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14 Prachtruinen in Deutschland und Europa – warum sie verfielen
Das sind Europas verlassene Prachtbauten
By Abi Harman · June 17, 2025
Originally published on lovePROPERTY
Einstige Architekturschätze des Kontinents
Von alten Schlossruinen in Deutschland bis hin zu einem ehemaligen Königspalast in Griechenland: Früher beeindruckten diese Bauten mit prunkvollen Turmzimmern und eleganten Eingangsportalen – heute stehen sie verlassen da. Warum wurden diese architektonischen Meisterwerke aufgegeben und werden sie jemals wieder restauriert?
Lesen Sie hier, welche Geheimnisse sich hinter den verwunschenen Prachtbauten Europas verbergen ...
Adaptiert von Stephanie Legler, Sandra Schröpfer und Jasmin Moore
Castillo Torre Salvana, Katalonien, Spanien
Die verlassene Ruine des Castillo Torre Salvana befindet sich in der Nähe von Barcelona in Spanien. Die große mittelalterliche Burg ist über 1.000 Jahre alt, doch sie steht trotz ihrer faszinierenden Geschichte heute leer und wurde dem Verfall überlassen.
Castillo Torre Salvana, Katalonien, Spanien
Die Burg wurde im 10. Jahrhundert erbaut und war vermutlich eine Verteidigungsanlage, die das Gebiet vor Angriffen schützen und den Verkehr über den nahe gelegenen Fluss Llobregat kontrollieren sollte.
Das ursprüngliche Gebäude bestand aus einem quadratischen Turm, der von einer Mauer umgeben war. Im Laufe der Zeit wurde die Festung jedoch mehrmals umgebaut und während des katalanischen Bürgerkriegs im Jahr 1224 teilweise zerstört.
Castillo Torre Salvana, Katalonien, Spanien
Warum die Festung schließlich aufgegeben wurde, ist unklar. Wahrscheinlich wurde sie einfach überflüssig. Die Burgruine ist heute jedoch ein beliebtes Ausflugsziel.
Viele Mauern sind im Laufe der Zeit verwittert, die Fenster längst verschwunden, und das Dach und die Innendecken fast vollständig verrottet. Das zweite Stockwerk ist noch intakt und bietet angeblich einen fantastischen Blick auf die umliegende Colonia Güell, eine eigens für die Arbeiter einer nahe gelegenen Textilfabrik errichtete Siedlung.
Castillo Torre Salvana, Katalonien, Spanien
In der Burg spukt es angeblich, und viele Besucher wollen Pferdegetrappel, Säbelrasseln, Kanonenschüsse, Schreie und Stimmen gehört haben.
Einige sollen sogar von unsichtbaren Wesen gepackt oder mit Steinen beworfen worden sein. Eine Anekdote berichtet von einem „schwarzen, dichten und zähen Rauch, der aus den Fenstern zu kommen schien“. Gruselig!
Château aus dem 18. Jahrhundert, Burgund, Frankreich
Dieses beeindruckende Château aus dem 18. Jahrhundert liegt umgeben von Wäldern und Flüssen in der Region Bresse im französischen Burgund, weniger als zwei Autostunden von Lyon und Dijon entfernt.
Das Anwesen umfasste früher zwei Nebengebäude, von denen eines erhalten geblieben ist.
Château aus dem 18. Jahrhundert, Burgund, Frankreich
Das verlassene Château wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wiederaufgebaut und besteht aus Ziegelsteinen auf einem Steinfundament. Der zentrale Teil wird von zwei symmetrischen Flügeln flankiert, die leicht vorstehen und von einem imposanten Dach gekrönt werden.
Über das Anwesen ist nicht viel bekannt. Immobilienmakler Patrice Besse vermutet, dass es nach der Französischen Revolution verlassen und bis Ende des 20. Jahrhunderts als Bauernhaus genutzt wurde.
Château aus dem 18. Jahrhundert, Burgund, Frankreich
Aufgrund der bis 1926 in Frankreich geltenden Steuer auf Türen und Fenster wurden zahlreiche Öffnungen im ersten Stock mit Ziegelsteinen zugemauert. Die Türen und Fenster im Erdgeschoss wurden verkleinert.
Das Innere erstreckt sich über 500 Quadratmeter und ist sehr baufällig. Dennoch lässt sich die einstige Pracht des Hauses anhand der markanten Eichentreppe, der erhaltenen Balkendecken, dem bemalten Fries, der Kamineinfassungen aus Gips und der Eichentüren erahnen.
Château aus dem 18. Jahrhundert, Burgund, Frankreich
Das Château erstreckt sich über drei Etagen und verfügt zudem über ein geräumiges Dachgeschoss, das einen Ausbau ermöglichen würde. Insgesamt hat es fünf Schlafzimmer und unzählige formale Räume, die darauf warten, gerettet zu werden.
Tatsächlich wurde das riesige Anwesen im Dezember 2024 für 650.000 Euro von Patrice Besse zum Verkauf angeboten.
Schloss Dönhoffstädt, Ermland-Masuren, Polen
Das Barockschloss Dönhoffstädt im Dorf Drogosze im Norden Polens ist von einer üppigen Parklandschaft umgeben und gilt als Prachtresidenz der Masuren.
Wegen der imposanten, klassizistischen Fassadenfront und der weitläufigen Parkanlage wurde das Anwesen auch als ostpreußisches Versailles bezeichnet. Der preußische Graf Bogislaw Friedrich von Dönnhoff ließ das Schloss Anfang des 18. Jahrhunderts erbauen, nachdem das ursprüngliche Renaissanceschloss abgebrannt war.
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Schloss Dönhoffstädt, Ermland-Masuren, Polen
Das neue Schloss wurde zwischen 1710 und 1714 erbaut und sollte der Sitz des Adelsgeschlechts Dönhoff werden – daher auch der Name.
Die Residenz sollte ein repräsentatives Meisterwerk werden und mit seinen über 365 Fenstern (eines für jeden Tag des Jahres) und 52 Zimmern (eines für jede Woche des Jahres) den Reichtum und die Macht der Familie demonstrieren. Darüber hinaus hat es 12 Schornsteine (einen für jeden Monat) und sieben Balkone (einen für jeden Wochentag).
Schloss Dönhoffstädt, Ermland-Masuren, Polen
Das Schloss war eine der größten Residenzen der Region und soll in seiner Blütezeit eine stattliche Anzahl von Gästen beherbergt haben, darunter den König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., und Napoleon Bonaparte.
Bis zum Zweiten Weltkrieg blieb das Schloss in Adelsbesitz. Bei Kriegsausbruch verließen die Bewohner das Anwesen, um sich an einem sichereren Ort niederzulassen. Nach Kriegsende wurde das Schloss als Sitz der sowjetischen Geheimpolizei genutzt.
Schloss Dönhoffstädt, Ermland-Masuren, Polen
In der Nachkriegszeit begann der Verfall des Schlosses. Es wurde Opfer von Plünderungen, bei denen viele Kunstgegenstände und Möbel aus dem wertvollen Inventar des Anwesens gestohlen oder zerstört wurden. Obwohl Teile des Anwesens – wie die hier abgebildete Familienkapelle – noch etwas von ihrem alten Glanz bewahrt haben, ist das Innere nur noch ein Schatten seiner einstigen Pracht.
In den 1990er-Jahren wurde das Schloss von einem privaten Käufer erworben. Soweit uns bekannt ist, wurden bislang keine größeren Renovierungsarbeiten durchgeführt.
Schloss Vitzenburg, Querfurt, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Dieses geheimnisvolle Schloss thront auf einem alten Weinberg in Sachsen-Anhalt, um den sich das Weinbaugebiet Saale-Unstrut erstreckt. So magisch die Neorenaissance-Architektur auch wirken mag, ist es doch ein Rätsel, warum das alte Gebäude dem Verfall überlassen wurde.
Die Grundmauern von Schloss Vitzenburg sollen bereits vor mehr als 1.000 Jahren gelegt worden sein, als damals an der Stelle eine Burg errichtet wurde, so die Historiker.
Schloss Vitzenburg, Querfurt, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Lange Zeit soll das Gebäude als Nonnenkloster genutzt worden sein. Im Zweiten Weltkrieg waren hinter den Mauern Geflüchtete untergebracht und später wurde es zu Bildungszwecken und als Jugendpsychiatrie genutzt.
Seit Jahrzehnten steht das Schloss allerdings leer, obwohl der Eigentümer Berichten zufolge nach einer Zwangsversteigerung 2004 gewechselt hatte.
Schloss Vitzenburg, Querfurt, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Als im 19. Jahrhundert noch die Grafen von der Schulenburg hier residierten, müssen in diesem Salon mit Wandvertäfelung und hoher Stuckdecke prächtige Feiern veranstaltet worden sein. Heute befindet sich das Schloss jedoch in einem schlechten Zustand. An der Decke sind deutliche Wasserschäden zu erkennen.
Schloss Vitzenburg, Querfurt, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Leider ist das Schloss heute für Besucher geschlossen, doch Bilder aus den leerstehenden Räumen lassen die einstige Pracht zum Teil noch gut erkennen.
2013 holte ein Filmteam den ehemaligen Adelssitz noch einmal aus seinem Dornröschenschlaf. Bis 2017 diente Schloss Vitzenburg als Kinokulisse für die „Bibi & Tina“-Filme.
Königsresidenz Tatoi, Parnitha-Gebirge, Griechenland
Tatoi war einst die Sommerresidenz der griechischen Königsfamilie, Vorfahren des verstorbenen Prinzen Philip, Prinzgemahl der verstorbenen britischen Königin Elisabeth II. Seit der Abschaffung der Monarchie in Griechenland im Jahr 1973 ist die Residenz verlassen.
König Georg I. kaufte das vier Hektar große Grundstück im Jahr 1872 mit seinem Privatvermögen aus Dänemark. Er wollte hier eine Sommerniederlassung für sich und seine Familie bauen.
Königsresidenz Tatoi, Parnitha-Gebirge, Griechenland
Das Anwesen liegt inmitten eines idyllischen, von Flüssen durchzogenen Waldstücks und ist Heimat zahlreicher einheimischer Wildtiere. Es umfasst Dienstwohnungen, Felder, Ställe und sogar eigene Bienenstöcke.
Die königliche Familie zog das beschauliche Refugium auf dem Land ihrem Hauptwohnsitz vor und machte es zu ihrer ständigen Niederlassung. Nach der Revolution von 1973 floh die griechische Adelsfamilie ins Exil. Der Palast und die Besitztümer der Familie gingen an den Staat über.
Königsresidenz Tatoi, Parnitha-Gebirge, Griechenland
Im Jahr 2004 führte das griechische Kulturministerium eine umfassende Bestandsaufnahme durch. Bis 2012 wurden über 17.000 Objekte erfasst, darunter wertvolle Antiquitäten, Kunstwerke und Kinderspielzeug. Bei der Inventarisierung wurde festgestellt, dass zwar etwa neun Frachtcontainer aus dem königlichen Nachlass fehlten, der Großteil des Besitzes jedoch erhalten blieb.
Im Jahr 2002 sprach der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte den ehemaligen Monarchen eine Entschädigung in Höhe von schätzungsweise einem Prozent des Nachlasswertes zu – insgesamt zwölf Millionen Euro.
Königsresidenz Tatoi, Parnitha-Gebirge, Griechenland
Die hübsche Palastruine wirkt, als sei sie vor Jahrzehnten in der Zeit eingefroren. Doch vielleicht wird ihr schon bald neues Leben eingehaucht. König Charles hat Berichten zufolge rund 14,7 Millionen Euro in das Anwesen investiert. Seine Stiftung „Princes Foundation“ will mit der griechischen Regierung zusammenarbeiten und Tatoi in ein Museum verwandeln. Mit dem Projekt will Charles III. ein Andenken an seinen Vater schaffen.
Im Juni 2024 wurde berichtet, dass die Renovierungsarbeiten gut voranschreiten und das Anwesen 2025 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.
Kasteel van Mesen, Lede, Belgien
Diese imposante Ruine mit dorischer Kolonnade und Balustrade, einem Giebel und einem großen Familienwappen gilt als eines der wichtigsten Werke des italienischen Architekten Giovanni Niccolò Servandoni.
Das Anfang des 17. Jahrhunderts errichtete Kasteel van Mesen im belgischen Lede gehörte bis ins 18. Jahrhundert der Adelsfamilie Bette. Später wurde es als Ginbrennerei, Tabak- und Zuckerfabrik genutzt, bis 1897 ein Internat in den Backsteinkomplex einzog.
Kasteel van Mesen, Lede, Belgien
Zu seiner Glanzzeit zählte das Kasteel van Mesen zu den prächtigsten Residenzen des belgischen Adels. Später, als das Schloss als Internat genutzt wurde, entstanden eine neugotische Kapelle und ein Pavillon als Anbauten.
Die Schule wurde 1970 geschlossen und das Kasteel begann zu verfallen. Das belgische Verteidigungsministerium, in dessen Besitz das Gebäude überging, hielt eine Restaurierung für zu teuer. Teile des Schlosses stürzten in den Jahren darauf ein und das Gebäude wurde Opfer von Vandalismus.
Kasteel van Mesen, Lede, Belgien
Zu dem Kasteel gehörte ein riesiges Parkgelände sowie mehrere Nebengebäude, darunter die Kapelle, eine Orangerie und mehrere Stallungen. Die Räume müssen einst prächtig eingerichtet gewesen sein, doch nach jahrelanger Vernachlässigung ist nichts weiter übrig als Staub und Schutt.
Auf diesem Bild sind nur noch Spuren der ursprünglichen Pracht dieses Korridors zu erkennen.
Kasteel van Mesen, Lede, Belgien
Das Kasteel war schließlich nichts weiter als eine verwitterte leere Hülle. Denkmalschützer, die sich für den Erhalt des Schlosses eingesetzt hatten, konnten sich allerdings nicht gegen die belgische Regierung durchsetzen, die das Gebäude 2010 abreißen ließ. Bis 2015 blieben einzelne Elemente vom Abriss verschont. Ein Jahr später stürzte der rechte Flügel aufgrund starker Windböen ein.
Ein kleiner Teil der Hauptfassade sowie die Grundmauern eines weiteren Trakts befinden sich heute in einem örtlichen Park (im Bild).
Cambusnethan House, Schottland, Großbritannien
Das Cambusnethan House im schottischen North Lanarkshire wurde 1819 für die Familie Lockhart von Castlehill erbaut und ist eines der letzten noch erhaltenen Beispiele neugotischer Herrenhäuser in Schottland.
Die Ruine versteckt sich hinter einem Wäldchen auf einem Hügel, auf dem einst ein normannischer Turm stand.
Cambusnethan House, Schottland, Großbritannien
In den 1970er-Jahren beherbergte das Herrenhaus ein Hotel, das mittelalterliche Bankette veranstaltete. Ein Brand im Jahr 1985 beschädigte das alte Gebäude jedoch schwer.
Der Scottish Civic Trust stuft die Ruine als gefährdet ein. Die früher hübsch angelegten Gärten ums Cambusnethan House sind heute verwildert. Die Natur dringt immer weiter ins Innere der verfallenen Ruine vor.
Cambusnethan House, Schottland, Großbritannien
Der gelbe Sandstein, aus dem das Herrenhaus errichtet wurde, hat schon bessere Zeiten erlebt. In den Räumen befanden sich früher verzierte Kamine, Holzschnitzereien und das Familienwappen – mit einem Sarg, einem Herz und einem Schloss – das in die Balustrade der Treppe eingraviert war.
Der Familienname Lockhart leitet sich von der Sage ab, dass die Vorfahren das Herz des gefallenen schottischen Königs Robert I. aus dem Heiligen Land zurück in die Heimat gebracht haben sollen.
Cambusnethan House, Schottland, Großbritannien
Vom Cambusnethan House steht heute nur noch das Mauerwerk. Dach und Fenster sind schon lange verschwunden.
Vandalen haben die Mauern mit Graffiti beschmiert und ein Teil des Gebäudes ist bereits eingestürzt. Wie lange die Ruine noch überdauern kann, ehe sie völlig einstürzt, ist ungewiss.
Schloss Pottendorf, Niederösterreich
Diese Ruine befindet sich im niederösterreichischen Pottendorf und ist von einem historischen Burggraben umgeben. Schloss Pottendorf wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut und im Laufe der Zeit mehrmals erweitert. Zuletzt war es im Besitz der Adelsfamilie Esterhazy.
Dank des Fotografen Chris von nocamerabag.com können wir einen Blick in die verlassene Schlossruine werfen.
Schloss Pottendorf, Niederösterreich
Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude als Lazarett für verwundete Soldaten der Luftwaffe genutzt. Nach Kriegsende verfiel das Schloss.
Das Schloss und der umliegende Park waren bis 2006 für die Öffentlichkeit gesperrt, bis die Gemeinde Pottendorf das Schloss erwarb, die Anlage renovierte und für Besucher zugänglich machte.
Schloss Pottendorf, Niederösterreich
Die Bilder zeigen das Schloss vor der Renovierung mit fehlendem Dach, Schutt auf dem Boden, bröckelndem Putz an den Wänden und Bäumen, die durch die leeren Fensterrahmen wachsen.
Schloss Pottendorf, Niederösterreich
Neuere Bilder zeigen, dass das Schloss zwar aufgeräumt wurde, aber immer noch eine Ruine ist. Besucher können das Gelände erkunden und die Ausmaße des einstigen Familiensitzes bewundern.
Château Miranda, Namur, Belgien
Dieses gotische Gemäuer wirkt nicht nur gruselig, es hat auch eine düstere Vergangenheit. Das Château Miranda im belgischen Ort Celles wurde 1866 vom englischen Architekten Edward Milner für die Familie Liedekerke-Beaufort entworfen.
Château Miranda, Namur, Belgien
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss von den Nazis besetzt, danach diente es als Waisenhaus und später wurde es zu einem Ferienlager umgebaut. Zuletzt wurde das Schloss als Schule genutzt, bevor es im Jahr 1991 aufgegeben wurde.
Château Miranda, Namur, Belgien
Das Bauwerk wurde 1995 von einem Brand heimgesucht und 2006 zerstörte ein ungewöhnlicher Sturm große Teile des Daches.
Ein Jahrzehnt später schien die Zukunft gesichert. Der Bauunternehmer Luc Lavroff wollte ein neues Kapitel in der Geschichte des Gebäudes aufschlagen und die gesamte Bausubstanz abtragen und in Spanien wieder aufbauen. Doch die Geschichte nahm kein glückliches Ende.
Château Miranda, Namur, Belgien
Luc Lavroff zog sich im Februar 2017 nach einer Krebsdiagnose aus dem Geschäft zurück. Das halb-abgerissene Gebäude kam in den Besitz des Abbruchunternehmens Castignetti.
Weil kein Käufer gefunden werden konnte, beschloss das Unternehmen den Abriss des Châteaus. Im Oktober desselben Jahres wurde es dem Erdboden gleich gemacht. Diese Fotos zeigen das Anwesen im Jahr 2014.
Kirby Hall, England, Großbritannien
Kirby Hall im englischen Northamptonshire zählte einmal zu den schönsten Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert des Landes. In dem alten Herrenhaus lebte damals der Lordkanzler von Königin Elizabeth I., Christopher Hatton.
Die prächtige Fassade wurde nach französischem Stil aus weißem Barnack-Stein gebaut. Doch leider steht es um das alte Gemäuer nicht sonderlich gut.
Kirby Hall, England, Großbritannien
Kirby Hall war der Sitz der Familie Hatton, bis das Anwesen 1764 an die Finch-Hattons überging. Im 19. Jahrhundert wurde es schließlich aufgegeben, als die Familie in ein zeitgemäßeres Gebäude umzog.
Die Jahre des Leerstands forderten ihren Tribut: Das Bleidach ist verschwunden, die Eichenholzvertäfelung wurde zur Verschönerung anderer Häuser ausgebaut und sogar die Mauersteine wurden schrittweise abgetragen, um damit Bauernhäuser und Straßen zu bauen.
Kirby Hall, England, Großbritannien
Obwohl die Grundmauern aus dem 16. Jahrhundert noch stehen, hat sich das Gesicht des Herrenhauses über die Jahrhunderte verändert. Es wurde erweitert und verschönert.
Neben dem großen Saal an der Südseite des Gebäudes verläuft ein Innenhof mit einer Reihe kleinerer Zimmer an der Ost- und Westseite. Diese stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und sind noch intakt.
Kirby Hall, England, Großbritannien
Das Herrenhaus und die dazugehörigen Gärten befinden sich heute im Besitz der Wohltätigkeitsorganisation English Heritage und sind jedes Wochenende für die Öffentlichkeit zugänglich.
Zwar hat Kirby Hall inzwischen als Wohnhaus ausgedient, doch seine jüngste Bekanntheit verdankt es den englischen Filmen „Mansfield Park“ und „A Christmas Carol – Die Nacht vor Weihnachten“ aus dem Jahr 1999, die in der Ruine gedreht wurden.
Castello di Sammezzano, Toskana, Italien
Verzierungen in Regenbogenfarben, Hufeisenbögen und Mosaiken verleihen diesem Palast einen maurischen Charakter. Doch steht der Palazzo Sammezzano nicht in Andalusien, sondern in der Toskana.
Das Gebäude wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von dem italienischen Adligen Ferdinando Panciatichi Ximenes d’Aragona gestaltet.
Castello di Sammezzano, Toskana, Italien
Die farbenfrohen Verzierungen sind zum Teil noch genauso makellos wie am Tag der Fertigstellung. Die Farben und herrlichen Muster strahlen geradezu, obwohl das Gebäude seit den 1990er-Jahren leer steht.
Allerdings wurde es nicht komplett aufgegeben. Wie könnte man ein so schönes Bauwerk auch einfach verfallen lassen?
Castello di Sammezzano, Toskana, Italien
In den 1990er-Jahren gehörte der Palazzo der italienisch-britischen Firma Sammezzano Castle, die daraus ein Luxushotel machen wollte.
Nach mehreren gescheiterten Versuchen, das Projekt zu finanzieren, kümmert sich nun die Organisation Save Sammezzano um den Erhalt des Gebäudes. Die Jahre der Vernachlässigung forderten jedoch ihren Tribut.
Castello di Sammezzano, Toskana, Italien
Das Schloss wurde bereits mehrfach zum Verkauf angeboten und versteigert. 2017 soll das Unternehmen Dubai Helitrope mit einem Gebot von 15,4 Millionen Euro den Zuschlag erhalten haben. Berichten zufolge war das Haus jedoch Ende 2018 für rund 17,6 Millionen Euro wieder auf dem Markt.
Es wurde wenig über das Anwesen berichtet, bis das Online-Magazin „Finestre sull'Arte“ im August 2024 ein Kaufangebot bekannt gab. Demnach hat eine florentinische Familie aus dem Hotel- und Kunstbereich das Gebäude erworben und plant eine umfassende Renovierung. Wir bleiben gespannt ...
Schloss Reinhardsbrunn, Thüringen, Deutschland
Dieses Märchenschloss im thüringischen Reinhardsbrunn wurde 1827 im sogenannten „englischen Stil“ als Sommerresidenz für den Herzog Ernest I. von Sachsen-Coburg und Gotha errichtet, dem Vater von Prinz Albert und späteren Schwiegervater der englischen Königin Victoria. An gleicher Stelle hatte zuvor ein Kloster aus dem 11. Jahrhundert gestanden.
Schloss Reinhardsbrunn, Thüringen, Deutschland
Schloss Reinhardsbrunn blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz der Familie von Prinz Albert, danach wurde das Haus Sachsen-Coburg und Gotha durch die sowjetische Besatzungsmacht enteignet. Die DDR-Regierung machte daraus ein Prunkhotel, vor allem für zahlungsfähige Gäste aus dem Westen.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Schloss 1992 unter Denkmalschutz gestellt. In den darauffolgenden Jahren wechselte es mehrmals den Eigentümer, worunter der Zustand des alten Gemäuers zu leiden hatte.
Schloss Reinhardsbrunn, Thüringen, Deutschland
2008 wurde Schloss Reinhardsbrunn von russischen Investoren gekauft, die das Denkmal jedoch immer weiter verfallen ließen. Der Freistaat Thüringen ergriff schließlich Maßnahmen zur Rettung des Schlosses.
Die Deckenmalereien und Stuckverzierungen in diesem Saal müssen früher ein prachtvoller Anblick gewesen sein, doch hat das Schloss seine Blütezeit lange hinter sich.
Schloss Reinhardsbrunn, Thüringen, Deutschland
Wie die „DW“ berichtete, erwarb der Staat das Schloss für den Preis von nur einem Euro. Zu diesem Zeitpunkt war das Anwesen mit einer Hypothek von angeblich neun Millionen Euro belastet. Der Staat wurde jedoch inzwischen von diesen Schulden befreit.
Derzeit wird das Gebäude renoviert und wird hoffentlich bald wieder in altem Glanz erstrahlen. Das Gelände kann bereits besichtigt werden, das Innere wird jedoch noch restauriert und ist der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich.
Villa de Vecchi, Cortenova, Italien
Östlich des Comer Sees befindet sich ein verfallenes Anwesen, das seit Jahrzehnten leer steht und zum Schauplatz von Schauergeschichten geworden ist. Die Villa de Vecchi, erbaut zwischen 1854 und 1857 als Sommerresidenz für den Grafen Felice de Vecchi, trägt den Ruf einer Geistervilla.
Schon kurz nach der Fertigstellung wurde die Villa von einer Reihe Unglücksfälle heimgesucht, worauf der unaufhaltsame Verfall des Hauses folgte.
Villa de Vecchi, Cortenova, Italien
In ihrer besten Zeit bot die Villa allen erdenklichen Komfort. Die moderne Heizung sorgte für wohlige Wärme, ein Springbrunnen plätscherte fröhlich und im Wohnzimmer thronte ein riesiger Kamin als gemütliches Herzstück.
Doch die einst prächtige Villa bietet heute ein trostloses Bild. Die Wände bröckeln, der Boden ist mit Schutt bedeckt und die einstmals kunstvollen Fresken und Friesen an den Wänden und Decken verblassen.
Villa de Vecchi, Cortenova, Italien
Die Villa birgt ein tragisches Schicksal: Familientragödien und der Tod des Grafen führten 1862 zu einem Wechsel des Besitzers.
Das Anwesen ging an Biagio, den Bruder des Grafen, über. Der Zweite Weltkrieg zwang Biagio zur Flucht, und seit den 1960er-Jahren steht die Villa leer.
Villa de Vecchi, Cortenova, Italien
Das Gebäude verfällt und wird mehr und mehr von Mutter Natur zurückerobert. Graffiti verunzieren die einst prächtigen Wände und Möbel wurden gestohlen oder von ungebetenen Besuchern zerstört.
Pałac w Dreżewie, Dreżewo, Polen
In der Woiwodschaft Westpommern, etwas abseits des Dorfes Dreżewo in Polen, steht ein geheimnisvolles Relikt aus einer vergangenen Zeit: ein verfallenes neugotisches Herrenhaus.
Erbaut im Jahr 1863, überlebte es in seiner ursprünglichen Form nur bis 1890, als ein verheerender Brand das Innere stark beschädigte.
Pałac w Dreżewie, Dreżewo, Polen
Das Schloss blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, geprägt von zahlreichen Besitzerwechseln. Die jeweiligen Eigentümer schienen stets bestrebt, den Palast schnellstmöglich weiterzugeben.
Das weitläufige Gelände diente zeitweise als Gestüt. Es gab auch Pläne für den Bau eines Windparks, die jedoch scheiterten.
Pałac w Dreżewie, Dreżewo, Polen
Der Brand hinterließ Spuren, aber der Wiederaufbau im neugotischen Stil verlieh dem Anwesen neuen Glanz. Der Turm, der am rechten Flügel ergänzt wurde, ist bis heute ein markantes Merkmal des Gebäudes.
Im Inneren zeugen hohe Decken, kunstvolle Stuckarbeiten und gewölbte Fenster von der einstigen Eleganz des Hauses. Obwohl der Putz durch Wasser und Fäulnis beschädigt ist, lassen die erhaltenen Details erahnen, wie prachtvoll die Räume ausgesehen haben müssen.
Pałac w Dreżewie, Dreżewo, Polen
Berichten zufolge erwarb der spanische Geschäftsmann Ricardo Crespo Fuster das Anwesen im Jahr 2006 und hatte große Ambitionen. Ein Hotel, ein Golfplatz und ein Freizeitzentrum sollten hier entstehen. Doch die Vision scheiterte.
Der aktuelle Besitzer des Anwesens ist unbekannt, es ist jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich.
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