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Das gibt Deutschland für die Verteidigung im Vergleich zu anderen Ländern aus
Welche Länder haben die höchsten Militärausgaben?
By Daniel Coughlin · April 15, 2025
Originally published on loveMONEY
25 Länder und ihre Rüstungsausgaben im Überblick
Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, des Konflikts im Nahen Osten und der wachsenden Spannungen zwischen China und dem Westen haben die weltweiten Militärausgaben ein neues Rekordniveau erreicht.
23 der 32 NATO-Mitglieder dürften das viel gepriesene Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung im Jahr 2024 erreicht oder sogar überschritten haben. 2022 waren es dagegen nur sieben. Da US-Präsident Donald Trump von den NATO-Verbündeten eine Erhöhung der Ausgaben auf fünf Prozent fordert, steht ein neues globales Wettrüsten im Raum. Nicht nur die EU vollzieht eine Kehrtwende und hat zum ersten Mal eine gesamteuropäische Verteidigungsstrategie vorgestellt, auch Deutschland will Milliarden in die Bundeswehr und die Waffenindustrie stecken.
Auf der Grundlage von Daten des Stockholmer Instituts für Internationale Friedensforschung (Stockholm International Peace Research Institute/SIPRI) vergleichen wir hier 25 Nationen nach dem Anteil ihrer Verteidigungsausgaben am BIP. Das Institut erhebt seit 1949 Daten zu den staatlichen Rüstungsausgaben. Die aktuellsten stammen aus dem Jahr 2023.
Hier erfahren Sie, welche Länder am wenigstens bzw. am meisten für die Verteidigung ausgeben – und wie Deutschland im Vergleich abschneidet.
US-Dollarbeträge wurden in Euro umgerechnet.
Adaptiert von Barbara Geier
Südafrika: 0,7 % des BIP im Jahr 2023 (2,6 Mrd. Euro)
Die Militärausgaben Südafrikas sind in den letzten zehn Jahren real gesunken. Vor dem Hintergrund der schwachen Wirtschaftsleistung des Landes ging der Verteidigungshaushalt bis 2023 auf nur 0,7 Prozent des BIP zurück. Damit liegt er deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 2,3 Prozent.
Experten mahnen an, dass die Streitkräfte des Landes stark überlastet und unterfinanziert sind. Manche sprechen sogar von „einer Katastrophe“ für die South African National Defence Force (SANDF), die neben ihren Einsätzen im Inland auch an friedenserhaltenden Missionen in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo beteiligt ist.
Laut der englischsprachigen Nachrichtenwebsite „The Conversation“ sind 85 Prozent der südafrikanischen Luftwaffenflotte nicht einsatzfähig. Auch die Kriegsschiffe der Marine bedürfen dringend der Reparatur.
Schweiz: 0,7 % des BIP im Jahr 2023 (5,8 Mrd. Euro)
Der Verteidigungsetat der Schweiz im Verhältnis zum BIP ist seit dem Zusammenbruch des Kommunismus vor über drei Jahrzehnten um mehr als 50 Prozent gesunken.
Doch mit der Rückkehr des Krieges nach Europa machen sich die reduzierten Militärausgaben in dem neutralen Land bemerkbar. Berichten zufolge klafft eine riesige Lücke in der Finanzierung des Militärs. Die Schweizer Regierung plant, diese mit einer Ausgabensteigerung von 19 Prozent in den nächsten vier Jahren zu schließen. Dennoch gehen offizielle Prognosen davon aus, dass die Schweiz bis 2032 für die Verteidigung im Verhältnis zum BIP weniger als ein Prozent ausgegeben wird. Mit den neuen EU-Plänen von Ursula von der Leyen, Milliardensummen in die Aufrüstung europäischer Armeen zu stecken, gerät auch die Schweiz zunehmend unter Druck, aufzurüsten.
Mexiko: 0,7 % des BIP im Jahr 2023 (10,8 Mrd. Euro)
Mexiko agiert seit 1930 außenpolitisch auf Basis der sogenannten Estrada-Doktrin, die Nichteinmischung und die friedliche Beilegung von Streitigkeiten in den Mittelpunkt stellt. Daher hält sich das Land aus internationalen Konflikten eher raus und die Verteidigungsausgaben im Verhältnis zum BIP sind konstant niedrig.
Laut SIPRI sind sie seit 2014 dennoch um 55 Prozent gestiegen, was in erster Linie eine Reaktion auf die sich verschlechternde Sicherheitslage im Land selbst und nicht auf Konflikte außerhalb der mexikanischen Grenzen ist. So waren für die Nationalgarde, die gegen die Drogenkartelle ankämpft, noch im Jahr 2019 nur 0,7 Prozent des Verteidigungshaushalts vorgesehen. 2023 waren es bereits elf Prozent.
In Zukunft könnte der Militärausgabentrend noch weiter nach oben zeigen: Im Februar wurden mexikanische Soldaten zur verstärkten Kontrolle des Drogenhandels an neuralgische Punkte der Grenze zur USA mobilisiert – als Teil einer Vereinbarung, die Trumps US-Zölle auf mexikanische Importe unter der Bedingung aussetzt, dass Mexiko gegen den Fentanyl-Handel vorgeht. Auch die Grenzpatrouillen zur Eindämmung der Migration wurden seitens Mexikos verstärkt.
Österreich: 0,8 % des BIP im Jahr 2023 (4 Mrd. Euro)
Die dauerhafte Neutralität Österreichs wurde 1955 mit dem Abzug der alliierten Truppen und der Gründung des modernen österreichischen Staates festgeschrieben. Das Land hat daher sehr bescheidene Verteidigungsausgaben.
Andere seit langem neutrale Länder wie Schweden haben diesen Status angesichts der russischen Invasion der Ukraine inzwischen aufgegeben, Österreich bis vor Kurzem aber nicht. Es stand sogar ein Ausstieg aus der von Deutschland anführten „European Sky Shield“-Initiative zur Stärkung der gemeinsamen europäischen Luftverteidigung im Raum. Die neue Regierung will allerdings Teil der Initiative bleiben und plant, ihren Verteidigungshaushalt auf zwei Prozent des BIP zu erhöhen.
Neuseeland: 1,2 % des BIP im Jahr 2023 (2,7 Mrd. Euro)
Angesichts der zunehmenden Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum erwägt die neuseeländische Regierung aktuell, sich dem AUKUS-Militärbündnis aus Australien, Großbritannien und den USA anzuschließen und sich bei globalen Einsätzen mehr zu engagieren. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde der Verteidigungshaushalt für das im Juni 2025 endende Haushaltsjahr angesichts der kränkelnden Wirtschaft allerdings um 6,6 Prozent gekürzt. Gleichzeitig haben Neuseelands regionale Partner, darunter Japan und Australien, ihre Ausgaben erhöht.
In Neuseeland fehlt es den Streitkräften derweil an neuen Rekruten und die materielle Ausstattung ist verbesserungsbedürftig. Marineschiffe sind wegen Personalmangels außer Dienst gestellt und die alternden Boeing 757-2K2-Militärfrachtflugzeuge der neuseeländischen Luftwaffe fallen Berichten zufolge ständig aus. Vor diesem Hintergrund möchte einige neuseeländische Politiker die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des BIP erhöhen. Dies würde jedoch drastische Sparmaßnahmen an anderer Stelle erfordern.
Japan: 1,2 % des BIP im Jahr 2023 (45,9 Mrd. Euro)
Im Jahr 2023 hatte Japan für seine Streitkräfte einen Haushalt von knapp 46 Milliarden Euro eingestellt – elf Prozent mehr als 2022 und 31 Prozent mehr als 2014. Die Regierung plant eine weitere Erhöhung der Militärausgaben um fast zehn Prozent und hat im Blick, bis 2028 den zweiprozentigen BIP-Anteil zu erreichen.
Diese Rekordausgaben bedeuten eine Abkehr von Tokios langjähriger pazifistischer Politik. Die Kehrtwende wurde vollzogen, da China seine Ansprüche auf Taiwan sowie das Südchinesische Meer zunehmend aggressiv formuliert, was die Spannungen in der Region anheizt. Auch Japans Sorge über die nordkoreanischen Atomwaffenprogramme sollte die erhöhten Rüstungsausgaben beflügelt haben.
Kanada: 1,3 % des BIP im Jahr 2023 (24,9 Mrd. Euro)
Der relativ geringe Anteil des kanadischen Verteidigungshaushalts am BIP wird im In- und Ausland kritisiert. 2023 beliefen sich die Ausgaben auf knapp 25 Milliarden Euro, was nur 1,3 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Damit gehört Kanada zu den NATO-Ländern, die am wenigsten zu dem Militärbündnis beitragen.
Vor seinem Rücktritt erklärte der Premierminister Justin Trudeau auf dem NATO-Gipfel im Juli 2024, dass Kanada das Zwei-Prozent-Ziel bis 2032 erreichen werde. Laut dem kanadischen Sender CTV News sind Wirtschaftsführer und Interessenvertreter diesbezüglich jedoch skeptisch, denn dieser BIP-Anteil würde die öffentlichen Finanzen stark belasten. Der neue Premier, Mark Carney (Bild), will das Ziel bereits 2030 erreichen und plant, umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro für ein Raketenfrühwarnsystem bereitzustellen.
Spanien: 1,5 % des BIP im Jahr 2023 (21,7 Mrd. Euro)
Der Anteil der spanischen Verteidigungsausgaben am BIP war im Jahr 2023 mit 1,5 Prozent veranschlagt. Nach Schätzungen der NATO lagen die Ausgaben des Landes 2024 jedoch nur bei 1,28 Prozent. Damit ist Spanien relativ gesehen der am wenigsten „großzügige“ Beitragszahler des Bündnisses. US-Präsident Donald Trump hat das spanische Budget als „sehr niedrig“ beschrieben.
Doch selbst diese Zahlen stellen einen Anstieg der Militärausgaben in den letzten Jahren dar. Als die Regierung des derzeitigen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez 2018 an die Macht kam, betrug der Anteil des Verteidigungsetats am spanischen BIP gerade einmal 0,93 Prozent. Das Land plant, jetzt mehr auszugeben, widersetzt sich aber gleichzeitig dem Druck der USA, noch weiter in die Höhe zu gehen. Laut der spanischen Verteidigungsministerin Margarita Robles wird Spanien das NATO-Ziel von Militärausgaben in Höhe von zwei Prozent des BIP im Jahr 2029 erreichen.
Deutschland: 1,5 % des BIP im Jahr 2023 (61,1 Mrd. Euro)
Mit einem Anteil von 1,5 Prozent seines BIP lag Deutschland 2023 bei den Verteidigungsausgaben relativ gesehen noch gleichauf mit Spanien. Bereits Anfang 2024 meldete Deutschland der NATO dann geplante Verteidigungsausgaben, mit denen das Zwei-Prozent-Ziel erreicht wurde – zum ersten Mal seit 1992. Im Juni 2024 veröffentlichte die Bundesregierung für das laufende Jahr geschätzte Ausgaben von 90,6 Milliarden Euro. Und seit der „Whatever it takes“-Ansage des wohl bald neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) angesichts der angespannten Sicherheitslage Deutschlands, Europas und der NATO geht es weiter nach oben:
Am 18. März 2025 stimmte der Bundestag dem größten Schuldenpaket seiner Geschichte für die Finanzierung von Verteidigungs-, Infrastruktur- und Klimaschutzausgaben zu. Damit wurde auch die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben aufgeweicht, denn in Zukunft dürfen für alle Ausgaben in diesem Bereich, die ein Prozent des BIP überschreiten, Kredite aufgenommen werden. Laut der Deutschen Welle ist damit der Weg frei für „Verteidigungsausgaben in praktisch unbegrenzter Höhe“.
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China: 1,7 % des BIP im Jahr 2023 (271 Mrd. Euro)
Nach den USA ist China das Land, das in absoluten Zahlen am meisten für die Verteidigung ausgibt. Laut SIPRI-Daten hat die Volksrepublik 2023 geschätzt 271 Milliarden Euro in Rüstung und Militärisches gesteckt, was 1,7 Prozent des chinesischen BIP entspricht. Einige Beobachter gehen davon aus, dass die Summe allerdings noch deutlich höher ist.
Chinas Haltung im Taiwan-Konflikt gibt dem Westen und seinen Verbündeten in der Region Grund zur Besorgnis, denn inzwischen ist aus Peking nichts mehr von einer „friedlichen Wiedervereinigung“ zu hören. Mehr noch: Die chinesische Regierung hat ihren Verteidigungshaushalt 2024 um 7,2 Prozent erhöht. Laut der „South China Morning Post“ werden die zusätzlichen Mittel dafür ausgegeben, um das Land kampfbereit zu machen und „auf den Krieg vorzubereiten“.
Australien: 1,9 % des BIP im Jahr 2023 (29,5 Mrd. Euro)
Nicht zuletzt, weil China seine Rolle des „starken Mannes“ im asiatisch-pazifischen Raum in die Waagschale wirft, steigert Australien aktuell seine Militärausgaben. Im Jahr 2023 warnte ein von den australischen Zeitungen „The Sydney Morning Herald“ und „The Age“ zusammengestelltes Gremium nationaler Sicherheitsexperten, dass es bereits 2026 zu einem Krieg mit der Volksrepublik kommen könnte – mit einer chinesischen Invasion in Taiwan als zentraler potenzieller Auslöser.
Australien gab 2024 rund 30,1 Milliarden Euro für die Verteidigung aus, was bereits eine spürbare Steigerung gegenüber 2023 darstellt und den Anteil am BIP knapp über die Zwei-Prozent-Marke bringt. Das Finanzministerium des Landes geht davon aus, dass der Verteidigungshaushalt bis 2027/28 2,4 Prozent des BIP erreichen wird.
Kommen wir nun zu den Ländern, die bereits mehr als zwei Prozent ihres BIP in die Verteidigung stecken ...
Frankreich: 2,1 % des BIP im Jahr 2023 (56 Mrd. Euro)
Frankreich hat das von der NATO gesetzte Zwei-Prozent-Ziel für die Militärausgaben früher als erwartet erreicht. 2023 gab die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU rund 56 Milliarden Euro für die Verteidigung aus, was 2,1 Prozent ihres BIP entspricht. Eine weitere Verdoppelung der Ausgaben bis 2030 ist geplant.
Laut SIPRI ist die französische Wirtschaft eine von mehreren Ländern, die von dem derzeitigen Trend zur Aufrüstung profitiert. Mit einem Anteil von elf Prozent am Weltmarkt ist das Land nach den USA inzwischen der zweitwichtigste Waffenexporteur der Welt. Wenig verwunderlich gehört es auch zu den stärksten Befürwortern des Aufbaus einer gesamteuropäischen Verteidigungseinheit.
Taiwan: 2,2 % des BIP im Jahr 2023 (15,2 Mrd. Euro)
Angesichts der Spannungen mit China steigen die Verteidigungsausgaben Taiwans schon seit einigen Jahren an. Im Jahr 2023 wurden sie um elf Prozent auf 15,2 Milliarden Euro erhöht.
Im Sommer 2024 stellte die Regierung dann einen Verteidigungsetat in Höhe von knapp 18 Milliarden Euro vor, was 2,45 Prozent des BIP ausmachen würde. Nach Ansicht der US-Denkfabrik Atlantic Council reicht dies jedoch nicht: Taiwan müsse seine Ausgaben auf mindestens drei Prozent des BIP erhöhen, um seine militärischen Kapazitäten zu stärken und eine wirkungsvolle Abschreckungsbotschaft an China zu senden. US-Präsident Trump erklärte sogar, Taiwan solle angesichts der Bedrohung zehn Prozent seines BIP für die Verteidigung ausgeben.
Großbritannien: 2,3 % des BIP im Jahr 2023 (68,5 Mrd. Euro)
Großbritannien erreichte im Jahr 2023 Militärausgaben in Höhe von 2,3 Prozent seines BIP. Laut SIPRI entsprach das in absoluten Zahlen rund 68,5 Milliarden Euro. Kritiker behaupten jedoch, diese Summe schließe die Militärrenten mit ein, und mahnen an, dass die britischen Streitkräfte ausgehöhlt und so klein wie zuletzt Anfang des 19. Jahrhunderts sei.
Der britische Premierminister Keir Starmer (Bild) hat bis 2027 eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 2,5 Prozent des BIP angekündigt – drei Jahre früher als bisher geplant. Nach seiner Vorstellung sollen sie mit dem nächsten Parlament nach Neuwahlen, die spätestens im August 2029 stattfinden werden, sogar auf drei Prozent steigen. Zur Finanzierung der jetzt verkündeten Erhöhung des Verteidigungsetats ist eine Kürzung des Entwicklungshilfebudgets geplant.
Indien: 2,4 % des BIP im Jahr 2023 (76,4 Mrd. Euro)
Im Jahr 2023 gab Indien in absoluten Zahlen nach den USA, China und Russland am meisten für die Verteidigung aus. Die Investitionen in Höhe von etwa 76,4 Milliarden entsprachen 2,4 Prozent des indischen BIP.
Indiens traditioneller Erzfeind Pakistan war bei den Militärausgaben jahrzehntelang das Hauptthema. In den letzten Jahren hat sich aber China angesichts wachsender Spannungen an den Grenzen und des Wettbewerbs um Einfluss im Indischen Ozean als eine noch größere Bedrohung erwiesen. Laut der Investmentbank J.P. Morgan reagiert die indische Regierung mit einer achtprozentigen Steigerung der Verteidigungsgaben in diesem und im nächsten Jahr. In den nächsten zehn Jahren sollen zudem rund 182 Milliarden Euro in die Modernisierung des Militärs investiert werden.
Singapur: 2,7 % des BIP im Jahr 2023 (12,1 Mrd. Euro)
Nach 2,6 Prozent im Jahr 2022 investierte Singapur 2023 mit Ausgaben von 2,7 Prozent seines BIP insgesamt rund 12,1 Milliarden Euro in seine Verteidigung.
Wie die singapurische Zeitung „Straits Times“ berichtet, werden die Militärausgaben des Stadtstaats laut dem Verteidigungsminister Ng Eng Hen in den nächsten zehn Jahren rund drei Prozent des BIP erreichen – sofern keine Konflikte oder Kriege ausbrechen. Angesichts der angespannten Weltlage und insbesondere der Aggression Chinas hat der Minister die Gefahr globaler oder regionaler Konflikte als „nicht Null“ eingestuft, was eine Steigerung gegenüber der früheren Einschätzung „unwahrscheinlich“ darstellt.
Pakistan: 2,8 % des BIP im Jahr 2023 (7,8 Mrd. Euro)
Abgesehen von dem seit langem schwelenden Konflikt mit Indien hat es Pakistan vor allem mit dem Kampf gegen die Terrororganisation TTP (pakistanische Taliban) zu tun. Anders als Indien ist Pakistan ein Verbündeter Chinas und gilt seit langem als Pekings „eiserner Bruder“ in der Region.
Die Militärausgaben des Landes gemessen am BIP stiegen von 2,6 Prozent im Jahr 2022 auf 2,8 Prozent im Jahr 2023, obwohl die absolute Summe angesichts der angespannten Finanzlage des Landes von 10,1 Milliarden Euro auf 7,8 Milliarden Euro gesunken ist. Pakistans Verteidigungsetat für das Haushaltsjahr 2023/24 wurde allerdings um 16 Prozent erhöht, da sich die Sicherheitslage des Landes verschlechterte und die Spannungen mit Indien zunahmen. Dieser drastische Anstieg stieß beim Internationalen Währungsfonds nicht auf Gegenliebe, da mit der pakistanischen Regierung ein Rettungspaket für die marode Wirtschaft des Landes in Höhe von 2,7 Milliarden Euro vereinbart worden war.
Südkorea: 2,8 % des BIP im Jahr 2023 (43,8 Mrd. Euro)
Der Anteil der Militärausgaben Südkoreas am BIP stieg 2023 von 2,7 im Vorjahr auf 2,8 Prozent, was einer Budgeterhöhung von 1,4 Milliarden Euro entspricht.
Obwohl auch die Spannungen zwischen Südkorea und China zunehmen, geht die eigentliche existenzielle Bedrohung für das Land von Nordkorea aus. SIPRI kann zwar keine Daten über die Militärausgaben Nordkoreas erheben, aber man geht davon aus, dass deren Anteil am BIP gewaltige 25 Prozent beträgt. Die Beziehungen Südkoreas zu Pjöngjang haben einen neuen Tiefpunkt erreicht, da das repressive nordkoreanische Regime seinem südlichen Nachbarn gegenüber immer feindseliger wird – und Seoul seine Militärausgaben in Folge aufstockt:
Die südkoreanische Regierung will in den nächsten fünf Jahren rund 240 Milliarden Euro investieren, um verteidigungsfähiger zu werden und ihr sogenanntes „Drei-Achsen-System“ zur Eindämmung der nordkoreanischen nuklearen Bedrohung mit künstlicher Intelligenz und anderen fortschrittlichen Technologien aufzurüsten.
Kolumbien: 2,9 % des BIP im Jahr 2023 (9,8 Mrd. Euro)
Kolumbien wird von innenpolitischen Problemen geplagt und seine Militärausgaben konzentrieren sich daher hauptsächlich auf das Inland. Obwohl Brasilien insgesamt mehr ausgibt, hat Kolumbien gemessen am BIP die höchsten Ausgaben in Südamerika. Bis 2023 sank der Wert aber auf 2,9 Prozent im Vergleich zu 3,5 Prozent im Jahr.
Laut dem britischen Datenanbieter Global Data steigen die Militärausgaben Kolumbiens aktuell wieder an. Dies hat zum Teil damit zu tun, dass die Regierung trotz eines verlängerten, sechsmonatigen Waffenstillstands mit der Guerillagruppe ELN im Jahr 2024 weiter gegen die Bedrohung durch bewaffnete Milizen vorgehen will. Auch ein anhaltender Grenzstreit mit dem Nachbarland Venezuela schlägt zu Buche.
USA: 3,4 % des BIP im Jahr 2023 (837 Mrd. Euro)
Die USA geben deutlich mehr für die Verteidigung aus als jedes andere Land. 2023 wurden die Militärausgaben um 2,3 Prozent erhöht, was in einer Gesamtsumme von astronomisch hohen 837 Milliarden Euro resultierte. Das ist mehr als dreimal so viel, wie das weltweit zweitplatzierte Land China ausgibt, und entspricht 3,4 Prozent des US-amerikanischen BIP.
Die militärische Ausgabewut des Landes bringt auch andere Nationen in Bewegung. Angesichts Trumps Forderung, die NATO-Mitglieder mögen ihre Beiträge doch bitte auf bis zu fünf Prozent des BIP erhöhen und die europäischen Staaten mehr Verantwortung für die Verteidigung ihres Kontinents übernehmen, haben einige Länder bereits höhere Budgets angekündigt.
Polen: 3,8 % des BIP im Jahr 2023 (28,9 Mrd. Euro )
Polen investierte 2023 3,8 Prozent seines jährlichen BIP in die Verteidigung und ist damit im Verhältnis der größte Geldgeber der NATO.
Als Russland 2022 in Polens Nachbarland Ukraine einmarschierte, betrugen die Militärausgaben im Verhältnis zum BIP nur 2,2 Prozent. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski (im Bild links mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk) erklärte 2024 gegenüber Bloomberg Television, dass das Land 2025 den von Trump geforderten Fünf-Prozent-Wert erreichen werde. Auch das verdeutlicht die starke pro-ukrainische Haltung der polnischen Regierung gegen die russische Aggression.
Israel: 5,3 % des BIP im Jahr 2023 (25,1 Mrd. Euro)
Israels Invasion des Gazastreifens in Reaktion auf das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 wird das Land bis Ende dieses Jahres voraussichtlich rund 64 Milliarden Euro gekostet haben. Nach Angaben des israelischen Finanzministeriums waren es im Jahr 2024 allein 25,6 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: 2022 lagen die Ausgaben für die Verteidigung bei etwa 21,4 Milliarden Euro, was 4,5 Prozent des BIP entsprach. Der Krieg mit der Hamas – und in geringerem Maße auch der Konflikt mit der Hisbollah – belasten die öffentlichen Finanzen Israels stark. 2024 stieg das Budgetdefizit auf 6,9 Prozent an und die Staatsverschuldung liegt jetzt bei 69 Prozent des BIP.
Russland: 5,9 % des BIP im Jahr 2023 (99,7 Mrd. Euro)
Als die Invasion in der Ukraine 2023 in ihr zweites Jahr ging, stiegen die Militärausgaben Russlands sprunghaft an und erreichten geschätzte 99,7 Milliarden Euro oder 5,9 Prozent des russischen BIP. Nach einem weiteren Jahr Krieg sind die Kosten nur noch weiter gestiegen.
Die Verteidigungsausgaben des Landes werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 133 Milliarden Euro erreichen, was 6,3 Prozent des BIP entspricht. Präsident Wladimir Putin hat das Land auf eine Kriegswirtschaft umgestellt, was die Rüstungsindustrie auf Hochtouren laufen lässt. Befreundete Nationen wie China und Indien stützen die Wirtschaft des Landes durch den Kauf von russischem Öl und anderen natürlichen Ressourcen.
Saudi Arabien: 7,1 % des BIP im Jahr 2023 (69,3 Mrd. Euro)
Die Verteidigungsausgaben Saudi-Arabiens stiegen zwischen 2022 und 2023 geringfügig von 68,6 Milliarden Euro auf 69,3 Milliarden Euro. Deren Anteil am BIP sank damit aber von 7,4 auf 7,1 Prozent.
Das saudische Königreich, das im unter internationaler Beteiligung geführten Bürgerkrieg im Jemen eine Militärkoalition anführt, ist der größte Waffenkäufer im Nahen Osten und gibt insgesamt in der Region am meisten für das Militär aus. Für 2024 fuhr der Golfstaat seinen Verteidigungsetat um 3,9 Prozent nach oben, zweifellos als Reaktion auf die wachsende Instabilität in der Region. Zudem werden die Beziehungen zu China in diesem Bereich ausgebaut, das seinen Einfluss in der Region zum Nachteil der USA stärken möchte.
Ukraine: 36,7 % des BIP im Jahr 2023 (59,2 Mrd. Euro)
Unvorstellbares menschliches Leid, dazu die finanzielle Belastung – die Ukraine zahlt für den Einmarsch Russlands einen mehr als hohen Preis.
2023 musste das Land 36,7 Prozent seines BIP oder 59,2 Milliarden Euro in absoluten Zahlen für die Verteidigung seines Territoriums gegen Putins Truppen aufwenden. Trotz der Unterstützung durch westliche Verbündete könnte es durchaus sein, dass die Ukraine über kurz oder lang ihre Schulden nicht mehr bedienen kann. Während staatliche Gläubiger wie Großbritannien zugestimmt haben, Schuldenrückzahlungen bis 2027 auszusetzen, haben private Gläubiger, zu denen die US-Investmentfirmen BlackRock, Fidelity und PIMCO gehören, die Frist nicht so weit in die Zukunft verlängert.
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