche Forschungen, war das „Camp Century“ in Wirklichkeit Teil des streng geheimen Projekts „Iceworm“ und sollte dazu dienen, Atomwaffen zu lagern und im Falle eines Konflikts Atomraketen gegen die UdSSR loszuschicken.
Camp Century, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 67 Millionen Euro
Rechnet man die Kosten in heutige Verhältnisse um, kostete das gesamte Projekt in etwa 67 Millionen Euro. Die Anlage besteht aus 21 Tunneln, die sich über eine Länge von rund drei Kilometern verteilen. Sie wurde 1966 nach Protesten von Dänemark, zu dem Grönland offiziell gehört, aufgegeben. Experten hatten festgestellt, dass die Eiskappe weniger stabil war, als man ursprünglich geglaubt hatte. Noch immer befinden sich Tonnen von Giftmüll unter der Erde – und das Camp nähert sich beunruhigender Weise immer mehr dem Rand der Eiskappe.
Block 37 Superstation, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 418 Mio. Euro
Block 37 Superstation, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 418 Mio. Euro
Die Arbeiten an der Superstation, die als innerstädtisches Terminal für Expresszüge vom internationalen Flughafen O'Hare gedacht war, begannen 2005. Es wurde jedoch schnell klar, dass der Expressdienst nicht zustande kommen würde. Deshalb stellte die Stadt Chicago die Bauarbeiten 2011 ein. Die Superstation bleibt seitdem unvollendet. Insgesamt soll das katastrophale Megaprojekt den Steuerzahler auf heutige Verhältnisse hochgerechnet etwa 418 Millionen Euro gekostet haben.
Nukleare Militäranlage 816, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 855 Mio. Euro
Unter den Bergen von Sichuan in China befindet sich das größte künstliche Tunnel- und Höhlennetzwerk der Welt. Das riesige Tunnelsystem, das von Zehntausenden von Arbeitenden unter entsetzlichen Bedingungen erbaut wurde, erstreckt sich über fast 22 Kilometer. Die größte von 18 Höhlen misst mehr als neun Hektar. Insgesamt verfügt der unterirdische Komplex über 13 Ebenen.
Nukleare Militäranlage 816, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 855 Mio. Euro
Das nach heutigem Geldwert 855 Millionen Euro teure, streng geheime Bauwerk wurde von der chinesischen Regierung in Auftrag gegeben, als die Spannungen im Kalten Krieg in den 1960er-Jahren ihren Höhepunkt erreichten. Die Anlage beherbergte ein Kernkraftwerk, das waffenfähiges Plutonium herstellen konnte. Als sich der Kalte Krieg Anfang der 1980er-Jahre abschwächte, wurde das Projekt, das nur zu 85 Prozent fertiggestellt war, abgebrochen. Inzwischen ist der verlassene Komplex eine Touristenattraktion.
Projekt „Riese“, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 859 Millionen Euro
Als sich der Zweite Weltkrieg deutlich zugunsten der Alliierten entwickelte, begannen die Nazis im April 1943 mit dem Bau einer gigantischen unterirdischen Stadt. Unter dem Deckmantel der Geheimhaltung umfasste das Projekt „Riese“ den Bau von sieben unterirdischen Bauwerken, die durch rund acht Kilometer lange Tunnel unter dem Eulengebirge im heutigen Polen miteinander verbunden waren.
Projekt „Riese“, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 859 Millionen Euro
Unterirdischer U-Boot-Stützpunkt in Balaklawa, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 1,26 Milliarden Euro
Die unterirdische U-Boot-Basis 825 GTS in Balaklawa, eine weitere streng geheime Militäreinrichtung aus der Zeit des Kalten Krieges, wurde von den Sowjets zwischen 1957 und 1961 in der Nähe von Sewastopol auf der Krim in 120 Metern Tiefe unter Felsen errichtet. Die endgültigen Baukosten und die Kosten für Ausrüstung und Lebenserhaltungssysteme beliefen sich auf heute umgerechnet rund 1,26 Milliarden Euro.
Unterirdischer U-Boot-Stützpunkt in Balaklawa, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 1,26 Milliarden Euro
Maginot-Linie, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 3,6 Mrd. Euro
Die Maginot-Linie, benannt nach dem damaligen französischen Kriegsminister André Maginot, ist eine Reihe von halb unterirdischen Grenzfestungen aus Beton, die durch unterirdische Eisenbahntunnel miteinander verbunden sind. Sie wurde in den 1930er-Jahren als Verteidigungsanlage gegen deutsche Invasoren gebaut. Die französische Regierung gab damals drei Milliarden Francs für den Bau aus, was heute rund 3,6 Milliarden Euro entspricht.
Maginot-Linie, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 3,6 Mrd. Euro
Marinestützpunkt Olavsvern, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 3,7 Mrd. Euro
Marinestützpunkt Olavsvern, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 3,7 Mrd. Euro
Superkonduktiver Superbeschleuniger (SSC), inflationsbereinigte Gesamtkosten: 4,17 Mrd. Euro
Der Superconducting Super Collider (SSC) in Texas mit dem Spitznamen Deserton hätte Amerikas eigener Teilchenbeschleuniger werden und mit dem berühmten Teilchenbeschleuniger der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in der Schweiz konkurrieren können. Wäre er vollständig gebaut worden, hätte der SSC das CERN bei der Entdeckung des Higgs-Bosons, des „Gottesteilchens”, vielleicht sogar geschlagen.
Superkonduktiver Superbeschleuniger (SSC), inflationsbereinigte Gesamtkosten: 4,17 Mrd. Euro
Raketenstützpunkt Plokštinė, inflationsbereinigte Gesamtkosten: Milliarden von Euro
Eine weitere streng geheime Militäreinrichtung aus der Zeit des Kalten Krieges, die Raketenbasis Plokštinė, wurde von den Sowjets zwischen 1960 und 1962 in der Nähe des Plateliai-Sees im heutigen Litauen errichtet. Die Baukosten für die größtenteils unterirdische Basis waren enorm und entsprachen den Kosten für den Bau einer Kleinstadt, also mehreren Milliarden Euro für heutige Verhältnisse.
Raketenstützpunkt Plokštinė, inflationsbereinigte Gesamtkosten: Milliarden von Euro
Raketenabwehrsystem Stanley R. Mickelsen, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 5,8 Mrd. Euro
Der Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex in Nekoma, im US-Bundesstaat North Dakota, ist eine verblüffende Verschwendung von Steuergeldern. Die Gesamtkosten der Anlage, die im April 1975 fertiggestellt wurde, beliefen sich für heutige Verhältnisse auf circa 5,8 Mrd. Euro. Der hochmoderne Komplex, der unter und um eine auffällige Pyramidenstruktur herum gebaut wurde, diente dem Start und der Kontrolle von Kurz- und Langstreckenraketen zur Abwehr ballistischer Flugkörper.
Raketenabwehrsystem Stanley R. Mickelsen, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 5,8 Mrd. Euro
Kaum zu glauben, aber die milliardenschwere, hochmoderne Anlage war nur 24 Stunden lang voll betriebsbereit. Im Oktober 1975 erachtete der US-Kongress den Stützpunkt als ineffektiv, strich die Finanzierung und beschloss die Stilllegung des gesamten Komplexes – buchstäblich einen Tag, nachdem er von der anfänglichen zur vollen Betriebskapazität übergegangen war. Der Stützpunkt wurde schließlich 2012 zum Spottpreis an eine religiöse Gemeinschaft verkauft.
Atommüll-Endlager Yucca Mountain, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 16,6 Mrd. Euro
Yucca Mountain in der Wüste von Nevada wurde 1987 als Amerikas Endlager für Atommüll auserkoren. Die unterirdische Anlage wurde schließlich 2002 vom Kongress genehmigt. Kurz darauf begannen die Bauarbeiten. Das Megaprojekt stieß auf heftigen Widerstand. Zudem traten eine Reihe von Problemen auf, von der ungeeigneten Geologie des Standorts bis hin zu Bedenken hinsichtlich des Abfalltransports.
Atommüll-Endlager Yucca Mountain, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 16,6 Mrd. Euro
Luftwaffenstützpunkt Željava, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 47,2 Mrd. Euro
Luftwaffenstützpunkt Željava, inflationsbereinigte Gesamtkosten: 47,2 Mrd. Euro
Der Stützpunkt kostete damals schätzungsweise astronomische 5,8 Milliarden Euro, was heute in etwa 47,2 Milliarden Euro entspricht. Željava war bis Anfang der 1990er-Jahre in Betrieb. Trotz der enormen Kosten zerstörte die abziehende jugoslawische Volksarmee während der Jugoslawienkriege 1991 einen Großteil des Komplexes, um zu verhindern, dass die gegnerischen Streitkräfte ihn für ihre eigenen Zwecke nutzen konnten. Seitdem steht der Komplex leer.
Lesen Sie jetzt: Verprasste Staatsgelder: Diese ungenutzten Mega-Projekte haben Milliarden gekostet
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