loveinc A world of stories
Search Latest Most Read Editor's Picks Archive About
DE
US UK DE

loveMONEY

Deutschland mit Rekordschulden – wie hoch ist die Last wirklich?

Diese großen Nationen stecken tief in den roten Zahlen

By Daniel Coughlin · October 12, 2025

Originally published on loveMONEY

Gallery View
Share
Follow
27 slides 15 min read
Sean Gallup/Getty Images

Staatshaushalte in den roten Zahlen

Die globale Staatsverschuldung hat erstmals die Rekordmarke von 100 Billionen US-Dollar überschritten. Oder anders ausgedrückt: Die Regierungen dieser Welt stehen insgesamt mit umgerechnet fast 85 Billionen Euro in den Miesen. Vor dem Hintergrund zunehmender Verteidigungsausgaben und steigender Zöllen leihen sich Länder trotz hoher Zinssätze immer mehr Geld.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat davor gewarnt, dass die Staatsverschuldung aller Länder – derzeit bei 95,1 Prozent – bis 2030 auf 100 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) ansteigen wird. Individuell haben viele Länder diese alarmierende Schwelle bereits hinter sich gelassen.

Von der geringsten bis zur höchsten: Hier finden Sie die aktuellen Schuldenquoten der 25 führenden Volkswirtschaften der Welt – und erfahren, wo Deutschland steht.

Adaptiert von Barbara Geier

sweet_tomato/Shutterstock

Was ist die Schuldenquote und warum ist sie wichtig?

ALEXANDER KAZAKOV/POOL/AFP via Getty Images

Russland: 21,4 % des BIP

Russlands Staatsverschuldung ist im weltweiten Vergleich sehr niedrig. Die Tendenz der Schuldenquote zeigt aber nach oben. 

Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 konzentrierte sich Russland darauf, seine Wirtschaft vor Sanktionen zu schützen und die Auslandsverschuldung durch strikte fiskalische und monetäre Disziplin zu minimieren. Dabei halfen die hohen Öl- und Gaseinnahmen und Putin konnte so den Einmarsch in die Ukraine 2022 finanzieren. 

Inzwischen steckt die russische Wirtschaft allerdings in großen Schwierigkeiten: Die anhaltenden Militärausgaben fressen die Erlöse auf, die mit fossilen Brennstoffen erzielt werden, und das Regime muss hohe Kredite aufnehmen. Da Russland von den internationalen Märkten weitgehend abgeschnitten ist, bleiben in erster Linie Inlandskredite als zunehmend strapazierte Rettungsleine.

Naruto4836/Shutterstock

Taiwan: 24 % des BIP

Taiwan hat seine Schuldenquote von 39,2 Prozent im Jahr 2012 auf 24 Prozent gesenkt. Die taiwanesische Regierung ist stolz auf diese Haushaltsdisziplin. Eine maximale Schuldenquote von 40,6 Prozent des BIP ist sogar gesetzlich verankert. Einige Experten mahnen jedoch an, dass der Fokus auf die Reduzierung der Staatsverschuldung zu Lasten wichtiger Militärausgaben gehe – insbesondere angesichts der anhaltenden Bedrohung, die von China ausgeht.

In Zukunft dürfte der starke taiwanesische Dollar die Schuldenquote weiter senken, da somit der Wert der in Fremdwährungen gehaltenen Verbindlichkeiten kleiner wird. Dies könnte sich jedoch durch ein langsameres Wachstum ausgleichen, wenn taiwanesische Exporte weniger wettbewerbsfähig werden.

Kaveh Kazemi/Getty Images

Türkei: 26,7 % des BIP

Die Türkei hat im internationalen Vergleich eine niedrige Staatsschuldenquote. Von der Zahl darf man sich aber nicht täuschen lassen: Da ein Großteil der Schulden in Fremdwährung aufgenommen wurde, ist das Land anfällig für Wechselkursschwankungen und Inflation. Diese Probleme plagen die türkische Wirtschaft schon lange.

Zudem hält auch der private Sektor des Landes erhebliche Schulden in Fremdwährung. Dies erhöht die Anfälligkeit der Türkei für externe finanzielle Risiken. Die Verschuldung der Privathaushalte im Verhältnis zum BIP ist mit nur 11,3 Prozent dagegen niedrig.

ChristianLphoto/Shutterstock

Schweden: 33,7 % des BIP

Nach einer schweren Finanzkrise in den 1990er-Jahren macht sich Schweden daran, seine Staatsverschuldung abzubauen. Dafür kürzten aufeinanderfolgende Regierungen die Sozialleistungen, erhöhten Steuern und implementierten Privatisierungsprogramme. Zudem wurden Ersparnisse der staatlichen Rentenversicherung eingesetzt, um Verbindlichkeiten abzubauen.

Mithilfe dieser Maßnahmen gelang es, den Schuldenstand von über 80 Prozent des BIP auf heute etwa ein Drittel des BIP zu senken. Die schwedischen Staatsfinanzen sind sogar so solide, dass der IWF vorschlägt, die strengen Haushaltsregeln zu lockern und öffentliche Investitionen anzukurbeln.

KARIM SAHIB/AFP via Getty Images

Saudi-Arabien: 34,8 % des BIP

Saudi-Arabiens Schuldenquote in Prozent des BIP ist im weltweiten Vergleich niedrig. Die 34,8 Prozent müssen jedoch auch in Beziehung zum Schuldenstand im Jahr 2014 gesetzt werden. Damals lag die Schuldenquote bei nur 1,5 Prozent, da die Staatskassen mit den Einnahmen aus dem Ölhandel überquollen.

Die Preise für den fossilen Brennstoff sind inzwischen gefallen, und da die saudische Regierung gleichzeitig ihr „Vision 2030“-Programm zur Diversifizierung der Wirtschaft auf Pump finanziert, ist die Verschuldung in die Höhe gegangen. Im vergangenen Jahr war Saudi-Arabien unter den Schwellenländern der größte Emittent von Schuldtiteln. Dank seiner soliden Haushaltslage, die viel Spielraum bietet, kann sich das Land dies aber durchaus leisten.

Bumble Dee/Shutterstock

Schweiz: 36,9 % des BIP

Die sparsame Schweizer Regierung hat eine Aversion gegen rote Zahlen. 2003 wurde eine strenge Schuldenbremse eingeführt. Die damalige Staatsschuldenquote von 56,9 Prozent konnte auf heute 36,9 Prozent gesenkt werden. 

Den Preis für die Einschränkung öffentlicher Ausgaben zahlen die Schweizer Privathaushalte, die viel stärker belastet sind, als beispielsweise in Deutschland. Gekoppelt mit anderen Faktoren wie den hohen Immobilienpreisen hat dies dazu geführt, dass private Haushalte in der Schweiz mit 128 % des BIP so hoch verschuldet sind wie in keinem anderen Land auf der Welt.

YASUYOSHI CHIBA/AFP via Getty Images

Indonesien: 41 % des BIP

Die indonesische Regierung ist gesetzlich verpflichtet, die Staatsschuldenquote unter 60 Prozent zu halten. Der aktuelle Wert von 41 Prozent ist zwar höher als die 30,6 Prozent vor der Pandemie, liegt aber immer noch im grünen Bereich. Ein Schuldenstand von um die 40 Prozent des BIP gilt traditionell als Idealwert für ein Schwellenland, obwohl es hier in den letzten Jahren Expertenstimmen gab, die dies infrage stellen.

Die neue Regierung des Präsidenten Prabowo Subianto ist auf jeden Fall der Meinung, dass das Land mehr Schulden verkraften kann. Daher wurde ein umfangreiches öffentliches Ausgabenprogramm auf den Weg gebracht, das größtenteils mit Auslandskrediten finanziert wird.

My Eyes4u/Shutterstock

Niederlande: 43,3 % des BIP

Für Industrieländer gilt eine Schuldenquote von 60 Prozent typischerweise als Maßstab für gesunde öffentliche Finanzen. Wie der gerade zitierte Wert von 40 Prozent für Schwellenländer wird aber auch die Marke für hochentwickelte Länder seit einigen Jahren zunehmend infrage gestellt. Die von der EU im Maastricht-Vertrag als Verschuldungsobergrenze festgelegten 60 Prozent werden von vielen Mitgliedstaaten nicht eingehalten. Stattdessen liegt die durchschnittliche Staatsschuldenquote in der EU bei stolzen 83,6 Prozent. 

Die Niederlande – genau wie Schweden – halten die Schwelle jedoch ein und bleiben mit 43,3 Prozent bequem unter der 60-Prozent-Grenze. Der niederländische Schuldenstand im Verhältnis zum BIP ist damit auf seinem fast niedrigsten Niveau der letzten 30 Jahre. Dafür hat die Regierung gesorgt, indem die Ausgaben unter den Staatseinnahmen gehalten werden und der Fokus auf den Schuldenabbau immer im Mittelpunkt steht.

Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann klicken Sie oben auf Daumen hoch und folgen Sie uns für weitere loveMONEY-Themen

SAEED KHAN/AFP via Getty Images

Australien: 50,9 % des BIP

Australiens Schuldenquote ist zwar nach wie vor niedrig. Im Vergleich zu den späten Nullerjahren, als sie bei etwa zehn Prozent lag, ist der Wert allerdings sprunghaft gestiegen. In australischen Medien wurde unter Berufung auf OECD-Daten berichtet, dass die Staatsschuldenquote in den letzten zwei Jahrzehnten in keinem anderen Industrieland so stark nach oben ging wie in Australien.

Diese Entwicklung setzt die Regierung unter Druck, die öffentlichen Ausgaben einzuschränken, um künftige Generationen nicht zu überbelasten. Wenig beruhigend ist zudem, dass der prozentuale Anteil der Privatverschuldung am australischen BIP bei 112 Prozent liegt – das ist der zweithöchste Wert weltweit.

VittoriaChe/Shutterstock

Südkorea: 54,5 % des BIP

In Südkorea hat sich die Schuldenquote seit 2005 mehr als verdoppelt. Obwohl die Staatsverschuldung mit 54,5 Prozent weiterhin unter Kontrolle ist, sind Privathaushalte extrem stark verschuldet. Dasselbe gilt für südkoreanische Unternehmen.

Wenn man all das kombiniert, beläuft sich die Gesamtverschuldung Südkoreas auf das Zweieinhalbfache des BIP. Das ist weltweit einer der höchsten Werte. Solch eine Schuldenlast kommt umso mehr zum Tragen, wenn eine Bevölkerung – wie in Südkorea – schnell altert und es daher fraglich ist, wie die Verbindlichkeiten in Zukunft zurückgezahlt werden sollen.

YURI CORTEZ/AFP via Getty Images

Mexiko: 60,7 % des BIP

Mexikos Schuldenstand im Verhältnis zum BIP ist in den letzten Jahrzehnten erheblich gewachsen. Die im vergangenen Jahr gewählte Präsidentin Claudia Sheinbaum und die Morena-Regierungspartei haben von der Vorgängerregierung ein erhebliches Haushaltsdefizit geerbt, das großen Infrastrukturprojekten geschuldet ist.

Ungeachtet der mit den Trump-Zöllen verbundenen Belastung konzentriert sich die Regierung darauf, die Staatsverschuldung unter Kontrolle zu bringen – und hat versprochen, das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr deutlich zu verringern.

Sean Gallup/Getty Images

Polen: 60,7 % des BIP

Polens Staatsverschuldung erreichte 2024 einen Rekordwert von zwei Billionen Zloty (rund 470 Milliarden Euro). Grund: Die Regierung investierte angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland massiv in Infrastruktur und Verteidigung.

Die Politik steht nun unter Druck, die Ausgaben zurückzufahren und Steuern zu erhöhen. Das Haushaltsdefizit ist in die Höhe geschossen und der Schuldenstand hat die von der EU und der polnischen Verfassung festgelegte Grenze von 60 Prozent des BIP überschritten.

Sean Gallup/Getty Images

Deutschland: 65,4 % des BIP

Mit den steigenden öffentlichen Ausgaben geht auch die deutsche Schuldenquote nach oben. Im März hat der Bundestag grünes Licht für Schulden in Höhe von 500 Milliarden Euro für Infrastrukturmaßnahmen gegeben und die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben ausgesetzt. Seitdem debattieren Ökonomen darüber, wie kritisch die wachsende Staatsverschuldung zu sehen ist und welche Werte in Zukunft möglicherweise erreicht werden.

Während einige von einer moderaten Erhöhung ausgehen, entwerfen andere Szenarien, bei denen es in Richtung 90 oder sogar 100 Prozent Verschuldung im Verhältnis zum BIP geht. Ein Blick in die nicht allzu ferne Vergangenheit zeigt, dass Deutschland auch mit einer höheren Schuldenquote durchaus umgehen kann. So lag die Staatsverschuldung laut Eurostat im Jahr 2010 bei 81 Prozent und konnte in den Folgejahren abgebaut werden.

FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images

Argentinien: 73,1 % des BIP

Seit Argentinien 2023 Javier Milei zum Präsidenten gewählt hat, musste sich das als finanzielles Sorgenkind bekannte Land drastischen Wirtschaftsreformen unterziehen. Die argentinische Schuldenquote ist infolge von 155,4 Prozent im Jahr 2023 auf inzwischen 73,1 Prozent gesunken. Dahinter steht eine Schocktherapie, die einen hohen sozialen Preis hat.

Trotz seines Versprechens, die Kreditaufnahme der Regierung einzuschränken, stimmte Milei im April einem Rettungspaket des IWF in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar (knapp 17 Milliarden Euro) zu. Damit verschuldet sich Argentinien noch mehr bei der Organisation. Bereits zuvor hatten die Verbindlichkeiten fünf Prozent seines BIP ausgemacht – und zumindest kurzfristig sollte dieser Schritt auch die Schuldenquote des Landes erhöhen.

INDRANIL MUKHERJEE/AFP via Getty Images

Indien: 80,4 % des BIP

Die Kombination aus einer florierenden Wirtschaft und umsichtigen Finanzpolitik hat in Indien die Schuldenquote von ihrem Höchststand von 88,4 Prozent im Jahr 2020 auf 80,4 Prozent sinken lassen. Der Wert ist auf einem guten Weg zu seinem Vor-Pandemie-Stand von 75 Prozent zurückzukehren.

Im Februar kündigte die Regierung einen Fahrplan an, um den Schuldenstand des Bundes bis 2031 von 57,1 auf 50 Prozent des BIP zu senken.

EVARISTO SA/AFP via Getty Images

Brasilien: 92 % des BIP

Nachdem die Schuldenquote nach der Pandemie zunächst nach unten gegangen war, steigt sie seit 2023 wieder an. Getrieben wird dieser Trend von den großzügigen Ausgaben des Präsidenten Lula da Silva für Sozialprogramme. 

Da die Zinssätze hartnäckig hoch bleiben, wird die Verschuldung des Landes zunehmend untragbar. Eine Schuldenkrise könnte bevorstehen. Dazu eine weitere Zahl: Brasilien wendet über acht Prozent seines BIP auf, um allein die Zinsen für seine Staatsschulden zu zahlen. Das ist mehr als jedes andere Land, für das der IWF entsprechende Daten erfasst.

STR/AFP via Getty Images

China: 96,3 % des BIP

Von jahrzehntelangem Wachstum zur gegenwärtigen Wirtschaftsflaute: Die chinesische Regierung nimmt gerade hohe Kredite auf, um sich aus der Krise zu finanzieren. Es gibt Pläne, die Schulden langfristig von 370 Milliarden US-Dollar (etwa 313 Milliarden Euro) auf 2,1 Billionen US-Dollar (1,7 Billionen Euro) zu erhöhen. 

Damit soll das Wachstum angekurbelt werden, um wiederum die Staatsverschuldung zu senken. Viele halten dies für eine äußerst riskante Strategie. Die Verschuldung des Landes im Verhältnis zum BIP ist damit auf 96,3 Prozent gestiegen – ein erheblicher Sprung von den 88,3 Prozent im letzten Jahr und krasser Gegensatz zu den 25,9 Prozent von 2005.

David Ramos/Getty Images

Spanien: 100,6 % des BIP

Der spanische Staat hat im vergangenen Jahr erheblich mehr Kredite aufgenommen und mehr ausgegeben. Das geschah nicht zuletzt vor dem Hintergrund der verheerenden Überschwemmungen in Valencia im Oktober 2024 (Bild). Dennoch ist die Schuldenquote des Landes zurückgegangen, da die Wirtschaft im Vergleich zum Anstieg der Staatsverschuldung mehr gewachsen ist.

Die aktuelle Schuldenquote von 100,6 Prozent liegt unter dem Pandemie-Höchststand von 119,2 Prozent im Jahr 2020. Prognosen zufolge soll der Wert bis 2030 auf 93 Prozent sinken.

R Stone/Shutterstock

Großbritannien: 103,9 % des BIP

In Großbritannien wird das Gegenteil erwartet: Die Schuldenquote des Landes soll in den nächsten Jahren schleichend ansteigen und zum Ende des Jahrzehnts bei 106,1 Prozent liegen. Das wäre ein historischer Höchststand, den es seit den 1950er-Jahren nicht mehr gegeben hat. Damals erholte sich Großbritannien noch von den Folgen des Zweiten Weltkriegs.

Der IWF warnt, dass die hohe britische Staatsverschuldung das Wirtschaftswachstum beeinträchtigt und das Land äußerst anfällig für plötzliche Schocks machen könnte – was vor allem daran liegt, dass ein beträchtlicher Teil der britischen Staatsanleihen inzwischen von risikobehafteten Hedgefonds sowie ausländischen Investoren gehalten wird.

Thierry Monasse/Getty Images

Belgien: 106,4 % des BIP

Belgien ist eines der sieben Mitgliedsländer, gegen die die EU-Kommission letztes Jahr ein Strafverfahren wegen zu hoher Neuverschuldung eingeleitet hat.

Auch die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sprach eine düstere Warnung aus: Wenn künftige belgische Regierungen die ausufernden Kreditaufnahmen und Ausgaben nicht einschränken, könnte die derzeitige Staatsschuldenquote von 106,4 Prozent bis 2050 auf 200 Prozent steigen.

Thierry Monasse/Getty Images

Kanada: 112,5 % des BIP

Die Schuldenquote Kanadas liegt dieses Jahr bei 112,5 Prozent. 2024 waren es noch 110,8 Prozent. Experten schlagen angesichts dieser wachsenden Schuldenlast Alarm.

Die neue Regierung unter Premier Mark Carney geht das Problem der Staatsverschuldung, die durch die sehr hoch verschuldeten Privathaushalte noch verstärkt wird, mit dem Ansatz „Ausgeben statt Sparen“ an. Will heißen: Kanadas Schuldenlast soll reduziert werden, indem das Wirtschaftswachstum durch höhere Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung angekurbelt wird.

Alexandros Michailidis/Shutterstock

Frankreich: 116,3 % des BIP

Wie Belgien gehört auch Frankreich zu den EU-Mitgliedstaaten, die von der EU-Kommission einen „Blauen Brief“ wegen ihres übermäßigen Haushaltsdefizits erhalten haben. Das Land hat einen traditionell großzügigen Wohlfahrtsstaat, und Reformen, die auf eine Kürzung der öffentlichen Ausgaben abzielen, lassen sich gegen die protestfreudige französische Bevölkerung nur schwer durchsetzen. Das macht den Schuldenabbau für die Regierung schwer.

Ergriffene Maßnahmen wie eine Haushaltskürzung um rund 4,2 Milliarden Euro werden kaum etwas bewirken, denn die Schulden Frankreichs belaufen sich auf die schwindelerregende Summe von etwa 3,2 Billionen Euro. Allein die Zinszahlungen sind höher als der gesamte französische Verteidigungs- und Bildungshaushalt.

Kevin Dietsch/Getty Images

USA: 122,5 % des BIP

Apropos schwindelerregend – im Vergleich zum öffentlichen Schuldenberg der USA sind die 3,2 Billionen Euro in Frankreich geradezu „bescheiden“. Der US-amerikanische Staat hat Verbindlichkeiten in Höhe von 36,2 Billionen US-Dollar (mehr als 30 Billionen Euro). Das ist doppelt so viel wie die Schuldensumme des Zweitplatzierten China. Zur Einordnung: Die Zinszahlungen allein übersteigen die Ausgaben der Regierung für die Verteidigung und das staatliche Krankenversicherungsprogramm Medicare für Menschen ab 65.

Die amerikanische Schuldenquote von 122,5 Prozent wird von nicht wenigen als unhaltbar angesehen. Sparen ist angesagt und Präsident Donald Trumps DOGE-Initiative (Department of Government Efficiency) zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung der Regierung ist eine der Maßnahmen, um die Staatsausgaben zu senken. Viel gebracht hat das Ganze bisher allerdings nicht – außer dass sich Trump und der ehemalige „DOGE-Aufseher“ Elon Musk heillos zerstritten haben. 

Im Widerspruch zu den Sparbemühungen wurde zudem Anfang Juli vom Senat das von Trump eingebrachte Gesetz über Steuererleichterungen und Ausgabenkürzungen mit knapper Mehrheit verabschiedet. Das als „One Big Beautiful Bill Act“ bekannte Paket würde laut einer Analyse des amerikanischen Congressional Budget Office das Defizit bis zum Ende dieses Jahrzehnts um fast 3,3 Billionen US-Dollar (etwa 2,8 Billionen Euro) erhöhen.

FILIPPO MONTEFORTE/AFP via Getty Images

Italien: 137,3 % des BIP

Der italienische Staat Italien ertrinkt geradezu in seinen Schulden und scheint gleichzeitig nicht davon abzukommen, sich noch mehr Geld zu leihen. Das ist auf Dauer nicht nur unhaltbar für das Land selbst, sondern belastet auch die gesamte Eurozone. Italien muss dringend seine Schulden abbauen und gehört – kaum überraschend – zu den sieben Ländern, gegen die ein Strafverfahren der EU-Kommission läuft. 

Doch statt nach unten entwickelt sich der italienische Schuldenstand von derzeit 137,3 Prozent des BIP angesichts stagnierenden Wachstums in die andere Richtung. Dies dürfte Käufer italienischer Anleihen abschrecken, was im Ergebnis die Kreditkosten der Regierung weiter in die Höhe treibt und die Schuldenspirale des Landes verschlimmert.

Richard Skinner/Alamy

Japan: 234,9 % des BIP

Japans Schuldenstand im Verhältnis zum BIP ist der höchste der Welt und beträgt kaum vorstellbare 234,9 Prozent des BIP. Eine derartige Verschuldung wäre für viele Länder katastrophal. Nicht so für Japan, das von den großen Ratingagenturen als ein Land mit guter Kreditwürdigkeit bewertet wird. 

Der Grund? Japans Schulden werden größtenteils in Inlandskrediten in der Landeswährung Yen gehalten, die selbst eine führende Reservewährung ist. Die im weltweiten Vergleich sehr niedrigen Zinssätze helfen dabei, die Verbindlichkeiten unter Kontrolle zu halten, und die Regierung verfügt zudem über umfangreiche Währungsreserven und Vermögenswerte.

Nichtsdestotrotz, ob die hohen Schulden langfristig tragbar sind, ist fraglich: Die Bevölkerung Japans altert rapide, was steigende Sozialkosten, eine schrumpfende Steuerbasis und damit Auswirkungen auf die Wirtschaft mit sich bringt.

Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann klicken Sie oben auf Daumen hoch und folgen Sie uns für weitere loveMONEY-Themen

The Love Inc Weekly

Get this week's biggest stories

Hand-picked every Thursday from loveMONEY, loveFOOD, lovePROPERTY and loveEXPLORING.

  • 100% free
  • No spam, ever
  • Join 1M+ readers

love inc.

This week's biggest stories

1m+ follow love Inc.

Most popular this week
loveMONEY loveFOOD lovePROPERTY loveEXPLORING

Related reads

Back home
Das ist die Familie von Bruce Springsteen – so reich ist sie wirklich

loveMONEY

Das ist die Familie von Bruce Springsteen – so reich ist sie wirklich

Danielle McAdam May 30, 2026

Das ist aus dem Jackson-Clan geworden – und so reich ist die Familie heute

loveMONEY

Das ist aus dem Jackson-Clan geworden – und so reich ist die Familie heute

Danielle McAdam Aug 12, 2024

Deutschland-Urlaub: Die idyllischsten Strecken für einen Roadtrip

loveEXPLORING

Deutschland-Urlaub: Die idyllischsten Strecken für einen Roadtrip

loveEXPLORING-Team Aug 4, 2023

Diese 47 unterschätzten Städte können locker mit Paris, Rom und Co. mithalten

loveEXPLORING

Diese 47 unterschätzten Städte können locker mit Paris, Rom und Co. mithalten

Rachel Truman Apr 18, 2025

Rote Zahlen: Das sind die wohlhabendsten Länder mit der größten Staatsverschuldung

loveMONEY

Rote Zahlen: Das sind die wohlhabendsten Länder mit der größten Staatsverschuldung

loveMONEY-Team Nov 17, 2023

Von Mississippi bis Graceland – die Häuser von Elvis Presley

lovePROPERTY

Von Mississippi bis Graceland – die Häuser von Elvis Presley

Susan Springate Oct 15, 2026

Love Everything?

Explore more topics from our expert writers, from money and food to travel and home.

loveMONEY loveFOOD loveEXPLORING lovePROPERTY

Copyright © loveINC. All rights reserved.

About Contact Terms of use Privacy policy Disclaimer

We use analytics cookies to understand how visitors use loveINC and improve the site. We don't use any advertising cookies. See our privacy policy for details.