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8 teure Großprojekte, die im Desaster endeten
Teure Großprojekte, die sich verzögern
By Daniel Coughlin · June 19, 2025
Originally published on loveMONEY
Zu teuer und zu spät
Großprojekte sind nie einfach umzusetzen – das verrät schon ihr Name. Es überrascht also kaum, dass viele dieser teuren Planungen verspätet fertiggestellt werden und das ursprünglich geplante Budget oft massiv überschreiten. Angesichts der hohen Inflation kann bereits die kleinste Verzögerung erhebliche Kosten nach sich ziehen, wie zahlreiche Megaprojekte weltweit am eigenen Leib erfahren mussten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Missmanagement, politische Streitigkeiten oder schlicht überambitionierte Vorhaben.
Von Kernkraftwerken bis zu Schnellbahnstrecken – entdecken Sie hier acht der teuersten Megaprojekte der Welt, die völlig aus dem Ruder gelaufen sind ...
Beträge in Fremdwährungen in Euro umgerechnet.
Adaptiert von Sophie Weissensteiner
Navi Mumbai International Airport, Indien
Dass der internationale Flughafen von Mumbai mit einem Entwurf des renommierten Architektur- und Designbüros Zaha Hadid Architects in neuem Glanz erstrahlen soll, steht bereits seit 1997 fest. Doch obwohl das Projekt 2008 grünes Licht erhielt, kommt es einfach nicht von der Stelle – vor allem auch wegen Streitigkeiten innerhalb der Regierung.
Es gab Meinungsverschiedenheiten über den Standort, Proteste von Anrainern und Bedenken hinsichtlich der ökologischen Auswirkungen des Flughafens – und das sind nur einige der Probleme, die das Projekt verzögert haben. Ein Streit zwischen dem Umwelt- und dem Zivilluftfahrtminister verschärfte die Situation zusätzlich.
Navi Mumbai International Airport, Indien
Im Februar 2018 wurden endlich die Fundamente gelegt, doch der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin für die erste Phase im April 2019 konnte nicht eingehalten werden.
Der Bundesstaat Maharashtra, in dem Mumbai liegt, hoffte auf den Abflug der ersten Maschine vom neuen Flughafen im Dezember 2020. Doch bis Ende 2019 hatte der Bau der Start- und Landebahn noch nicht einmal begonnen – ein Umstand, der durch die Weigerung der Anrainer, umzusiedeln, verschärft wurde.
Zusätzlich trugen finanzielle Probleme zur Verzögerung bei. Das ursprüngliche Budget von umgerechnet rund 666 Millionen Euro hat sich auf etwa 2 Milliarden Euro erhöht und somit mehr als verdreifacht.
Navi Mumbai International Airport, Indien
Auch die Corona-Pandemie trug zum Baustopp bei. Der damalige Geschäftsführer des Flughafens gab bekannt, dass sich das Megaprojekt weiter verzögern würde. Im November 2020 setzte der Ministerpräsident von Maharashtra den neuen Termin für die erste Phase auf Mai 2021 an und warnte, dass weitere Verzögerungen nicht toleriert werden würden. Der Flughafen sei entscheidend für künftige Investitionen in Indiens größter Stadt. Doch auch dieser Termin verstrich.
Im Oktober 2024 wurde bestätigt, dass der neue Flughafen in der ersten Hälfte des Jahres 2025 in Betrieb gehen werde – und damit fast drei Jahrzehnte, nachdem die ersten Pläne verkündet wurden. Die vollständige Fertigstellung des Flughafens wird jedoch nicht vor 2032 erwartet.
Stuttgart 21, Deutschland
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 sollte das regionale Bahnnetz in Baden-Württemberg modernisieren und wurde von Anfang an heftig diskutiert. Schon 1994 wurde es offiziell mit einem geschätzten Preis von 2,5 Milliarden Euro angekündigt, doch die Bauarbeiten begannen erst 2010.
Stuttgart 21, Deutschland
Auf einen neuen Bahnhof sowie mehrere Tunnel und rund 80 Kilometer neue Bahnstrecken wird seit Langem gewartet. Die Gründe für die Verzögerung reichen von unvorhersehbaren Kostensteigerungen bis hin zu Umweltauflagen – einschließlich der Umsiedlung von Tausenden Eidechsen im Jahr 2017.
Ursprünglich sollte das Projekt 2019 fertiggestellt werden, doch daraus wurde nichts. Auch die Kosten liefen völlig aus dem Ruder. Im Januar 2018 genehmigte die Deutsche Bahn einen Finanzierungsrahmen von 8,2 Milliarden Euro, was die ursprüngliche Schätzung um rund 5,7 Milliarden Euro weit überschritt. Diese Zahl wuchs aufgrund höherer Preise und unvorhergesehener geologischer Herausforderungen im Laufe der Zeit auf gut 9,2 Milliarden Euro.
Stuttgart 21, Deutschland
Im September 2023 erreichte Stuttgart 21 einen bedeutenden Meilenstein: Die letzten Tunnelbauarbeiten wurden abgeschlossen. Dennoch gab es weiterhin Unsicherheit darüber, ob das Großprojekt pünktlich bis Ende 2025 in Betrieb gehen würde. Im Juni 2024 verschob die Deutsche Bahn den Eröffnungstermin für den neuen Hauptbahnhof auf Dezember 2026 – und selbst dann wird das Projekt noch nicht vollständig abgeschlossen sein.
Die endgültigen Kosten für Stuttgart 21 werden mittlerweile auf über 11 Milliarden Euro geschätzt. Das Verwaltungsgericht Stuttgart entschied im Mai 2024, dass die Deutsche Bahn für die hohen Kostenüberschreitungen verantwortlich ist. Die Bahn hat gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt.
Hinkley Point C, Großbritannien
2016 genehmigte die britische Regierung den Bau des Kernkraftwerks Hinkley Point C im Südwesten Englands. Es ist nicht nur das erste Kernkraftwerk, das in Großbritannien seit fast 30 Jahren gebaut wird, sondern wohl auch das teuerste der Welt.
Denn das Budget dieses umstrittenen Megaprojekts ist im Laufe der Jahre ständig gestiegen. Im Jahr 2016 gab das britische Energieunternehmen EDF Energy bekannt, dass das Werk umgerechnet etwa 21,8 Milliarden Euro kosten würde. Diese Zahl wurde immer wieder nach oben korrigiert und einige der jüngsten Schätzungen liegen mittlerweile sogar bei bis zu 42,4 Milliarden Euro.
Hinkley Point C, Großbritannien
Neben den ständig steigenden Kosten liegt das Projekt auch weit hinter dem Zeitplan. Das Betonfundament des ersten Reaktors wurde im Juni 2019 fertiggestellt, während das Fundament des zweiten Reaktors planmäßig im Sommer 2020 abgeschlossen wurde. Doch im Januar 2021 gab EDF Energy bekannt, dass der erste Reaktor erst im Juni 2026 Strom erzeugen würde – sechs Monate später als ursprünglich vorgesehen.
Einige der Verzögerungen sind auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, als Abstandsregeln galten. Im Mai 2022 verschob EDF den Fertigstellungstermin auf 2027 und erklärte, dass Arbeitskräftemangel und Inflation Probleme bereiten würden.
Hinkley Point C, Großbritannien
Die letzten Offshore-Arbeiten fanden 2023 statt. Massive vertikale Schäfte wurden im Meeresboden installiert und eine 245 Tonnen schwere Stahlkuppel montiert, die den Reaktor abschließen soll – zwei wichtige Meilensteine. Doch das reicht nicht aus, um die neuen Fristen einzuhalten. EDF Energy geht nun davon aus, dass das Werk möglicherweise erst 2029 oder sogar erst 2031 in Betrieb gehen könnte.
Die endgültigen Kosten, die mittlerweile auf etwa 42,4 Milliarden Euro geschätzt werden, sind noch nicht final. Die Inflation ist dabei auch noch nicht berücksichtigt und könnte die Gesamtkosten wegen der Verzögerungen auf bis zu 55,8 Milliarden Euro treiben.
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Gulf Railway, Golfstaaten
Nach ihrer Fertigstellung soll die Eisenbahnlinie Gulf Rayway die sechs Mitgliedsstaaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) verbinden: die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Oman, Katar, Kuwait und Bahrain.
Ein ambitioniertes Projekt, denn die Gesamtstrecke soll dafür insgesamt 2.177 Kilometer umfassen und jedes Land ist für den Bau auf seinem eigenen Staatsgebiet verantwortlich. Die Pläne dazu wurden bereits 2009 genehmigt. Ursprünglich war eine Fertigstellung bis 2018 vorgesehen, mit geschätzten Kosten von umgerechnet knapp 13 Milliarden Euro. Dazu kam es jedoch nicht.
Gulf Railway, Golfstaaten
Bis 2016 hatten mehrere Golfstaaten die Bauarbeiten aufgrund der einbrechenden Ölpreise zwischen 2014 und 2015 ausgesetzt. Der damalige saudi-arabische Verkehrsminister erklärte zwar, dass ein großer Teil des Projekts bereits fertiggestellt sei, doch widersprüchliche Berichte legten nahe, dass der Bau in Wirklichkeit noch gar nicht begonnen hatte.
Gulf Railway, Golfstaaten
In manchen Regionen wurden die Investitionen fortgesetzt. Die Vereinigten Arabischen Emirate stellten beispielsweise eine 256 Kilometer lange Strecke zwischen Dubai und Abu Dhabi fertig. Schließlich nahm das Projekt 2022 wieder Fahrt auf, als Saudi-Arabien bekannt gab, bereits 200 Kilometer Schienen verlegt zu haben. Auch andere Länder widmeten sich erneut den gemeinsamen Plänen, sodass man sich auf eine Fertigstellung bis 2030 einigte. Im April 2023 erhielt Etihad Rail, ein gemeinsames Unternehmen von Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Zuschlag für den Bau einer 303 Kilometer langen Strecke zwischen Abu Dhabi und Sohar.
Die Gesamtbaukosten dieses Megaprojekts, die von den sechs Golfstaaten getragen werden, sind inzwischen auf umgerechnet 161 bis 241 Milliarden Euro gestiegen – mehr als das 15-Fache der ursprünglichen Schätzungen.
The Line, Saudi-Arabien
Von vielen wird es als das größte Bauprojekt der Welt bezeichnet, doch „The Line“ – das Herzstück des ehrgeizigen Neom-Städtebauprojekts in Saudi-Arabien – hat bereits mit den typischen Problemen von Megaprojekten zu kämpfen.
Mit einer Breite von 200 Metern und einer Höhe von 500 Metern soll sich die futuristische Stadt „The Line“ über 170 Kilometer durch die Wüste erstrecken. Um eine komplett nachhaltige Superstadt zu werden, sind die Fassaden aus verspiegeltem Glas mit integrierten Photovoltaikmodulen geplant. Das Projekt sieht vor, dass die Stadt ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben wird und komplett auf Autos verzichtet. Laut Plan könnten neun Millionen Menschen in dieser Stadt leben.
Das ambitionierte Bauprojekt erntete jedoch schnell Kritik.
The Line, Saudi-Arabien
Seit 2022 laufen Arbeiten zur Installation eines unterirdischen Transportsystems und zur Errichtung der Fundamente. Doch Experten bezweifeln die Realisierbarkeit. Ein zentrales Problem: Der Klimawandel macht die Region, in der Neom entstehen soll, zunehmend unbewohnbar. Eine riesige Metropole in einer so lebensfeindlichen Umgebung zu errichten, erscheint daher fragwürdig. Zudem existieren viele für das Projekt notwendige Technologien noch gar nicht oder wurden bislang noch nicht getestet.
Im Mai 2023 bezeichnete ein britischer Architekt, der am Neom-Projekt beteiligt ist, das geplante Ausmaß von „The Line“ gegenüber dem Online-Architekturmagazin „Dezeen“ als „etwas dumm und unrealistisch“. Seiner Einschätzung nach werde nur ein kleiner Teil des Projekts tatsächlich umgesetzt werden können.
The Line, Saudi-Arabien
Die Baukosten wurden offiziell nie bestätigt, doch Schätzungen schwanken zwischen umgerechnet 96 und etwa 964 Milliarden Euro.
Inzwischen hat Saudi-Arabien das Vorhaben stillschweigend heruntergeschraubt: Bis 2030 sollen lediglich 2,4 Kilometer fertiggestellt werden, mit Platz für weniger als 300.000 Einwohner – weniger als zwei Prozent der ursprünglich geplanten Stadt.
Neom, das Unternehmen hinter dem Megaprojekt, hält an der ersten Bauphase fest, doch Insider gehen mittlerweile von einem Preis von rund 1,9 Billionen Euro aus. Bislang wird das Projekt fast ausschließlich mit Staatsgeldern finanziert, da ausländische Investoren noch zögern.
California High-Speed Rail, USA
Seit den frühen 1980er-Jahren plant Kalifornien eine Hochgeschwindigkeitsbahn, die die größten Städte des US-Bundesstaates verbinden soll. In einem Referendum im Jahr 2008 stimmten Wähler und Wählerinnen einem Budget von umgerechnet etwa 9,6 Milliarden Euro für den Bau einer 1.287 Kilometer langen Bahnstrecke zu.
Versprochen wurde eine Fahrzeit von nur zwei Stunden und 40 Minuten zwischen Los Angeles und San Francisco. Die Gesamtkosten wurden dafür zunächst auf 38,5 Milliarden Euro geschätzt.
California High-Speed Rail, USA
Doch aufgrund von Protesten, Klagen und Planungsproblemen verzögerte sich das Projekt. Erst 2015 begannen die Bauarbeiten an einem 320 Kilometer langen Abschnitt – fast drei Jahre später als geplant.
Bis 2019 waren die Kosten auf umgerechnet etwa 74 Milliarden Euro gestiegen, als die Regierung von Präsident Donald Trump eine wichtige Finanzierung in Höhe von fast 962 Millionen Euro strich. Die Corona-Pandemie führte zu weiteren Budgetkürzungen. Mit der Wahl von Präsident Joe Biden im Jahr 2020 erhielt das Projekt erneut Unterstützung, doch die Kosten wuchsen weiter.
California High-Speed Rail, USA
Im Jahr 2022 veröffentlichte die zuständige Behörde California High Speed Rail Authority einen neuen Plan, der das Projekt auf nur 800 Kilometer reduzierte, bei Gesamtkosten von rund 101 Milliarden Euro. Ein Jahr später lag die Schätzung dann bereits bei ungefähr 123 Milliarden Euro.
Bis März 2024 rechnete man sogar mit Kosten von fast 130 Milliarden Euro, ein drastischer Anstieg gegenüber der ursprünglichen 38,5 Milliarden Euro.
HS2, Großbritannien
Die Schnellbahnstrecke High Speed 2 (HS2) wird derzeit in Großbritannien gebaut. Ursprünglich mit 530 Kilometern geplant, sollte sie London mit den größeren Städten in Nordengland, darunter Manchester und Birmingham, verbinden.
Die Pläne für das Projekt wurden erstmals 2009 präsentiert und die endgültige Strecke ein Jahr später festgelegt. Den Behörden zufolge sollte in der ersten Phase des Megaprojekts eine Verbindung geschaffen werden, die es Fahrgästen ermöglicht, in nur 52 Minuten von London nach Birmingham zu reisen, mit einer geplanten Inbetriebnahme bis 2026.
Doch mehr als ein Jahrzehnt nach der ersten Ankündigung ist das umgerechnet rund 40 Milliarden Euro teure Bahnprojekt noch weit davon entfernt ...
HS2, Großbritannien
Das umstrittene Megaprojekt stieß von Beginn an auf heftigen Widerstand – sowohl wegen seiner Umweltfolgen als auch aufgrund der enormen Kosten. Der Bau der Strecke bedeutete den Abriss von Wohnhäusern, die Umsiedelung von Unternehmen und die Abholzung alter Wälder, was immer wieder zu massiven Protesten führte und den Zeitplan weiter in die Länge zog.
Gleichzeitig schossen die Kosten in ungeahnte Höhen. Kaum einen Monat nach Baubeginn im Jahr 2020 musste das Budget bereits auf rund 128 Milliarden Euro aufgestockt werden. Als wäre das nicht Ärger genug, verschob sich auch die Fertigstellung der zweiten Phase auf frühestens 2040.
HS2, Großbritannien
Mittlerweile ist das Bahnprojekt massiven Kürzungen zum Opfer gefallen. Die ursprünglich geplante dritte Phase, die London mit der nordenglischen Stadt Leeds verbinden sollte, wurde vollständig gestrichen, um die Kosten doch bei etwa 116 Milliarden Euro zu halten. Im Oktober 2023 wurde dann auch der Abschnitt zwischen Birmingham und Manchester abgesagt. Ein Schritt, mit dem der damalige Premierminister Rishi Sunak Einsparungen von 43,6 Milliarden Euro rechtfertigte.
Die britische Zeitung „The Times“ berichtete, dass bereits um die 727 Millionen Euro für den Ankauf von Grundstücken entlang der inzwischen aufgegebenen Strecke ausgegeben wurden. Zudem brachte der aktuelle Jahresbericht zu HS2 weitere Zusatzkosten von 2,4 Milliarden Euro ans Licht, die durch Sunaks Entscheidung zur Reduzierung des Projekts entstanden sind.
Trotz der drastischen Kürzungen belaufen sich die Gesamtkosten nun immer noch auf rund 80 Milliarden Euro – damit hat sich das ursprüngliche Budget von 40 Milliarden Euro verdoppelt. Auch der Fertigstellungstermin rückt immer weiter in die Ferne: Statt 2026 wird die Bahnstrecke frühestens im nächsten Jahrzehnt vollständig betriebsbereit sein.
Kernreaktor Flamanville 3, Frankreich
Im Dezember 2007 begann der Bau eines neuen Reaktors im Kernkraftwerk Flamanville im Norden Frankreichs. Der Betreiber, die französische Elektrizitätsgesellschaft EDF, veranschlagte für das Projekt 3,3 Milliarden Euro und einen Zeitraum von 54 Monaten (vier Jahre und sechs Monate).
Laut Plan war eine gewerbliche Inbetriebnahme für 2012 vorgesehen. Doch zahlreiche Probleme – von Sicherheitsbedenken bis hin zu technischen Mängeln – verzögerten das Megaprojekt erheblich und erhöhten die Kosten um Milliarden.
Kernreaktor Flamanville 3, Frankreich
Ein ursprüngliches Dekret der französischen Regierung schrieb vor, dass die Beladung des neuen Reaktors mit Brennstoff innerhalb von 13 Jahren nach Baubeginn im Jahr 2007 abgeschlossen sein muss. Doch im März 2020 wurde ein neues Dekret veröffentlicht, das diese Frist bis April 2024 verlängerte.
Ursprünglich war geplant, den Reaktor bis Ende 2022 mit Brennstoff zu beladen. Dieser Termin konnte jedoch aufgrund fehlerhafter Schweißnähte und korrodierter Sicherheitsventile nicht eingehalten werden. Stattdessen begann EDF im Mai 2024 mit der Brennstoffbeladung, woraufhin eine monatelange Testphase folgte.
Kernreaktor Flamanville 3, Frankreich
Mit all diesen aufwendigen Reparaturen und Verzögerungen sind auch die Kosten erheblich gestiegen. Der Reaktor wird den französischen Energiekonzern nun voraussichtlich 13,2 Milliarden Euro kosten – fast 10 Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant. Mit zwölf Jahren Verspätung wurde das Kraftwerk im Dezember 2024 in Betrieb genommen.
Allerdings ist noch einmal ein längerer Stillstand des Kraftwerksblockes vorgesehen, da im Jahr 2026 ein Reaktor-Bauteil ausgetauscht werden muss.
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