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10 Länder, die Millionäre verlieren – und wohin die Reichen lieber ziehen

Zu- und Abwanderung internationaler Superreicher im Ranking

By Alice Cattley · November 6, 2025

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leonello calvetti/Alamy Stock Photo

Zu- und Abwanderung der Finanzelite

Aktuelle Studien zeigen, dass die Superreichen dieser Welt mobiler sind als je zuvor. Viele der sogenannten „High Net Worth Individuals“ (HNWI) mit einem investierbaren Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar (rund 860.000 Euro) verlassen ihre Heimatländer und nutzen die Möglichkeiten, die offene Volkswirtschaften, mobiles digitales Arbeiten und Goldenes-Visum-Programme bieten, mit denen man sich das Recht auf einen Wohnsitz via Investitionen erkaufen kann.

Das britische Beratungsunternehmen für Investitionsmigration, Henley & Partners, prognostiziert in seinem „Henley Private Wealth Migration Report 2025“, welche Länder im Jahresverlauf den höchsten Zuzug an vermögenden Privatpersonen verzeichnen und aus welchen Ländern die meisten wegziehen werden.

Sehen Sie hier die zehn Top-Länder in jeder Kategorie und die Gründe für die Zu- bzw. Abwanderung.

Adaptiert von Barbara Geier

Leah-Anne Thompson/Shutterstock

10. Australien – Zuzug: 1.000 Millionäre

Australien war kurzzeitig das weltweit beliebteste Ziel für Millionäre: 2019 lockte es 12.000 dieser Spezies an. Laut Henley & Partners ist die Zahl der HNWI, die 2025 erwartet werden, zwar hoch, liegt aber deutlich unter dem Niveau der 2010er-Jahre, als Australien jedes Jahr rund 5.000 vermögende Privatpersonen willkommen hieß.

Das Land hat seinen wohlhabenden Neuankömmlingen weiterhin viel zu bieten und gilt allgemein als politisch stabil, mit einer guten Gesundheitsversorgung und niedrigen Kriminalitätsrate. Erbschaftssteuer gibt es auch keine. Die Abschaffung des Goldenen-Visum-Programms im Januar 2024 könnte jedoch einige potenzielle Investitionsmigranten verprellen. Seit 2012 wurden auf dessen Basis Tausende von Visa ausgestellt, von denen etwa 85 Prozent an wohlhabende chinesische Bürger gingen.

Aqnus Febriyant/Shutterstock

10. Kanada – Zuzug: 1.000 Millionäre

Kanada ist seit langem eines der beliebtesten Länder bei vermögenden Privatpersonen, insbesondere aus Europa und Asien. Laut einer Analyse aus dem Jahr 2018 machen Aspekte wie die liberale Wirtschaft, das stabile Rechtssystem und saubere Straßen das Land besonders attraktiv für chinesische Einwanderer.

Für dieses Jahr werden – genau wie für Australien – allerdings nur 1.000 neue Millionärsankömmlinge prognostiziert. Das ist die niedrigste Nettozuzugsrate, seit diese Zahlen erhoben werden, und könnte darauf hindeuten, dass die Attraktivität des Landes nachlässt. Eine Umfrage des kanadischen Finanzberatungsunternehmens Arton Capital hat zudem ergeben, dass die Zahl der kanadischen Millionäre, die das Land verlassen wollen, in den letzten vier Jahren um 28 Prozent gestiegen ist.

Kirk Fisher/Shutterstock

8. Griechenland – Zuzug: 1.200 Millionäre

Für 2024 hatte Henley & Partners einen Zuzug von 1.200 millionenschweren Migranten nach Griechenland prognostiziert – eine Vorhersage, die auch für 2025 beibehalten wird. Das überrascht, wenn man bedenkt, dass es Superreiche meist in Länder mit einer starken Wirtschaft zieht. Griechenland dagegen kämpft seit 2007 mit einem steigenden Schuldenberg und leidet unter den damit in Verbindung stehenden Sparmaßnahmen. Laut Angaben der Datenbank World Population Review hat Griechenland die sechsthöchste Schuldenquote der Welt.

Trotz all dessen ist das Land dank seines Goldenen-Visum-Programms bei den Superreichen immer beliebter geworden. Das Programm steht auch Nicht-EU-Bürgern offen und bietet den Aufenthaltsstatus gegen eine Finanzspritze für Griechenland. Diese kann verschiedene Formen annehmen: Kauf einer Immobilie im Wert von mindestens 250.000 Euro, Investition von mindestens 500.000 Euro in griechische Anleihen oder Unternehmen oder ein zehnjähriger Pachtvertrag für ein Hotel oder eine Touristenattraktion.

hbpro/Shutterstock

7. Portugal – Zuzug: 1.400 Millionäre

Während für 2024 im Report von Henley & Partners noch davon ausgegangen wurde, dass sich in dem Jahr insgesamt 800 neue HNWI in Portugal niederlassen werden, ist die Prognose für 2025 auf 1.400 gestiegen. Das Land hat sein Goldenes-Visum-Programm zwar dahingehend geändert, dass eine Investition in Immobilien oder Immobilienfonds nicht mehr wie bisher für ein Visum qualifiziert. Es ist allerdings weiterhin attraktiv und richtet sich vor allem an vermögende Nicht-EU-Bürger beispielsweise aus den USA, China, Brasilien, Südafrika, der Türkei und Russland, die mindestens 250.000 Euro in Portugal investieren müssen.

Das Land bietet den reichen Migranten neben dem milden Klima niedrige Verbraucherpreise, auf die auch Menschen mit viel Geld durchaus Wert legen.

Suchart Boonyavech/Shutterstock

6. Singapur – Zuzug: 1.600 Millionäre

Bevor Singapur – eine der offensten Volkswirtschaften der Welt – seine Grenzen pandemiebedingt für zwei Jahre schloss, kamen 2019 1.500 neue Millionäre in den südostasiatischen Stadtstaat. Die Zahl ist seit der Wiederöffnung weiter angestiegen und für 2024 wurde von 3.500 hochvermögenden Neueinwanderern ausgegangen. Im aktuellen Report hat sich dieser Wert für 2025 auf 1.600 verringert.

Der Stadtstaat hat für Reiche viele Pluspunkte. Er ist nahe genug an China, um dort Geschäfte zu machen, aber weit genug entfernt, um behördliche Eingriffe zu vermeiden, was in Hongkong immer schwieriger wird. Grundsätzlich gilt Singapur weithin als eine der businessfreundlichsten Städte der Welt. 

Henley & Partners weist zudem darauf hin, dass Singapur das am schnellsten wachsende Zentrum für Family Offices ist. Hinter dem Zuzug dieser Verwaltergesellschaften privater Großvermögen steht hauptsächlich, dass die Stadt keine Kapitalertragssteuer erhebt.

Image Source Limited/Alamy

5. Saudi-Arabien – Zuzug: 2.400 Millionäre

Saudi-Arabien taucht neu in den Top Ten der beliebten Länder für Superreiche auf – mit einer Prognose von 2.400 neu hinzuziehenden Millionären bis Ende 2025. Das wären 700 Prozent mehr als die 300 vermögenden Privatpersonen, die 2024 in das Land gezogen sind. Laut Henley & Partners bringen diese Millionäre insgesamt 18,4 Milliarden US-Dollar (15,7 Milliarden Euro) mit in ihre neue Heimat, in der die Zahl der HNWI seit 2014 um 55 Prozent gestiegen ist. 

Hinter diesem Trend steht zumindest in Teilen, dass Saudi-Arabien unter der Überschrift „Vision 2030“ gerade dabei ist, seine bisher auf den Ölsektor fokussierte Wirtschaft zu transformieren und über Diversifikation neue Möglichkeiten für Superreiche zu schaffen. Dazu gehören Reformen zur Erhöhung ausländischer Direktinvestitionen – oder anders ausgedrückt: Saudi-Arabien ist „offen für Geschäfte“.

Prath/Shutterstock

4. Schweiz – Zuzug: 3.000 Millionäre

Die überdurchschnittlich hohen Schweizer Lebenshaltungskosten nehmen die Superreichen dieser Welt offenbar gerne in Kauf, denn im Gegenzug bietet das Land eine hohe Lebensqualität, einen florierenden Finanzsektor und vorteilhafte Steuergesetze, die zum Ruf der Schweiz als Steueroase beigetragen haben. Prognosen zufolge haben bis Ende 2024 mehr als eine Million HNWI in der Schweiz gelebt – und diese Zahl steigt rapide an.

Im vergangenen Jahr zogen schätzungsweise 1.500 Millionäre in die Alpenrepublik und in diesem Jahr wird die Vorhersage auf 3.000 verdoppelt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie sich in Genf, Lugano oder Zug niederlassen, denn das sind die beliebtesten Schweizer Städte für Millionäre aus dem Ausland.

kiuikson/Shutterstock

3. Italien – Zuzug: 3.600 Millionäre

Im Vergleich zu 2.200 im vergangenen Jahr werden für 2025 3.600 Millionäre auf der Suche nach dem sprichwörtlichen „Dolce Vita“ in Italien erwartet. Viele dieser vermögenden Privatperson sollen aus Hochsteuerländern wie Großbritannien kommen, die Italiens niedrige Erbschaftssteuer von nur vier Prozent anzieht.

Das italienische Steuersystem ist für Superreiche insgesamt sehr vorteilhaft. Unter bestimmten Bedingungen können Einwohner, die ihr Geld im Ausland verdienen, von einer einmaligen Steuer in Höhe von 100.000 Euro profitieren. Mit diesem Pauschalsatz vermeiden reiche Migranten die normalen jährlichen Steuersätze, die auf lange Sicht wahrscheinlich teurer wären. Neben dem Finanziellen punktet Italien bei den vermögenden Privatpersonen sicher auch mit seiner Lebensqualität, einschließlich des guten Essens, und dem Wetter.

rarrarorro/Shutterstock

2. USA – Zuzug: 7.500 Millionäre

Auch wenn viele amerikanische Milliardäre aktuell einen Umzug ins Ausland in Betracht ziehen, übt die USA umgekehrt nach wie vor eine große Anziehungskraft auf ausländische Superreiche aus. Der Status des Landes als global führender Technologiestandort zieht sowohl aufstrebende Unternehmer als auch Weltmarktführer an. Die Vereinigten Staaten – und vor allem Florida – sind zudem ein attraktives Ziel für wohlhabende Ruheständler. 

2019 zogen 10.800 Millionäre in die USA, 1.800 mehr als im Jahr zuvor. Nach dem pandemiebedingten Einbruch steigen die Zahlen inzwischen wieder an und laut Henley & Partners wurden 2024 insgesamt 3.800 neue Millionäre im Land erwartet. Für 2025 liegt die Prognose bei weiteren 7.500.

Das EB-5-Visumprogramm, das Green Cards im Gegenzug für eine Investition von 800.000 US-Dollar (684.000 Euro) in ein US-Unternehmen anbietet, ist aufgrund von Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Betrugspotenzial in die Kritik geraten. Donald Trump hat angekündigt, dieses Goldene-Visum-Programm durch eine „goldene Karte“ zu ersetzen, die wohlhabenden Einwanderern eine Aufenthaltsgenehmigung und sogar die Staatsbürgerschaft im Gegenzug für fünf Millionen US-Dollar (4,3 Millionen Euro) bieten soll. Anfang 2025 wurde eine Warteliste für diese „Gold Card“ eingerichtet – und laut offizieller Angaben hatten im Juni bereits 70.000 ihr Interesse angemeldet.

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TanyaBV/Shutterstock

1. Vereinigte Arabische Emirate – Zuzug: 9.800 Millionäre

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) führen die Liste zum vierten Mal in Folge an. Bis Ende 2025 wird ein Zustrom von 9.800 Millionären erwartet. 2024 waren es noch 6.700.

Die Föderation aus sieben Emiraten ist seit langem ein Millionärsmagnet. Laut Schätzungen aus dem Jahr 2022 sind seit 2000 insgesamt 35.000 vermögende Privatpersonen in die VAE gezogen. Doch die Demografie dieser HNWI verändert sich. Während es in der Vergangenheit Superreiche aus vergleichsweise nahe gelegenen Ländern wie Indien, Russland und anderen Teilen des Nahen Ostens und Afrikas waren, die es an den Persischen Golf zog, sind es jetzt laut Henley & Partners immer mehr Menschen aus Europa – ein Zeichen für die schnell wachsende Attraktivität der Wüstenregion.

Angezogen werden die Millionäre von einer niedrigen Kriminalitätsrate, minimalen Steuern, einem sehr guten Gesundheitssystem und Luxus-Einkaufszentren in Hülle und Fülle. Die Menschenrechtsverletzungen, die in den VAE immer wieder heftig kritisiert werden, scheinen weniger schwer zu wiegen.

leonello calvetti/Alamy Stock Photo

Welche Länder lassen Millionäre hinter sich?

Von traditionellen Millionärshochburgen bis zu Ländern, die mit Sanktionen belegt wurden – viele Länder verlieren gerade ihre Superreichen. Die Gründe dafür liegen in Faktoren wie Sicherheit, Steuern und Geopolitik und in den folgenden Ländern gibt es eine Reihe solcher Entwicklungen, die HNWI in Scharen vertreiben.

Kommen wir nun zu den zehn Ländern, für die im Jahr 2025 die höchsten Abwanderungszahlen von Millionären erwartet werden …

Aliakseu Matsiushkou/Alamy

10. Israel – Abwanderung: 350 Millionäre

Für Israel wird im Jahr 2025 die Abwanderung von 350 Millionäre prognostiziert, wobei dies nach einer konservativen Schätzung aussieht: 2024 sollen bis zu 1.700 vermögende Privatpersonen aufgrund des anhaltenden Krieges in der Region das Land verlassen haben. Henley & Partners und New World Wealth, ein Unternehmen, das Daten zu Superreichen erhebt, veröffentlichten diese Zahl im April 2025. Laut der Berichterstattung in israelischen Medien veranlassen die sich verschlechternden wirtschaftlichen Bedingungen Millionäre, dem Land den Rücken zu kehren.

Neben der menschlichen Tragöde auf beiden Seiten wirkt sich der Konflikt mit Gaza für Israel auch finanziell aus. Im August 2024 stufte die amerikanische Ratingagentur Fitch Israel von „A+“ auf „A“ herab. Diese Kreditbewertung bei „A“ wurde auch im März 2025 mit negativem Ausblick beibehalten.

Peter Delius/Alamy

9. Deutschland – Abwanderung: 400 Millionäre

Deutschland taucht neu in den Top Ten der Länder auf, die Millionäre hinter sich lassen. Bis zum Jahresende 2025 sollen es laut Henley & Partners 400 sein. Laut Sebastian Sauerborn, der von Großbritannien und den USA aus HNWI in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Thema Vermögensmigration berät, sei diese Zahl allerdings „lächerlich“ und die tatsächliche Zahl „um ein Vielfaches“ höher.

Laut einer Umfrage des kanadischen Finanzberatungsunternehmens Arton Capital, die im März 2025 von der britischen Zeitung „The Telegraph“ zitiert wurde, gaben 37 Prozent von 1.000 befragten deutschen Millionären mit einem Vermögen von maximal fünf Millionen Euro an, dass sie nach dem Wahlerfolg der AfD bei der Bundestagswahl eher geneigt seien, Deutschland zu verlassen. 

Die Analysten von Henley & Partners zitieren in ihrem Report Zahlen, laut derer in Deutschland zwischen 2023 und 2024 die Anfragen nach alternativen Wohn- und Staatsbürgerschaftsmöglichkeiten um 114 Prozent gestiegen seien, „was auf ein wachsendes Interesse der wohlhabenden Bevölkerung des Landes an Wegzugsoptionen hindeutet“.

Juergen Hasenkopf/Alamy

8. Spanien – Abwanderung: 500 Millionäre

Für Spanien prognostiziert Henley & Partners, dass im Jahresverlauf 2025 500 Millionäre das Land verlassen werden. Laut dem Global Wealth Report 2025 von Capgemini ist die Zahl der vermögenden Privatpersonen in Spanien im Jahr 2024 von 250.600 auf 246.600 gesunken, sodass auch hier die Schätzung von Henley & Partners unter dem eigentlichen Wert liegen könnte.

Da für das Nachbarland Portugal 2025 der Zuzug von 1.400 Millionären vorhergesagt wird, ist es wahrscheinlich, dass viele spanische HNWI in Europa bleiben und möglicherweise der spanischen Vermögenssteuer entgehen möchten. Spanien ist aktuell das einzige EU-Mitgliedsland, das auf das Nettovermögen seiner Bevölkerung eine Steuer erhebt. 

Es sind nicht nur Millionäre, die ihr Vermögen aus dem Land zu bringen scheinen. Amancio Ortega, der mit Abstand reichste Spanier und Gründer der Modekette Zara, investierte im Juli 2025 in den britischen Hafenbetreiber PD Ports und erwarb 49 Prozent an dem Unternehmen. Das Vermögen des Spaniers wird auf 110 Milliarden US-Dollar (94 Milliarden Euro) geschätzt.

Amar and Isabelle Guillen - Guillen Photo LLC/Alamy

7. Frankreich – Abwanderung: 800 Millionäre

Genau wie Deutschland und Spanien ist auch Frankreich ein Neueinsteiger in die Top Ten der Länder, denen das größte Millionärsschrumpfen vorhergesagt wird. Bis Ende 2025 sollen es 800 vermögende Privatpersonen sein, die das Land verlassen. Der französische Aktienmarkt entwickelte sich 2024 besonders schlecht. Der CAC 40-Index – das Pendant zum deutschen DAX – fiel um drei Prozent, obwohl der STOXX Europe 600 der 600 größten europäischen Unternehmen um rund sechs Prozent zugelegt hat.

Als Grund für den von Experten als „bemerkenswert“ bezeichneten Abschwung wird häufig die politische Instabilität in Frankreich genannt, wo es zuletzt mehrere Premierminister gab. Hinzu kommen eine explodierende Staatsverschuldung und die Tatsache, dass die Kreditwürdigkeit des Landes heruntergestuft wurde – alles Dinge, die auf finanzielle Sicherheit bedachten Millionären ein Dorn im Auge sind.

ByDroneVideos/Shutterstock

6. Brasilien – Abwanderung: 1.200 Millionäre

Brasiliens Attraktivität für vermögende Privatpersonen leidet noch immer unter den Nachwirkungen mehrerer politischer Skandale. 2016 verließen sage und schreibe 8.000 Millionäre das Land. Dem vorangegangen waren politischen Verwerfungen, die durch die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff und einen Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Erdölkonzern Petronas verursacht worden waren. Im Jahr 2017 ließen rund 2.000 HNWI das Land hinter sich, 2019 waren es 1.400 und 2022 2.500.

Die Situation hat sich verbessert und 2024 sind der Prognose zufolge „nur“ 800 abgewandert. Die Wiederwahl von Luiz Inácio Lula da Silva im Januar 2023 in Kombination mit einem gesunden Wirtschaftswachstum könnten Schlüsselfaktoren sein. Für 2025 wird dennoch vorhergesagt, dass bis zu 1.200 Millionäre das Land verlassen werden, wobei es laut Medienberichten viele in die USA zieht. 

Für diesen Exodus findet Henley & Partners folgende Erklärung: Den brasilianischen HNWI verlangt es angesichts der hohen Kriminalitätsrate im Land nach mehr Sicherheit und einer besseren Infrastruktur- und Dienstleistungsqualität, nach hochwertigen Schulen und Universitäten und einer guten Gesundheitsversorgung sowie vorhersehbaren Regularien, um die wirtschaftliche Sicherheit zu garantieren. 

Anton Watman/Shutterstock

5. Russland – Abwanderung: 1.500 Millionäre

Schon vor dem Krieg in der Ukraine haben wohlhabende Russen das Land in Scharen verlassen. 2019 waren es 5.500 HNWI, was sechs Prozent der Superreichen des Landes entspricht. Im Jahr 2022 verließen rekordverdächtige 8.500 vermögende Privatpersonen das Land und damit 15 Prozent der russischen Millionärsbevölkerung.

Diese Zahl ist in der aktuellen Prognose auf 1.500 gesunken, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass nur noch vergleichsweise wenige Millionäre in Russland leben. Globale Unternehmen zogen sich nach Kriegsbeginn zu Tausenden aus Russland zurück, was in einem Zusammenbruch des Aktienmarktes resultierte. Abgesehen davon ist die anhaltende Sorge um die Wirtschaft Grund genug für viele HNWI, dem Land den Rücken zu kehren. Beliebte Ziele sind Dubai, Katar und die Türkei, die alle keine Sanktionen gegen Russland bzw. Russen verhängt haben.

Sean Pavone/Alamy Stock Photo

4. Südkorea – Abwanderung: 2.400 Millionäre

Südkorea ist eines der überraschenderen Länder dieser Top Ten der Länder, in denen sich Millionäre nicht mehr wohlfühlen. Für 2024 wurde erwartet, dass 1.200 HNWI das Land verlassen und diese Zahl hat sich in diesem Jahr verdoppelt – der Trends zur Abwanderung von Millionären lässt also nicht nach. Beliebte Ziele für südkoreanische Superreiche sind laut Henley & Partners die USA, Kanada und Australien. 

Einige Analysen deuten darauf hin, dass die Abwanderung nicht auf spezifische ungünstige Umstände in der Heimat zurückzuführen ist. Vielmehr sind immer mehr Südkoreaner jetzt einfach reich genug, um das Land zu verlassen. In der Regel wählen sie westliche Länder mit besseren Möglichkeiten und mehr globalen Verbindungen.

Auf der anderen Seite könnten aber auch die zunehmenden Spannungen mit Nordkorea und die Nähe des Landes zum wirtschaftlich angeschlagenen China, seinem größten Handelspartner, eine Rolle spielen.

Studios Allegory/Shutterstock

3. Indien – Abwanderung: 3.500 Millionäre

In den letzten zehn Jahren hat eine beträchtliche Anzahl der reichsten Einwohner Indiens das Land verlassen. 2019 waren es rund 7.000 Millionäre, 2020 ging die Zahl auf 5.000 zurück, um 2022 wieder zu steigen. Das unberechenbare Steuersystem des Landes, in dem sofortige Zahlungsaufforderungen scheinbar willkürlich erteilt werden, ist traditionell einer der Hauptgründe, die HNWI für ihre Abwanderung anführen. 

Das Blatt könnte sich jedoch wenden. Obwohl für 2024 erwartet wurde, dass 4.300 Superreiche Indien verlassen, ist der Exodus laut Henley & Partners nicht besonders besorgniserregend, da Indien weit mehr neue HNWI hervorbringt, als es verliert. Die Mehrheit der indischen Millionäre, die das Land verlassen, behalten Vermögenswerte im Land. Die Vorhersage für 2025 mit einem Rückgang auf 3.500 Millionärsabwanderungen zeigt zudem, dass sich wieder mehr von Indiens Superreichen für ihre Heimat entscheiden – möglicherweise ein Zeichen für Indiens wachsende wirtschaftliche Bedeutung auf der Weltbühne.

HelloRF Zcool/Shutterstock

2. China – Abwanderung: 7.800 Millionäre

Zehntausende von Millionären haben China in den letzten zehn Jahren verlassen. Allein 2019 waren es 16.000 und 2024 erreichte die Zahl laut Prognose 15.200. Eine 2017 vom Hurun Research Institute und der Visas Consulting Group durchgeführte Befragung ergab, dass die Hälfte der chinesischen Millionäre plant, irgendwann ins Ausland zu ziehen. Die Mehrheit davon möchte sich in den USA niederlassen. Als Gründe wurden unter anderem die Einschränkung der persönlichen Freiheit in der Heimat, der Mangel an guten Stellen im höheren Management und die Sorge um die Luftverschmutzung im Land genannt.

Aber wie in Indien scheint sich das Blatt zu wenden. Henley & Partners erwartet, dass in diesem Jahr deutlich weniger vermögende Privatpersonen (7.800) die Volksrepublik verlassen werden. Die Befürchtungen angesichts von Trumps Strafzöllen verlieren an Prominenz, da das mit China erzielte Vereinbarung milder ausfällt als ursprünglich angedroht. Zudem entwickelt sich China zu einer ernstzunehmenden Alternative zu den USA als Handelspartner, was weltweit neue Marktchancen eröffnen könnte.

Melinda Nagy/Shutterstock

1. Großbritannien – Abwanderung: 16.500 Millionäre

Großbritannien war in den letzten 30 Jahren ein Lieblingsort der Superreichen dieser Welt. Aktuell sieht es ganz anders aus. 2017, im Jahr nach dem Brexit, war zum ersten Mal zu beobachten, dass sich eine große Anzahl von vermögenden Privatpersonen von der Insel verabschiedete. 2022 verlor das Land auch eine beträchtliche Anzahl der vor allem in London lebenden russischer Milliardäre, als der Westen reiche Oligarchen mit Sanktionen belegte.

Für 2024 wurde erwartet, dass weitere 9.500 HNWI das Land verlassen. Dieser neue Rekord mehr als verdoppelt die 4.200 reichen Abwanderer von 2023, was ebenfalls einen Rekord darstellte. Und ein neuer Höchstwert soll dieses Jahr anstehen: Für 2025 wird prognostiziert, dass 16.500 vermögende Privatpersonen aus Großbritannien wegziehen werden – und damit führt zum ersten Mal ein europäisches Land diese Liste an.

Laut Henley & Partners sind die am häufigsten genannten Gründe für die Abwanderung die anhaltenden Auswirkungen des Brexits, instabile Regierungsverhältnisse und die neuen Steuergesetze unter der Labour-Regierung.

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