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Optische Täuschung: Diese Häuser spielen mit den Sinnen

Wenn Architektur zur optischen Täuschung wird

By loveEXPLORING-Team · June 20, 2024

Originally published on loveEXPLORING

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34 slides 12 min read
JHVEPhoto / Shutterstock

Surreale Bauten, bei denen man zweimal hinschauen muss

Bei den folgenden Häusern ist nichts, wie es scheint. Als optische Täuschung spielen sie mit den Sinnen des Betrachters und verwischen die Grenze zwischen Fiktion und Realität. Klicken Sie sich hier durch vollkommen surreale Architektur, bei der man zweimal hinschauen muss ...

Adaptiert von Sandra Schröpfer und Martina Horrobin

Alexander Krziwanie / Stadt.Wand.Kunst

Stadt.Wand.Kunst, Mannheim, Deutschland

Ist dieses Haus an der Zehntstraße 1 in Mannheim vielleicht das Werk eines durchgeknallten Architekten? Ganz und gar nicht. Die surrealen Wölbungen, Einschnitte und Ausbrüche in der Fassade haben einen ganz ernstzunehmenden künstlerischen Grund.

Alexander Krziwanie / Stadt.Wand.Kunst

Stadt.Wand.Kunst, Mannheim, Deutschland

Der venezianische Graffiti-Artist Manuel Di Rita – alias Peeta – bewaffnete sich mit allerlei Malzeug und schuf dieses faszinierende Wandbild in 3D-Optik. Das Werk ohne Namen entstand 2019 im Rahmen des jährlichen Kunstprojekts Stadt.Wand.Kunst, bei dem nationale und international Künstler aufgerufen werden, aus Mannheims schlichten Hausfassaden überdimensionale Wandgemälde zu erschaffen. 

Alexander Krziwanie / Stadt.Wand.Kunst

Stadt.Wand.Kunst, Mannheim, Deutschland

Um die Illusion von einer surreal verformten Fassade zu erwecken, bediente sich der Italiener einer perspektivischen Technik, die in Fachkreisen „Trompe-l’œil“ genannt wird. Die illusionistische Malerei, mit der Dreidimensionalität vorgetäuscht werden kann. Und das geht sehr gut, wie man sieht. 

dpa picture alliance / Alamy Stock Photo

Pulled by the roots, Karlsruhe, Deutschland

Im Juni 2015 verblüffte der argentinische Künstler Leandro Erlich die Karlsruher mit einem schwebenden Haus. Dieses schien wie ein Baum an seinen Wurzeln aus dem Boden gerissen worden zu sein, was auch der Titel des Kunstprojekts war. Auf dem Foto nicht sichtbar ist, dass das Haus an einem riesigen Kran aufgehängt war und an Drähten befestigt über der Straße schwebte.

Das Werk war Teil der Ausstellung „The City is the Star“, mit der der 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe gefeiert wurde.

 

Abaca Press / Alamy Stock Photo

Maison Fond, Paris, Frankreich

Später im selben Jahr wurde dieses schmelzende Haus vor dem Bahnhof Gare du Nord in Paris aufgestellt. Das sogenannte „Maison Fond“, eine weitere der seltsamen und wunderbaren Installationen von Leandro Erlich, sollte das Bewusstsein auf die globale Erwärmung richten.

Das schmelzende Haus spielt nicht nur optisch mit den Sinnen, auch der Name ist ein Wortspiel. Spricht man „Maison Fond“ aus, klingt es wie „mes enfants“ (zu Deutsch: meine Kinder). Dies war natürlich so gewollt und soll die Betrachter dazu animieren, sich Gedanken über ihr globales Vermächtnis an künftige Generationen zu machen.

 

Dan Dennison / Getty Images

Dalston House, London, Großbritannien

Das Dalston Haus war 2013 die Attraktion im Londoner Osten. Alle wollten den Nachbau im Stil eines viktorianischen Reihenhauses aus dem 19. Jahrhundert sehen. Und an seiner Fassade hochklettern, sich vom Dach hangeln oder senkrecht an den Wänden hochgehen ...

JUSTIN TALLIS / AFP via Getty Images

Dalston House, London, Großbritannien

Bei genauem Hinsehen war das Haus aber gar kein Haus, sondern nur eine flach am Boden errichtete Fassade. Auch diese großformatige Installation wurde von dem argentinischen Künstler Leandro Erlich geschaffen. Mithilfe einer riesigen Spiegelfläche, die im 45-Grad-Winkel über der fotorealistischen Fassade angebracht war, erzeugte er eine raffinierte optische Täuschung.

Das Werk wurde von der bekannten Londoner Barbican-Galerie in Auftrag gegeben.

JUSTIN TALLIS / AFP via Getty Images

Dalston House, London, Großbritannien

Wenn man erst einmal das Geheimnis kennt, wirkt es nicht mehr ganz so eigenartig, die Idee ist aber großartig. Inzwischen steht das Dalston House nicht mehr in der Londonder Ashwin Street. Installationskünstler Erlich verzaubert aber weiterhin mit seinen optischen Täuschungen die Welt.

LaPresse / Alamy Stock Photo

Window and Ladder, Rom, Italien

Im Jahr 2021 wurde Leandro Erlichs Werk „Window and Ladder“ im Rahmen der Ausstellung für zeitgenössische Kunst „Back to Nature“ vor der Villa Borghese in Rom gezeigt.

Abgesehen davon, dass es den Sehsinn verwirrt, soll es „mit dem schmalen Grat zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen spielen“. Das tut es definitiv!

VRBO

Pole House, Victoria, Australien

Dieses atemberaubende Haus in Australien scheint in 40 Metern Höhe über dem Strand von Fairhaven Beach zu schweben – eine Illusion der besonderen Art. Das angeblich am meisten fotografierte Haus an der berühmten Great Ocean Road im Bundesstaat Victoria wird von einem einzigen Pfosten getragen. Dadurch entsteht der schwebende Eindruck.

VRBO

Pole House, Victoria, Australien

Das kürzlich zu einer luxuriösen Suite renovierte und der Schwerkraft trotzende Haus verfügt über einen geräumigen Wohnbereich, einen Essbereich, ein Schlafzimmer und ein Badezimmer. Obwohl die Vorderseite des Hauses zum Meer hin offen ist, sind die beiden Wände zum Hang hin massiv und bieten ausreichend Privatsphäre.

VRBO

Pole House, Victoria, Australien

Durch die großen Fensterfronten hat man einen fantastischen Blick aufs Meer. Das Beste? Vom Balkon kann man fast 50 Kilometer weit die Küste entlang schauen. Im Winter können es sich die Gäste neben dem modernen Kamin bequem machen. Wer keine Höhenangst hat, kann in der einmaligen Ferienwohnung in Down Under übernachten. 

Treehotel

Mirrorcube, Harads, Schweden

Dieses fast unsichtbare Baumhaus versteckt sich in den schwedischen Wäldern, wo es sich elegant in die Baumlandschaft einfügt. In dem Tiny House, das zum Treehotel im nordschwedischen Harads gehört, können bis zu zwei Personen übernachten.

 

Treehotel

Mirrorcube, Harads, Schweden

Über eine Seilbrücke gelangen die Besucher zu dem zwischen den Bäumen zu schweben scheinenden Mirrorcube, in dem sich der Wald und der Himmel spiegeln. Von innen können die Gäste durch sechs Fenster die fantastische Aussicht in die Natur genießen.

Treehotel

Mirrorcube, Harads, Schweden

Das Baumhaus bietet eine Wohnfläche von gemütlichen 16 Quadratmetern mit Doppelbett, Sitzbereich und Toilette. Durch die Mitte des Raums bahnt sich der Baum, an dem das Haus verankert ist, seinen Weg. Vor dem Eingang versteckt sich ein kleiner Balkon hinter einem Spiegel, über den die Gäste das Haus betreten können, ohne gesehen zu werden.

Mirror Houses / Sabina Angela / Airbnb

Mirror Houses, Südtirol, Italien

In der Nähe von Bozen in Norditalien befinden sich die sogenannten Mirror Houses. Die verspiegelte Fassade der beiden Häuser reflektiert die atemberaubende Umgebung, in der sich die Dolomiten entfalten. 

Mirror Houses / Sabina Angela / Airbnb

Mirror Houses, Südtirol, Italien

Die Häuser, die direkt nebeneinanderstehen, wurden vom Südtiroler Architekten Peter Pichler entworfen. Die Westfassade, die komplett aus Spiegeln mit UV-Schutz besteht, verschwindet elegant in der Berglandschaft. Nur von der Ostseite ist zu erkennen, dass es sich bei der ungewöhnlichen Struktur tatsächlich um zwei Wohnhäuser handelt.

 

Mirror Houses / Sabina Angela / Airbnb

Mirror Houses, Südtirol, Italien

Die Räume sind elegant und modern eingerichtet. Es gibt einen Wohn- und Essbereich mit offener Küche, ein Schlafzimmer und ein Bad. Der Garten ist terrassenförmig angelegt, wodurch er sich besonders gut in die Umgebung einfügt. Die Mirror Houses stehen zwar nicht zum Verkauf, können aber als Ferienwohnungen gemietet werden.

Vlas Telino studio / Shutterstock

Tanzendes Haus, Prag, Tschechien

Das tanzende Haus ist das gemeinsame Werk des kroatisch-tschechischen Architekten Vlado Milunić und des kanadisch-amerikanischen Architekten Frank Gehry. Das 1992 entworfene Gebäude, das sich wie zum Tanze zu neigen scheint, wurde 1996 von der Baugruppe BESIX fertiggestellt. Das Immobiliengrundstück am Prager Ufer des Rašín lag nach der Bombardierung 1945 sehr lange brach. Milunićs Projekt hauchte dem Gelände wieder neues Leben ein.

AlexAnton / Shutterstock

Tanzendes Haus, Prag, Tschechien

Unterstützt wurde der Architekt dabei von Václav Havel. Der ehemalige tschechische Präsident wohnte nicht nur jahrzehntelang in der Nähe des Gebäudes, er erhoffte sich auch, dass das Gebäude zu einem Zentrum kultureller Aktivitäten werden würde.

Der Architekt Frank Gehry hatte das Haus ursprünglich „Fred and Ginger" genannt, sich dann jedoch dagegen entschieden, amerikanischen Hollywood-Kitsch nach Prag zu bringen.

Mounirzok / Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0]

Tanzendes Haus, Prag, Tschechien

Das Tanzende Haus befindet sich inmitten eines Platzes mit Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert und besteht aus zwei Hauptkörpern. Einer dieser Körper ist ein Glasturm, der sich auf halber Höhe verjüngt und von geschwungenen Säulen getragen wird.

Der zweite Baukörper grenzt an den darunter liegenden Fluss und ist mit wellenförmigen Stuckleisten und asymmetrischen Fenstern versehen.

 

Z. Jacobs / Shutterstock

Kubushäuser, Rotterdam, Niederlande

Die von dem Architekten Piet Blom entworfenen und 1984 fertiggestellten Kubushäuser sind ein innovatives Wohnbauprojekt im niederländischen Rotterdam und eines der Wahrzeichen der Stadt.

Sie wurden in den späten 1970er-Jahren von Blom entworfen, nachdem sie von der Stadt in Auftrag gegeben worden waren. Im Niederländischen sind die Häuser als „Kubuswoningen" bekannt und sollen den verfügbaren Raum optimal nutzen. Die Gebäude bilden zudem eine Fußgängerbrücke über eine der verkehrsreichsten Straßen ins Stadtzentrum.

Hit1912 / Shutterstock

Kubushäuser, Rotterdam, Niederlande

Der ungewöhnliche Komplex besteht aus 38 kleinen Würfeln und zwei „Superwürfeln“. Der Architekt Blom kippte die Würfel um 45 Grad und setzte sie auf einen sechseckigen Sockel oder „Stamm“.

Der Entwurf basiert angeblich auf der Idee eines Dorfes innerhalb einer Stadt, wobei jedes Haus einen Baum darstellt und mehrere Häuser zusammen einen Wald bilden.

Paul van de Velde / Flickr [CC BY 2.0 DEED]

Kubushäuser, Rotterdam, Niederlande

Besucher können die Wohnungen selbst im Kijk-Kubus-Museum erkunden. Alternativ ist auch ein Aufenthalt in dem zur Anlage gehörenden Stayokay Hostel möglich. Hier können Besucher herausfinden, wie es wirklich ist, in einer optischen Täuschung zu leben.

 

JHVEPhoto / Shutterstock

Upside Down House, Ontario, Kanada

In Niagara Falls, Ontario, gibt es unzählige Touristenattraktionen – nicht zuletzt das berühmte Naturwunder selbst. Eine besondere Sehenswürdigkeit jedoch könnte den Besuchern Kopfschmerzen bereiten. Das „Upside Down House" ist eine surreale Konstruktion, die im Jahr 2012 vom Lego-Enthusiasten Marek Cyran und seinem Partner Adam Nielbvowicz errichtet wurde. 

Das scheinbar auf den Kopf gestellte Anwesen ist wirklich verblüffend, und auch im Inneren wird es nicht weniger verwirrend.

Sue Thompson / Flickr [CC BY-ND 2.0 DEED]

Upside Down House, Ontario, Kanada

Sobald Sie durch die Eingangstür treten, werden Sie feststellen, dass das gesamte Haus auf den Kopf gestellt wurde. Auch die Möbel wurden in jedem Raum an der Decke befestigt. Im leuchtend gelben Spielzimmer wurden zum Beispiel Bauklötze an einen Tisch geklebt, und von der Decke hängt ein Etagenbett. 

Sue Thompson / Flickr [CC BY-ND 2.0 DEED]

Upside Down House, Ontario, Kanada

Um die Sache noch verwirrender zu machen, ist das Haus auch noch auf einer Schräge gebaut. Das „Upside Down House" ist für die Öffentlichkeit zugänglich und hat bei Besuchern aller Altersgruppen großen Anklang gefunden – schließlich bietet es ein einzigartiges Fotomotiv! Auch in Deutschland stehen mittlerweile viele Häuser auf dem Kopf. Zum Beispiel auf Usedom, Rügen, in Edertal oder Bispingen.

Jinhyeong Yun / Shutterstock

Baldwin Street, Dunedin, Neuseeland

Im neuseeländischen Dunedin gibt es eine Straße, da scheinen die Häuser im Erdboden zu versinken. Wie soll da jemand drin wohnen können? Oder ist es vielleicht doch anders als es scheint? 

Azami Adiputera / Shutterstock

Baldwin Street, Dunedin, Neuseeland

Richtig. Die Baldwin Street hat es als steilste Straße der Welt sogar im August 2020 ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Die 350 Meter lange Straße hat eine maximale Steigung von 34,8 Prozent. 

Deyan Denchev / Shutterstock

Baldwin Street, Dunedin, Neuseeland

So ein unnatürliches Straßenbild zieht natürlich Neugierige an, die wie wild Fotos aus schiefen Blickwinkeln schießen. Jedes Jahr im September findet hier übrigens das „Baldwin Street Gutbuster“ statt. Bei diesem Rennen muss die Straße einmal hinauf und wieder hinuntergelaufen werden. Rekordzeit bis dato: 1,56 Minuten. 

Stephen O’Flaherty

Op-Art-Häuser von Alex Chinneck, Kent, Großbritannien

Auf den ersten Blick wirkt diese Straße im englischen Küstenort Margate ganz normal. Auf den zweiten Blick erkennt man aber ein Backsteinhaus, dessen Fassade hinunter zu rutschen scheint. Das Gebäude stand elf Jahre lang leer, bis der britische Künstler Alex Chinneck daraus 2013 ein Kunstprojekt machte, das eine coole optische Täuschung erzeugt.

Marc Wilmot

Op-Art-Häuser von Alex Chinneck, Kent, Großbritannien

Auch dieses verlassene Bürogebäude im englischen Kent bekam 2018 eine eher ungewöhnliche Renovierung verpasst. Op-Art-Künstler Alex Chinneck verwandelte die Fassade des Abrissgebäudes zu einem leicht geöffneten Reißverschluss. Dabei scheinen die Wände des obersten Stockwerks vom Gebäude zu blättern und legen die Büros dahinter frei.

Marc Wilmot

Op-Art-Häuser von Alex Chinneck, Mailand, Italien

Anlässlich der Mailänder Designwoche schuf Alex Chinneck 2019 dieses ausgefallene Projekt mit dem Titel „A Sprinkle of Night and a Spoonful of Light“ (Eine Prise Nacht und ein Löffel Licht) in der norditalienischen Metropole. Dabei scheint sich die Fassade eines traditionellen Gebäudes durch einen riesengroßen Reißverschluss zu lösen, inklusive der Fenster – eine ziemlich skurrile optische Täuschung.

Entdecken Sie jetzt: Trend Tiny House: Winzige Häuser, die sich in der Natur verstecken

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