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So ging man früher auf Kreuzfahrt – 32 Archivbilder

33 historische Bilder für Kreuzfahrt-Fans

By Natalie Marchant · December 4, 2025

Originally published on loveEXPLORING

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33 slides 16 min read
Reg Speller/Fox Photos/Getty Images

Fotos aus 200 Jahren Passagierschifffahrt

Seit über 100 Jahren sind Kreuzfahrten eine beliebte Art des Reisens. Einst waren sie ein Luxus, der reichen Gästen vorbehalten war. Heute sind diese „schwimmenden Paläste“ längst einem breiten Publikum zugänglich. Abgesehen von ihrer touristischen Bedeutung haben einige dieser Schiffe auch entscheidende Rollen in der Weltgeschichte gespielt.

Begleiten Sie uns hier auf einer Bilderreise durch 200 Jahre Passagierschifffahrt – mit historischen Aufnahmen von Ozeandampfern und Kreuzfahrtschiffen ...

Adaptiert von Sophie Weissensteiner

W. Jeffreson, Public domain, via Wikimedia Commons

1845: P&O-Dampfschiffe vor Southampton, Großbritannien

Die ersten Kreuzfahrtschiffe der Welt waren Dampfschiffe, die im 19. Jahrhundert ursprünglich für den Posttransport genutzt wurden. Die 1837 gegründete Peninsular and Oriental Steam Navigation Company – heute bekannt als P&O – verkaufte bereits 1844 erstmals Tickets für eine Kreuzfahrt, die von Southampton ins Mittelmeer führte. So wurde das Konzept geboren, Schiffe auch für touristische Zwecke zu nutzen.

Auch wenn die P&O-Dampfschiffe bei ihren Fahrten nach Athen, Gibraltar und Malta hauptsächlich als Transportmittel dienten, gelten sie heute als die Anfänge der modernen Kreuzfahrt – und bald folgten weitere Schiffe diesem Vorbild.

Public Domain

1867: „Quaker City“ in Neapel, Italien

Die wohl berühmteste Kreuzfahrt des 19. Jahrhunderts unternahm der US-Autor Mark Twain an Bord des Raddampfers „Quaker City“. Im Jahr 1867 begleitete der Schriftsteller eine Gruppe wohlhabender amerikanischer Reisender auf der ersten Kreuzfahrt, die von Nordamerika aus startete und durch das Mittelmeer ins Heilige Land führte.

Der Dampfer war ein ausgemustertes Kriegsschiff, das im Amerikanischen Bürgerkrieg im Einsatz gewesen war. Die Passagiere waren daher in engen Kabinen untergebracht, die Einrichtung war schlicht. Wer in diese Pionierjahre der Passagierschifffahrt eintauchen möchten, kann in Twains Reisetagebuch „Die Arglosen im Ausland“ nachlesen, wie sich das Bordleben damals gestaltete.

Heritage Art/Heritage Images via Getty Images

1900: Kabine der „Prinzessin Victoria Luise“

Die „Prinzessin Victoria Luise“ – benannt nach der einzigen Tochter von Kaiser Wilhelm II. – war das weltweit erste speziell für Kreuzfahrten gebaute Schiff. Sie wurde 1900 für die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) in Dienst gestellt und sollte mit den luxuriösesten Hotels Europas mithalten können.

Das 124 Meter lange Schiff bot unter anderem einen Ballsaal, eine Kunstgalerie, eine Bibliothek und 120 luxuriös ausgestattete Kabinen. Bei ihrer ersten Kreuzfahrt nach Venezuela und zu den Westindischen Inseln in der Karibik war die „Prinzessin Victoria Luise“ 35 Tage lang unterwegs. Spätere Reisen gingen ins Mittelmeer und nach Nordeuropa.

piemags/LCB/Alamy

1900: Fitnessraum der „Prinzessin Victoria Luise"

Die „Prinzessin Victoria Luise“ öffnete die Welt des Seereisens für eine breitere Bevölkerung, die sich kein eigenes Schiff leisten konnte – und an Bord wurde den Passagieren neben einem Fitnessraum und Raucherzimmer auch eine Dunkelkammer zum Entwickeln von Bildern geboten. Für die musikalische Untermalung sorgte ein Streichquartett.

Viele Reedereien sprangen auf die neue Geschäftsidee auf, darunter auch die White Star Line, die später die „Titanic“ in Auftrag gab. Die Tage der „Prinzessin Victoria Luise“ waren jedoch bald gezählt, nachdem sie 1906 vor der Küste Jamaikas auf Grund gelaufen war.

Ralph White/CORBIS/Corbis via Getty Images

1910: Die „Titanic“ wird gebaut

Der Bau des wohl berühmtesten Passagierschiffs aller Zeiten begann im März 1909 in der Harland & Wolff-Werft in Belfast. Bis zu seiner Fertigstellung drei Jahre später sollen rund 3.000 Arbeiter an der Konstruktion beteiligt gewesen sein.

Die „Titanic“ war zu ihrer Zeit das größte Schiff der Welt – mit zehn Decks, drei Motoren, einem 100 Tonnen schweren Ruder und einem Schiffsrumpf, der mit drei Millionen Metallnieten zusammengehalten wurde.

Das Foto zeigt den Passagierdampfer im Jahr 1910 während der Bauarbeiten. Ihr Name ist bereits gut am Bug sichtbar.

Topical Press Agency/Getty Images

1911: Fitnessraum der RMS „Franconia“

Die „Franconia“ der Cunard Line startete ihre Jungfernfahrt im Februar 1911 von Liverpool nach New York, mit einem Zwischenstopp in Queenstown (heute die irische Stadt Cobh). Danach ging es auf eine Kreuzfahrt ins Mittelmeer – eine Route, die ab dann jährlich befahren wurde.

Das Highlight des elegant ausgestatteten Ozeandampfers ist hier im Bild zu sehen: Der zu seiner Zeit hochmoderne Fitnessraum war der erste seiner Art auf hoher See.

Die Zeit der „Franconia“ auf See war kurz: Als sie während des Ersten Weltkriegs als britisches Truppentransportschiff unterwegs war, wurde sie 1916 von einem deutschen U-Boot versenkt.

John Morrogh (1884-1954), Public domain, via Wikimedia Commons

1912: Letztes Foto der „Titanic“

Die letzte bekannte Aufnahme der „Titanic“ entstand am 11. April 1912. Sie zeigt das Schiff vor Crosshaven in Irland, kurz nachdem es Queenstown (heute Cobh) mit rund 2.200 Passagieren an Bord für seine Jungfernfahrt nach New York verlassen hatte.

Kurz vor Mitternacht am 14. April 1912 kollidierte die als „unsinkbar“ geltende „Titanic“ mit einem Eisberg. Sechs ihrer 16 wasserdichten Kammern wurden aufgerissen. Drei Stunden später versank das Schiff in den eisigen Fluten des Nordatlantiks. Die Katastrophe forderte über 1.500 Menschenleben und erschütterte die Welt.

Hulton-Deutsch Collection/Corbis via Getty Images

1912: Überlebende der „Titanic“-Besatzung auf der „Lapland“

Die „Lapland“ der Red Star Line, die wie die „Titanic“ in der Harland & Wolff-Werft entstand, stach erstmals am 10. April 1909 als transatlantischer Ozeandampfer in See. Exakt drei Jahre bevor ihr berühmtes Schwesterschiff seine tragische Reise antrat.

Am 20. April 1912 brachte die „Lapland“ 172 überlebende Besatzungsmitglieder der „Titanic“ zurück nach England. Mit an Bord waren außerdem 1.927 Postsäcke, die ursprünglich für die Rückfahrt auf der „Titanic“ bestimmt waren.

Topical Press Agency/Getty Images

1922: Prunkvoller Speisesaal auf der „Homeric“

Die „Homeric“ war eines von drei ehemaligen deutschen Schiffen, die nach dem Ersten Weltkrieg als Reparation an Großbritannien abgetreten und dem britischen Staat durch die White Star Line abgekauft wurden. Auf dem Bild ist ihr beeindruckender Speisesaal aus dieser Zeit zu sehen.

Der Passagierdampfer war dafür bekannt, auch bei rauer See eine stabile Fahrt zu bieten. Allerdings war er nicht schnell genug, sodass die Transatlantikreisen auf der „Homeric“ 1932 eingestellt wurden. Dafür ging es mit Kreuzfahrten im Mittelmeer weiter und das Schiff war eines der ersten, das ausschließlich für Urlaubsreisen genutzt wurde.

Im Jahr 1935 nahm die „Homeric“ noch an der Flottenparade zum Silberjubiläum des britischen Königs Georg V. teil. Bereits ein Jahr später wurde sie während der Weltwirtschaftskrise jedoch verschrottet.

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Topical Press Agency/Getty Images

1923: An Deck der „Scythia“

Wie viele Schiffe zu dieser Zeit unternahm die „Scythia“ ihre Jungfernfahrt 1921 auf dem Atlantik. Später brachte sie auch US-Kreuzfahrttouristen ins Mittelmeer.

Ab 1930 wurde ein Bordunterhaltungsprogramm eingeführt, mit Spielen und sportlichen Aktivitäten an Deck, an denen Passagiere der dritten Klasse teilnehmen konnten – was einen seltenen Kontakt mit den Gästen der oberen Reiseklassen ermöglichte.

 Zwei Jahre später wurde ein Filmtheater eröffnet, in dem auch bekannte Künstler und Künstlerinnen der Zeit auftraten.

The Print Collector/Print Collector/Getty

1929: Spiele an Bord der „Arandora Star“

Die „Arandora Star“ wurde 1927 für die britische Blue Star Line gebaut und war ursprünglich zwischen London und Südamerika unterwegs. Zwei Jahre später wurde sie in ein reines Luxuskreuzfahrtschiff umgebaut, das Ziele wie Norwegen und Island anfuhr. An Bord wurden die Passagiere mit Spielen und anderen Aktivitäten unterhalten.

All das nahm ein Ende, als das Schiff während des Zweiten Weltkriegs für militärische Zwecke beschlagnahmt wurde: Auf dem Weg nach Kanada wurde die „Arandora Star“ 1940 mit mehreren Hundert Internierten und Kriegsgefangenen an Bord von einem deutschen U-Boot-Torpedo getroffen. Mehr als 800 Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben.

The Print Collector/Print Collector/Getty Image

1930er-Jahre: Pool auf der „Atlantis“

Die 1913 erstmals eingesetzte „Atlantis“ war zunächst zwischen Southampton und Südamerika unterwegs. Nach einer Episode als bewaffnetes Handelsschiff im Ersten Weltkrieg wurde sie 1929 zum weltweit größten reinen Kreuzfahrtschiff umgebaut und bot Touren ins Mittelmeer, die Ostsee, die Karibik und den Pazifik an. An Bord gab es für die Gäste zur Unterhaltung auch den hier zu sehenden kleinen Swimmingpool. 

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die „Atlantis“ in Danzig festgesetzt, das damals vom deutschen NS-Regime kontrolliert wurde.

J. Gaiger/Topical Press Agency/Hulton Archive/Getty Images

1930: Minigolf an Bord der „Atlantis“

Der „Atlantis“ gelang es, aus Danzig – das heutige Gdańsk in Polen –  zu entkommen. Zurück im britischen Southampton erfolgte ihr Umbau zu einem Hospitalschiff mit über 400 Betten und 130 medizinische Fachkräften. Während des Norwegenfeldzugs 1940, an dem sie beteiligt war, wurde die „Atlantis“ fünfmal bombardiert.

Nach dem Krieg folgten ruhigere Zeiten, als der Dampfer britische Auswanderer nach Australien und Neuseeland transportierte. 1952 wurde die „Atlantis“ dann außer Dienst gestellt und verschrottet. Dieses Bild zeigt den Minigolfplatz an Bord aus ihrer Zeit als Kreuzfahrtschiff in den 1930er-Jahren.

Reg Speller/Fox Photos/Getty Images

1933: Spieledeck auf der „Lapland“

Die „Lapland“, die wir bereits als Schwesterschiff der „Titanic“ kennengelernt haben, wurde in ihren letzten Jahren auf hoher See für Mittelmeer-Kreuzfahrten eingesetzt.

Seit einem Umbau bot der Dampfer neben der ersten Klasse auch Zweite- und Dritte-Klasse-Kabinen an, sodass Kreuzfahrten erschwinglicher und bei einer neuen Gruppe von Passagieren beliebt wurden. Neben den großzügigen öffentlichen Räumen wie Lounge, Bibliothek und Raucherzimmer kamen auch die Freizeitaktivitäten an Bord gut an.

Ein Jahr, nachdem dieses Bild entstanden war, wurde die „Lapland“ verschrottet.

Bettmann/Getty Images

1934: Amelia Earharts Flugzeug auf der „Lurline“

Die berühmten „White Ships“ der amerikanischen Matson Navigation Company, darunter die „Lurline“, spielten eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des US-amerikanischen Tourismus nach Hawaii und in den Südpazifik. Ab 1927 bot Matson seinen Gästen nicht nur luxuriöse Überfahrten, sondern auch exklusive Unterkünfte in seinen Hotels in Waikiki. Die „Lurline“ wurde zum Inbegriff glamouröser Reisen nach Hawaii.

Einen ungewöhnlichen Passagier hatte das Schiff 1934, als die Pilotin Amelia Earhart mit ihrem Flugzeug, einer „Lockheed 5C Vega“, für die Fahrt nach Honolulu an Bord kam. Von dort startete sie ihren Rekord-Solo-Flug nach Oakland in Kalifornien.

dpa picture alliance/Alamy

1934: Bibliothek auf der „Gripsholm“

Die „Gripsholm“ der schwedischen Svenska Amerika Linien wurde 1925 in Dienst gestellt und ging 1927 als erstes dieselbetriebenes transatlantisches Passagierschiff in die Geschichtsbücher ein. Sie verkehrte hauptsächlich als Nordatlantik-Liniendienst auf der Route zwischen Göteborg und New York, wurde ab 1927 aber auch für Winterkreuzfahrten eingesetzt.

Zum Bordangebot gehörte eine plüschige Bibliothek, ein Swimmingpool, finnische Saunen und sogar elektrische Lichtbäder für die sonnenarmen Wintermonate. Die Touren führten zunächst ins Mittelmeer, später auch weiter bis nach Indien.

Während des Zweiten Weltkriegs diente die „Gripsholm“ als Diplomatenschiff. 1955 wurde sie von der Norddeutschen Lloyd übernommen und in „Berlin“ umbenannt.

Wikimedia Commons

1935: Speisesaal auf der „Normandie“

Das französische Passagierschiff „Normandie“ gilt bis heute als einer der elegantesten Ozeandampfer aller Zeiten. Seine Innenausstattung suchte damals ihresgleichen und bot französische Eleganz pur.

Der hier zu sehende Speisesaal – damals der längste Raum auf hoher See – war im Art-déco-Stil gestaltet und mit Kristallkronleuchtern der Luxus-Marke Lalique geschmückt. Die „Normandie“, die sich vor allem an wohlhabende Passagiere richtete, bot zudem ein Hallenbad, einen Wintergarten und ein Theater – das erste, das je auf einem Ozeandampfer gebaut wurde.

Bettmann/Getty

1935: Großer Salon auf der „Normandie“

Die Baukosten für den Luxusliner waren enorm: 812 Millionen französische Franc, was heute inflationsbereinigt etwa 1,6 Milliarden Euro entspricht, wurden in das Schiff gesteckt. Das Projekt wurde von der französischen Regierung subventioniert und stellte sich als lohnenswerte Investition heraus, denn bereits auf ihrer Jungfernfahrt 1935 gewann die „Normandie“ die Auszeichnung „Blaues Band“ für die schnellste Transatlantiküberquerung.

Das Herzstück des Schiffes war der prachtvolle Große Salon, der seinerzeit mit dem Spiegelsaal von Versailles verglichen wurde. Doch nur sechs Jahre später wurde die „Normandie“ 1941 in New York von der US-Marine beschlagnahmt, um als Truppentransporter umgebaut zu werden. Während der Umbauarbeiten brach ein Brand aus, das Schiff kenterte im Hafen und wurde 1946 schließlich verschrottet.

brandstaetter images/Contributor/Getty Images

1938: Das NS-Kreuzfahrtschiff „Wilhelm Gustloff“

Die „Wilhelm Gustloff“ wurde ab 1938 von den Nationalsozialisten für Kreuzfahrten für Arbeiter und ihre Familien eingesetzt. Als „Schiff ohne Klassen“ war die Ausstattung und Größe der Kabinen im Wesentlichen gleich.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schiff von den Nazis umfunktioniert und unter anderem als Lazarettschiff genutzt. 1945 wurde es kurz vor Kriegsende von einem sowjetischen U-Boot versenkt. Die Katastrophe, bei der 9.000 Menschen ums Leben kamen, gilt als eine der schlimmsten in der Geschichte der Seefahrt.

Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo/Alamy

1939: Königliches Schlafzimmer auf der „Empress of Australia“

Die ursprünglich in Deutschland gebaute „Empress of Australia“ wurde nach dem Ersten Weltkrieg von der Canadian Pacific Railway übernommen. Bevor sich das Schiff in seinen Heimathafen Vancouver aufmachte, wurde es 1922 luxuriös ausgestattet  – einschließlich eines Speisesaals im französischen Stil, eines holzgetäfelten Rauchersalons und eines Hallenbads. 

Sechs Jahre später wurde die „Empress of Australia“ in ein Erste-Klasse-Kreuzfahrtschiff für Weltreisen umgebaut. 1939 diente sie dem britischen König George VI. und Königin Elisabeth auf ihrer Reise nach Kanada als königliche Yacht. Im Bild ist das royale Schlafzimmer zu sehen.

Associated Press/Alamy

1943: Die „Gripsholm“ im Kriegsdienst

Wir kehren auf das schwedische Schiff „Gripsholm“ zurück, das während des Zweiten Weltkriegs von der US-Regierung für spezielle Missionen gechartert wurde: Unter der Flagge des Internationalen Roten Kreuzes und mit schwedischer Besatzung führte das ehemalige Kreuzfahrtschiff 33 Fahrten durch, um Frauen, Kinder, Diplomaten und Kriegsgefangene zwischen den Alliierten und den Achsenmächten auszutauschen.

Um Angriffen zu entgehen, wurde die „Gripsholm“ in den schwedischen Nationalfarben blau und gelb gestrichen, mit dem deutlich sichtbaren Wort „DIPLOMAT“ auf beiden Seiten des Rumpfes.

Douglas Miller/Keystone/Hulton Archive/Getty Images

1948: Die „Empire Windrush“ bei der Ankunft in Großbritannien

Die „Empire Windrush“ ist in Großbritannien als Namensgeberin der „Windrush-Generation“ bekannt – jener karibischen Einwanderer, die 1948 ins Land kamen, um beim Wiederaufbau nach dem Krieg zu helfen. Im Bild sind die Neuankömmlinge im Hafen von Tilbury in Essex zu sehen.

Was viele nicht wissen: Das Schiff hieß ursprünglich „Monte Rosa“ und lief 1930 in Hamburg vom Stapel. Ab 1933 war es als Kreuzfahrtschiff für die Nationalsozialisten unterwegs, ab 1940 übernahm es verschiedene Militäraufgaben. Nach Kriegsende übernahmen die Briten das Schiff.

Epics/Getty Images

1951: Lounge auf der „Empire Windrush“

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die „Monte Rosa“ in „Empire Windrush“ umbenannt und als britisches Truppentransportschiff genutzt.

Obwohl sie nicht das einzige Schiff war, dass ab 1948 Menschen aus der Karibik nach Großbritannien brachte, um den akuten Arbeitskräftemangel im Land zu bekämpfen, steht ihr Name bis heute als Symbol für die Massenmigration aus den karibischen Commonwealth-Staaten.

Keystone Press/Alamy

1954: „Kreuzfahrt der Könige“ auf der „Agamemnon“

Die sogenannte „Kreuzfahrt der Könige“ war eine Mittelmeerreise der griechischen Königsyacht „Agamemnon“ im Jahr 1954. An Bord befanden sich etwa 100 europäische Royals, die durch die Ägäis und das Ionische Meer schipperten.

Die Reise wurde von König Paul (im Bild vorn) und Königin Friederike von Griechenland organisiert. Sie wollten damit die griechischen Inseln als Urlaubsziel bewerben und die königlichen Familien Europas nach dem Krieg wieder zusammenbringen. Andere vermuten jedoch, dass die Reise auch eine Art königliches Verkupplungstreffen war.

Jimmy Sime/Central Press/Getty Images

1960: Ballsaal auf der „Oriana“

Die „Oriana“ wurde 1960 als letztes für die britische Reederei Orient Line gebaute Schiff fertiggestellt. Sie war zunächst als Transatlantikliner auf der Route zwischen Großbritannien, Australien und Neuseeland im Einsatz und wurde mit der zunehmenden Beliebtheit von Flugreisen später in ein reines Kreuzfahrtschiff mit einer einzigen Klasse umgewandelt. Das Bild zeigt ein Besatzungsmitglied, das dem Ballsaal vor der Jungfernfahrt den letzten Schliff verpasst.

Bis 1986 unternahm die „Oriana“ Kreuzfahrten ab Sydney, bevor sie außer Dienst gestellt wurde. Anschließend diente sie als schwimmendes Hotel in Japan und China, wurde jedoch 2005 verschrottet, nachdem sie ein Jahr zuvor Sturmschäden erlitten hatte.

Jon Brenneis/Getty Images

1962: Kinderbetreuung auf der „Canberra“

Gerade als der Flugverkehr die transatlantische Schifffahrt zunehmend verdrängte, wurde die „Canberra“ von der britischen Reederei P&O 1961 in den Dienst gestellt. Das Schiff bot seinen Passagieren neben einem Casino, einer Bibliothek, einem Fitnessstudio, einem Schönheitssalon und einem Theater sogar den hier zu sehenden Kindergarten an Bord.

Fast ein Jahrzehnt lang fuhr die „Canberra“ auf der Route zwischen Großbritannien und Australien, bevor sie 1972 zu einem Kreuzfahrtschiff mit nur einer Kabinenklasse umgebaut wurde.

Zehn Jahre später wurde sie im Falklandkrieg eingesetzt, um Truppen abzusetzen und verwundete Soldaten nach Großbritannien zurückzubringen. Danach kehrte sie wieder als Kreuzfahrtschiff zurück, wobei sich ihr Kriegseinsatz positiv auf die Buchungen auswirkte. 1997 wurde die „Canberra“ schließlich verschrottet.

Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

1965: Die „Nevasa“ vor Valletta, Malta

Die „Nevasa“ wurde 1955 vom Stapel gelassen und diente zunächst fast ein Jahrzehnt lang als britischer Truppentransporter. Ab 1965 war sie nach einem Umbau als „schwimmende Schule“ mit Platz für 308 Kabinenpassagiere und 1.090 Schüler und Schülerinnen in Schlafsälen unterwegs.

Bis 1975 nahm die „Nevasa“ etwa 188.000 britische Schülerinnen und Schüler mit auf fast 200 Bildungsreisen in verschiedene Häfen wie Valletta. Da die Treibstoffpreise zu diesem Zeitpunkt stark in die Höhe gingen und der Betrieb zu teuer wurde, wurde das Schiff nach Taiwan zur Verschrottung geschickt.

Michael Stroud/Express/Getty Images

1969: VIP-Lounge auf der „QE2“

Die „Queen Elizabeth 2“, kurz „QE2“, war das letzte in Großbritannien gebaute transatlantische Passagierschiff. Bis 2004 war sie im Transatlantik-Liniendienst unterwegs, danach wurde sie als Kreuzfahrtschiff eingesetzt. Seit 2018 liegt die „QE2“ als Hotelschiff im Hafen von Dubai. In der Welt der Passagierschifffahrt steht ihr Name bis heute für Luxus und Komfort.

Auf dem Bild von 1969 ist die exklusive VIP-Lounge zu sehen. Ursprünglich sollte das Schiff „Queen Elizabeth“ heißen, doch Königin Elizabeth II. überraschte bei der Taufe alle, als sie das Schiff nach sich selbst benannte. Der Name wurde dann in „QE2“ geändert, um durch Nutzung der arabischen Ziffer „2“ Verwechslungen mit der Monarchin zu vermeiden.

Oceanhistory, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia CommonsWikimedia Commons

1970er-Jahre: Flotte der Carnival Cruise Line

Die britisch-amerikanische Carnival Cruise Line wurde 1972 gegründet und revolutionierte die Kreuzfahrtbranche, indem sie Schiffsreisen für alle zugänglich machte – unabhängig vom Einkommen. In den 1970er-Jahren betrieb das Unternehmen drei Schiffe: „Mardi Gras“, „Carnivale“ und „Festivale“. 1982 wurde die „Tropicale“ in Dienst gestellt, damals das erste neu gebaute Kreuzfahrtschiff seit vielen Jahren.

In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen 1998, als an Bord der „Ecstasy“ vor der Küste Miamis ein großes Feuer in der Wäscherei ausbrach.

JDHC Archive/Getty Images

1982: Die „QE2“ im Falklandkrieg

Während des Falklandkriegs wurde die „Queen Elizabeth 2“ von der britischen Regierung zum Truppentransporter umfunktioniert und brachte über 3.000 Soldaten in den Südatlantik.

Viele der Crewmitglieder der „QE2“ blieben freiwillig an Bord. Im Speisesaal gab es weiterhin Servicepersonal und sogar gedruckte Speisekarten. Die Soldaten und Soldatinnen wurden allerdings gebeten, „normales“ Schuhwerk zu tragen, um die Teppiche nicht zu beschädigen.

Auf dem Bild ist eine der täglichen Trainingseinheiten auf dem Oberdeck zu sehen, die für die Truppen Pflicht waren.

Najlah Feanny/Corbis via Getty Images

1992: Casino auf der „Carnival Fantasy“

Die „Carnival Fantasy“ war das erste Schiff der Fantasy-Klasse der Carnival-Kreuzfahrtgesellschaft. Sie bot Lounges, Clubs, Theater und ein großes Casino. Nach 30 Jahren im Einsatz wurde sie 2020 verschrottet.

Die Schiffe dieser Klasse, die 2.000 Passagiere fassten und vor allem in die Bahamas und andere US-Ziele fuhren, waren die letzten großen Kreuzfahrtschiffe, bei denen sich alle Rettungsboote noch auf dem Oberdeck befanden. Heute werden diese aus Platzgründen auf Promenadendeckhöhe untergebracht, da die neuen Schiffe zu hoch sind.

Lutz Bongarts/Getty Images

2006: Surfsimulator auf der „Freedom of the Seas“

Bei ihrer Fertigstellung 2006 löste die „Freedom of the Seas“ die „Queen Mary 2“ als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt ab. Zu den vielen Highlights an Bord zählen mehrere Pools, der im Bild zu sehende Surfsimulator, eine Bibliothek, ein Minigolfplatz, ein Theater mit 1.300 Plätzen und eine Kletterwand. Unterwegs ist das Schiff meist zwischen den USA und der Karibik. 

Der Titel des größten Kreuzfahrtschiffs der Welt gehört heute jedoch dem Schwesterschiff „Icon of the Seas“.

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