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28 legendäre Sportstätten, die heute zu Ruinen verkommen – auch in Deutschland

Sportstätten, die zu Ruinen wurden

By Richard Jones · October 6, 2025

Originally published on loveEXPLORING

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29 slides 15 min read
Soccrates Images/Getty Images

Hier jubelt längst niemand mehr

Ob Fußballspiele, Olympiaden oder Konzerte – Sportstätten leben von den Menschen, die dort zusammenkommen. Aber für jede schicke neue Mehrzweckarena gibt es einen desolat verfallenen Bau mit einer glorreichen Geschichte, der jetzt völlig leer steht. Schlechte Planung, wirtschaftliche Probleme oder der Umzug von dort angesiedelten Sportteams sind nur einige der Gründe, warum Sportstätten aufgegeben werden.

Hier sehen Sie einige der größten und berühmtesten Arenen der Welt, die heute zu Ruinen verfallen – auch in Deutschland ...

Adaptiert von Barbara Geier und Rebecca Andel

ELVIS BARUKCIC/AFP via Getty Images

Olympische Schanzenanlage Igman (Sarajewo, Bosnien und Herzegowina)

Während der Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajewo strömten 90.000 Zuschauer zu den Skisprungschanzen (auch Malo Polje genannt) am Berg Igman, wo die finnische Skisprung-Ikone Matti Nykanen mit einem 116-Meter-Sprung einen Weltrekord aufstellte. Nach dem Ende der Spiele verfielen die Schanzen jedoch zunehmend und seit 1984 wurden dort keine offiziellen Wettkämpfe mehr ausgetragen.

Während des Bosnienkriegs in den 1990er-Jahren geriet die Anlage in die Schusslinie, und was heute noch steht, ist voller Einschusslöcher, Unkraut und Graffiti.

STR/AFP via Getty Images

Guangzhou Evergrande Stadion (Guangzhou, China)

Im April 2020 begann der ehemalige chinesische Super-League-Klub Guangzhou FC mit dem Bau eines Stadions mit 100.000 Plätzen, für das zwölf Milliarden Yuan (rund 1,4 Milliarden Euro) veranschlagt waren. Die Evergrande Group, einer der größten Immobilienentwickler Chinas und Eigentümer des Klubs, verschuldete sich jedoch in Milliardenhöhe und ging bankrott.

Das Stadion wurde im November 2021 von der chinesischen Regierung beschlagnahmt. 2022 wurde das Projekt vollständig gestoppt. Die Bauarbeiten wurden im März 2024 wieder aufgenommen, mit einer geplanten Fertigstellung der Arena bis Ende 2025.

Preto Perola/Shutterstock

Das Kolosseum (Rom, Italien)

Das berühmteste verlassene Stadion aller Zeiten ist sicher das Amphitheatrum Flavium, das heute Kolosseum genannt wird. Es ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen weltweit und eine der größten architektonischen Leistungen der Geschichte.

Das Kolosseum wurde zwischen 70 und 80 n. Chr. erbaut und setzte als Symbol des kaiserlichen Roms einen neuen Standard für Stadien. Früher fanden hier Gladiatorenkämpfe, Theateraufführungen, Tierjagden, Seeschlachten und Hinrichtungen statt.

Obwohl es im Laufe der Jahrhunderte durch Erdbeben und Steindiebe beschädigt wurde, bietet das bröckelnde Kolosseum nach wie vor einen sensationellen Anblick.

Erin Paul Donovan/Alamy

Nansen-Skisprungschanze (Milan, New Hampshire, USA)

Die Nansen-Skisprungschanze war der ganze Stolz der kleinen Stadt Milan im US-Bundesstaat New Hampshire. Bei ihrem Bau 1936 war sie die größte Skisprungschanze im Osten der USA, auf der sogar Olympioniken trainierten. Seit 1988 wird die Schanze nicht mehr genutzt und steht als gigantische Betonstruktur in der Landschaft – deshalb nennt man sie den „Schlafenden Riesen“.

Nach umfangreichen Sanierungs- und Reparaturarbeiten, die von Red Bull finanziert wurden, rauschte die ehemalige amerikanische Skispringerin Sarah Hendrickson 2017 wieder von der Schanze. Inzwischen wurde die Anlage als schützenswert in das „National Register of Historic Places“ (auf Deutsch: das nationale Denkmalverzeichnis) eingetragen und es gibt Bemühungen, sie wieder in Betrieb zu nehmen.

Jiri Moravec/Alamy

Strahov-Stadion (Prag, Tschechien)

Das Strahov-Stadion in Prag wurde 1926 als Arena für Turnerinnen und Turner erbaut und war damals mit einer Kapazität von 250.000 Zuschauern das größte Stadion der Welt. Sein Spielfeld ist dreimal so lang und dreimal so breit wie ein normales Fußballfeld.

Seit 2019 hat hier jedoch kein Wettkampf mehr stattgefunden. Die Tribünen und Stehplatzbereiche liegen verlassen und sind mit Unkraut überwuchert. Auf dem Spielfeld trainiert zumindest der lokale Fußballverein Sparta Prag.

Prag bewarb sich um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2016 in der Hoffnung, damit das baufällige Stadion – das übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört – sanieren zu können. Aus diesen Plänen wurde jedoch nichts.

Milos Bicanski/Getty Images

Kanu-/Kajak-Slalomstrecke im Elliniko Olympic Complex (Athen, Griechenland)

Als Athen den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2004 erhielt, war ganz Griechenland begeistert, dass die Spiele zum ersten Mal seit 1896 wieder im Ursprungsland der Olympiade stattfinden würden. Der dafür errichtete Elliniko Olympic Complex bestand aus fünf Veranstaltungsstätten: einer Indoor-Halle, Baseball- und Hockey-Zentren, einem Softball-Stadion und einer Kanu-/Kajak-Slalomstrecke.

Letztere verfügte über Wettkampf- und Trainingsstrecken sowie einen Aufwärmsee. Die Anlage bot Platz für 7.600 Zuschauer und war einzigartig, da die Athleten hier statt in Süßwasser in Salzwasser antraten.

Heute sind von der Anlage nur noch trockengelegte, rissige Betonbecken übrig, umgeben von wucherndem Unkraut. Statt Wassersportlern nutzen jetzt Skateboarder das Areal.

Associated Press/Alamy

Miami Marine Stadion (Miami, Florida, USA)

Das Miami Marine Stadium liegt auf der Insel Virginia Key, einem Stadtteil von Miami. Es wurde 1963 für Motorbootrennen gebaut, entwickelte sich aber schnell zu einem beliebten Veranstaltungsort für Boxkämpfe und Konzerte. Die Sportstätte war sogar im Elvis-Presley-Film „Nur nicht Millionär sein“ zu sehen. Doch nach den Verwüstungen durch Hurrikan Andrew im Jahr 1992 wurde sie als einsturzgefährdet eingestuft.

Heute sind es vor allem Graffiti-Künstler, die das Stadion besuchen. 2018 wurde es in das US-Denkmalverzeichnis aufgenommen – und Anfang 2025 wurde bekannt gegeben, dass die historische Arena wiederbelebt werden soll.

Simona Donkova/Alamy

Linnahall (Tallinn, Estland)

Die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau wurden von 67 Ländern boykottiert – entsprechend wenig Publikum fand sich dort ein. Die Sowjetunion baute dennoch mehrere neue Stadien wie die Multifunktionshalle Linnahall in der Stadt Tallinn, wo die olympischen Segelwettbewerbe stattfanden.

Zum Gebäude gehörten auch eine Eissporthalle und ein Konzertsaal, die jedoch beide 2009 bzw. 2010 geschlossen wurden. Seitdem haben Unkraut und Graffiti dort das Kommando übernommen. Im Jahr 2019 nutzte der Regisseur Christopher Nolan das Gebäude jedoch als Kulisse für die Dreharbeiten zu „Tenet“.

Evanonthegc/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0

Softball-Stadion im Elliniko Olympic Complex (Athen, Griechenland)

Seit den Olympischen Sommerspielen 2004 wurde auf diesem komplett mit Unkraut überwucherten Feld kein Softball mehr gespielt.

Die Baseball-Variante ist in Griechenland zwar nicht sehr populär, aber der Hauptgrund für den Verfall des Stadions, das 3.400 Zuschauer fasst, ist ein anderer: Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes im Jahr 2009 im Rahmen der Eurokrise war einfach kein Geld mehr da für seinen Erhalt – ein Schicksal, das auch viele andere griechische Sportstätten ereilte.

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Athanasios Gioumpasis/Getty Images

Stadion von Delphi (Delphi, Griechenland)

Das Stadion von Delphi stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und ist das am besten erhaltene antike Stadion in Griechenland. In seiner Blütezeit jubelten hier 6.500 Zuschauer. Es war Schauplatz von Leichtathletikveranstaltungen und musikalischen Festivitäten.

Bis zu seiner Aufgabe im Jahr 394 n. Chr. wurde das Stadion mehrfach renoviert. Heute liegt es verlassen da und wurde in der Vergangenheit höchstens als Weide genutzt.

ELVIS BARUKCIC/AFP via Getty Images

Olympische Bob- und Rodelbahn (Sarajewo, Bosnien und Herzegowina)

Diese Bob- und Rennrodelbahn liegt auf dem Berg Trebevic mit Blick auf Sarajewo. Während der Olympischen Winterspiele 1984 verfolgten dort rund 50.000 Zuschauer die Wettkämpfe. Bis zum Kriegsausbruch 1991 fanden auf der Bahn noch internationale Wettkämpfe statt.

Während der Belagerung von Sarajewo wurde die Anlage beschädigt, da sie von bosnisch-serbischen Truppen als Artilleriestellung genutzt wurde. Immer wieder gab es Gespräche über eine mögliche Instandsetzung, um das Rennrodeln in die Balkanstaaten zurückzubringen – passiert ist bislang jedoch nichts.

Michael Heiman/Getty Images

Trampolino Italia (Cortina d'Ampezzo, Italien)

Bereits 1923 entstand die hölzerne Franchetti-Schanze – benannt nach dem großzügigen Spender, Baron Franchetti. Für die Olympischen Winterspiele 1956 wurde sie umfassend modernisiert und durch die innovative Nachfolgeschanze Trampolino Italia ersetzt. Während auf der ursprünglichen Schanze Sprünge von bis zu 40 Metern möglich waren, erreichten die Athleten nach dem Umbau Distanzen von bis zu 80 Metern.

1990 verlor das Trampolino Italia seine offizielle Zulassung und wurde seither nicht mehr genutzt. Doch es gibt erfreuliche Nachrichten: Für die Olympischen Winterspiele 2026 wird die Schanze derzeit renoviert. Vielleicht kommt sie Ihnen sogar bekannt vor – sie war 1981 im Film „James Bond 007 – In tödlicher Mission“ zu sehen.

Cavan Images/Alamy

Stadion Za Lužánkami (Brünn, Tschechien)

Das 1953 eröffnete Fußballstadion Za Lužánkami mit 50.000 Zuschauerplätzen war früher das Heimstadion des FC Zbrojovka Brünn. Seit 2001 liegt die Spielstätte brach, nachdem der Fußballverein umziehen musste. Der Grund: Die Anlage entsprach nicht mehr den FIFA-Normen.

In den Folgejahren verfiel das Stadion zusehends, bis der frühere Kapitän des FC Zbrojovka Brünn, Petr Švancara, es 2015 gemeinsam mit Fans und Sponsoren von Sträuchern und Büschen befreien ließ – nur um dort sein Abschiedsspiel zu bestreiten. Zwar trainiert der Jugendverein des Klubs in der Nähe, doch das alte Stadion ist inzwischen wieder überwuchert und wartet auf seinen Abriss.

Frederique Voisin-Demery/Wikimedia Commons/CC BY 2.0

Olympische Skisprungschanze (Grenoble, Frankreich)

Während der Olympischen Winterspiele 1968 in Grenoble fasste diese beeindruckende Anlage des deutschen Architekten Heini Klopfer in Saint-Nizier-du-Moucherotte 50.000 Zuschauer.

Im Gegensatz zu anderen Ex-Olympia-Schanzen in Italien und Sarajevo gab es in Frankreich bisher keine Versuche, die Anlage wiederzubeleben. Das mag auch mit ihrer Lage im Südosten Frankreichs in einer kleinen Gemeinde mit nur 1.000 Einwohnern zu tun haben, in die sich nur selten Touristen verirren.

JOHN WESSELS/AFP via Getty Images

Stierkampfarena (Luanda, Angola)

Um die Ecke einer verstopften Straße in der angolanischen Hauptstadt Luanda, findet sich – teilweise verdeckt von Geschäften und Essensständen – eine Erinnerung an die koloniale Vergangenheit des Landes.

Bis Mitte der 1970er-Jahre drängten sich die Stadtbewohner auf den 20.000 Plätzen des hier zu sehenden Stadions, um Stierkämpfe zu sehen, die von den portugiesischen Kolonialherren in das afrikanische Land eingeführt worden waren. Heute sind die Sandarena und Tribünen mit Müll übersät.

NHAC NGUYEN/AFP via Getty Images

Hanoi Street Circuit (Hanoi, Vietnam)

Der Hanoi Street Circuit war als erste große internationale Formel-1-Rennstrecke im kommunistisch kontrollierten Vietnam geplant und orientierte sich an den Strecken in Monaco, Suzuka und Sepang. Da der Grand Prix 2020 wegen der Pandemie abgesagt werden musste, fiel ihr Debüt erstmal ins Wasser.

Und auch seither hat sich nichts mehr getan: Für die Rennen der folgenden Saisons wurde die Strecke nicht mehr berücksichtigt – unter anderem, weil ein wichtiger Befürworter des Projekts, der frühere Bürgermeister Nguyen Duc Chung, verhaftet wurde.

Die 680 Millionen US-Dollar (rund 579 Millionen Euro) teure Formel-1-Strecke diente an Silvester 2022 lediglich als Kulisse für eine Honda-Werbeveranstaltung. Seitdem wuchert auf dem verlassenen Gelände langsam das Unkraut.

Darren Heath/Getty Images

Rennstrecke Reims-Gueux (Gueux, Frankreich)

Die Rennstrecke Reims-Gueux in der Champagne wurde 1926 als zweiter Austragungsort des Grand Prix de la Marne eröffnet und war für ihren Dreieckskurs sowie ihre Kurven und Höhenunterschiede bekannt.

Fast ein halbes Jahrhundert nach ihrer Eröffnung wurde die einst hochmoderne Rennstrecke, die sich aus öffentlichen Landstraßen zusammensetzte, als veraltet und sogar gefährlich eingestuft. Das letzte Rennen fand hier am 11. Juni 1972 statt. Heute erinnern das ehemalige Zeitnehmergebäude und die Anzeigetafel an eine vergangene Ära.

Dayow/Shutterstock

Plaza de Toros Stierkampfarena (Teneriffa, Spanien)

In der Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Stierkampfarena von Santa Cruz auf Teneriffa, entworfen vom spanischen Architekten Antonio Pintor Ocete, fand im Dezember 1983 der letzte Stierkampf statt. Nachdem Stierkämpfe 1991 auf den Kanarischen Inseln vollständig verboten wurden, diente die Arena bis 2003 nur noch als Veranstaltungsort für Karneval, Box- und Ringkämpfe sowie Konzerte.

Inzwischen laufen Gespräche über eine neue Nutzung der traditionsreichen Arena. Schon bald könnte hier also wieder Leben einkehren.

Maja Hitij/Getty Images

Schwimmbad im Olympischen Dorf Berlin (Elstal, Deutschland)

Die Olympischen Sommerspiele 1936 gelten als die umstrittensten der Geschichte, da sie von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken missbraucht wurden. Das Olympia-Schwimmstadion, eine für die Spiele gebaute Wassersportanlage, wird weiterhin unter dem Namen „Sommerbad Olympiastadion“ als öffentliches Bad genutzt.

Viele andere olympische Einrichtungen aus jener Zeit in Berlin liegen heute brach. Dazu gehören auch die ehemaligen Athletenunterkünfte, in denen einst rund 4.000 Sportler unterkamen – darunter der vierfache US-Goldmedaillengewinner Jesse Owens.

Der hier zu sehende Pool ist auch Teil des Olympischen Dorfs Berlin im brandenburgischen Elstal knapp 20 Kilometer westlich des Berliner Olympiastadions. Ein Teil des Geländes wurde als Wohngebiet erschlossen, der Rest verwittert und verrostet.

Media Drum World/Alamy

Brandon Stadium (Coventry, Großbritannien)

Diese Stadionruine steht in der Nähe der britischen Stadt Coventry und war bis 2016 die Heimat des Motorrad-Speedway-Teams Coventry Bees, das damals seinen Rennbetrieb dort einstellte. Fast acht Jahre später wurden Pläne, das Gelände abzureißen und dort Wohnhäuser sowie einen Fußballplatz mit einem Pavillon zu bauen, von einem Bauprüfer abgelehnt. Zuvor hatten sich Speedway-Fans lautstark gegen die Abrisspläne ausgesprochen.

Mittlerweile ist das Stadion fast ein Jahrhundert alt und in einem desolaten Zustand. Es wurde mehrfach durch Brände beschädigt – darunter ein Brandanschlag im Jahr 2022, der erhebliche Schäden verursachte.

Lalupa/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0

Stadio Flaminio (Rom, Italien)

Das Stadio Flaminio in der italienischen Hauptstadt war im Laufe der Jahre Schauplatz vieler wichtiger Sportereignisse, doch heute gleicht es einer Ruine. Die Sportstätte wurde ursprünglich als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 1960 erbaut. In der Saison 1989/90 trugen die lokalen Fußballmannschaften AS Rom und Lazio Rom dort ihre Heimspiele aus, als das Olympiastadion renoviert wurde.

Zwischen 2000 und 2011 fanden zudem alle Heimspiele der italienischen Rugby-Nationalmannschaft im Stadion Flaminio statt und sogar Konzerte von Michael Jackson und David Bowie. Seit 2011 ist die Anlage mit 30.000 Zuschauerplätzen nun ungenutzt und verfällt zunehmend.

Jonathan Moscrop/Getty Images

Millmoor-Fußballstadion (Rotherham, Großbritannien)

Auch wenn Rotherham United FC 2012 in das moderne New York Stadium umzog, hat das alte Millmoor-Stadion für viele Fans noch immer einen besonderen Stellenwert. Trotz dessen wurde das Stadion lange Zeit sich selbst überlassen – mit überwucherten Rängen, Graffiti an den Wänden, zerbrochenen Sitzen und einem ausgetrockneten Spielfeld.

Genutzt wird das Stadion dennoch seit einigen Jahren von lokalen Jugendmannschaften – und einem Schrotthändler für die Lagerung und Demontage von Eisenbahnwaggons. Im Oktober 2024 durften Fans das Stadion erstmals wieder besuchen, das Spielfeld betreten und ehemalige Klublegenden treffen. Millmoor könnte also doch noch eine Zukunft als Ort für die lokale Gemeinschaft haben.

Sipa US/Alamy

Houston Astrodome (Houston, Texas, USA)

Bei seiner Eröffnung im Jahr 1965 wurde das Harris County Domed Stadium, so der ursprüngliche Name, als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Das weltweit erste Mehrzweck-Sportstadion mit einem Kuppeldach war das Heimstadion der Houston Astros in der MLB (Major League Baseball), der Houston Oilers in der NFL (National Football League) und eine Zeit lang in den 1970er-Jahren auch der Houston Rockets in der NBA (National Basketball Association). Der Houston Astrodome war auch die erste große Sportstätte, die mit Kunstrasen ausgestattet wurde.

Als 2002 nebenan das neue moderne NRG-Stadion eröffnet wurde, waren die Tage des Astrodome als Ort sportlicher Heldentaten gezählt. 2005 war es noch einmal im Einsatz, als 25.000 Menschen nach dem verheerenden Hurrikan Katrina dort kurzzeitig eine Unterkunft fanden. Danach wurden Teile des Stadions abgerissen.

Quintin Soloviev/Wikimedia Commons/CC BY 4.0

Aloha Stadium (Hawaii, USA)

Das größte Stadion in Hawaii befindet sich auf der Insel Oʻahu. Es diente dem American-Football-Team der University of Hawaiʻi Rainbow Warriors als Heimstätte und war Austragungsort einiger wichtiger Spiele im College-Football sowie des Pro Bowl, dem All-Star-Spiel der nordamerikanischen NFL.

Aufgrund von Wartungsproblemen wurde der Betrieb des Stadions im Dezember 2020 dann eingestellt. Der Abriss wird voraussichtlich 2026 abgeschlossen sein. In Zukunft soll es durch das 25.000 Plätze fassende Mehrzweckstadion New Aloha Stadium und ein Unterhaltungsviertel ersetzt werden.

PAUL ELLIS/AFP via Getty Images

Casement Park (Belfast, Nordirland)

Das nach dem irischen Revolutionär Roger Casement benannte Stadion Casement Park im Westen Belfasts war als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaft 2028 im Gespräch, die von den vier Landesteilen des Vereinigten Königreichs – England, Wales, Schottland und Nordirland – sowie der Republik Irland gemeinsam ausgetragen wird.

Berichten zufolge könnten die Renovierungskosten jedoch auf bis zu 400 Millionen Pfund (rund 459 Millionen Euro) steigen – ein Grund dafür, dass das Stadion letztlich von der Liste der Spielorte gestrichen wurde.

Trotz dieses Rückschlags halten sowohl die Gaelic Athletic Association (GAA) als auch die irische Regierung an der geplanten Modernisierung fest. Im Juni 2025 wurde bekannt, dass die Regierung 50 Millionen Pfund (rund 57 Millionen Euro) zum Projekt beisteuern wird.

ANGELOS TZORTZINIS/AFP via Getty Images

Olympia-Komplex Faliro (Paleo Faliro, Griechenland)

Der Faliro Coastal Zone Olympic Complex liegt etwa 24 Kilometer südwestlich von Athen. In dem Stadion für 9.600 Zuschauer fanden 2004 die olympischen Handball-, Beachvolleyball-, Volleyball- und Taekwondowettbewerbe statt. In den letzten 20 Jahren wurde es nur wenig genutzt.

Die Anlage steht sinnbildlich für die verpasste Chance Griechenlands, aus dem Erbe der Olympischen Spiele Nutzen zu ziehen. Trotzdem gibt es inzwischen Pläne, sie wiederzubeleben.

Luca Babini/Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0

Unvollendetes Polo-Stadion (Giarre, Sizilien, Italien)

Das kleine Küstenstädtchen Giarre an den Hängen des Ätna beherbergt eine ganze Sammlung halbfertiger und verlassener Großbauten. Eines davon ist dieses unvollendete Sportstadion, das 1985 für 20.000 Zuschauer konzipiert wurde und kurioserweise als Polosportplatz dienen sollte, obwohl das Interesse an Polo auf der italienischen Insel eher gering ist.

Die Einheimischen spielen jetzt Fußball auf dem kahlen Rasen und Jogger traben über die verrottende Bahn.

Soccrates Images/Getty Images

Nou Mestalla (Valencia, Spanien)

Mitte der Nullerjahre wollte sich der spanische Fußballklub FC Valencia, beflügelt von den Titelgewinnen in der La Liga in den Jahren 2002 und 2004, ein brandneues Stadion bauen. Das über 360 Millionen Euro teure Nou Mestalla sollte die neue Heimat des Klubs werden.

Wegen finanzieller Probleme kam das 2007 gestartete Projekt jedoch zum Stillstand. Jahrelang lag das unfertige Stadion dann brach und verfiel immer mehr – bis im Januar 2025 die Bauarbeiten wieder aufgenommen wurden. Der Klub strebt nun eine Fertigstellung bis zum Sommer 2027 an.

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