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Das sind die prachtvollen Anwesen berühmter Titanic-Passagiere
Die Residenzen der reichsten „Titanic“-Passagiere
By Shona Jackson · October 3, 2026
Originally published on lovePROPERTY
Was diese Häuser mit dem Unglücksdampfer zu tun haben
Der Untergang der „Titanic“ im Jahr 1912 bewegt die Welt bis heute. Nicht zuletzt durch den gleichnamigen Hollywoodfilm von James Cameron mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet von 1997 gehört die tragische Geschichte längst zur Popkultur.
Doch was wurde eigentlich aus den Passagieren des legendären Unglücksdampfers und aus ihrem Hab und Gut?
Vom Geburtshaus des Schiffsarchitekten zur Villa der „unsinkbaren“ Molly Brown: Diese Anwesen sind für immer mit der „Titanic“ verknüpft ...
Die Unglücksfahrt
Der Luxusdampfer RMS „Titanic“ rammte am 14. April 1912, vier Tage nach Beginn seiner Jungfernfahrt von Southampton in England nach New York einen Eisberg im Nordatlantik. 1.500 Passagiere sowie Besatzungsmitglieder kamen beim Untergang des Schiffes ums Leben. 324 Gäste an Bord waren besonders gut betucht.
Molly Brown
Die Philanthropin Margaret Tobin Brown, die später als die „unsinkbare Molly Brown“ bekannt wurde, brach ihren Urlaub in Europa ab, weil ihr Enkel in den USA erkrankt war. Als die „Titanic“ sank, hatte sie das Glück, von der RMS „Carpathia“ an Land gebracht zu werden. An Bord half sie mit, Hilfsgüter zu verteilen. Als das Boot New York erreichte, soll sie 10.000 Dollar für die Überlebenden der Schiffskatastrophe gesammelt haben. Nach heutigem Geldwert entspräche das 315.000 Euro.
House of Lions, Colorado, USA
Als Tochter irischer Einwanderer hatte Molly Brown eine bescheidene Erziehung genossen und arbeitete schon als Kind in einer Tabakfabrik. 1886 heiratete sie den Bergbauingenieur James Joseph Brown. Als in dessen Mine Gold gefunden wurde, änderte sich das Leben der Familie drastisch – die Browns wurden über Nacht zu Millionären. 1894 kauften sie dieses imposante Steinhaus in Denver, Colorado, und gestalteten es nach ihren eigenen Vorstellungen um.
House of Lions, Colorado, USA
Das „House of Lions“ (Haus der Löwen) verdankt seinen Namen den Löwenstatuen, die vor dem Eingang Wache halten. Molly und James Brown führten im Laufe der Jahre zahlreiche Renovierungsarbeiten durch. So ließen sie etwa eine Veranda, ein neues Dach und einen dritten Stock bauen. In den 1970er-Jahren wurde das House of Lions von der Denkmalschutzorganisation Historic Denver restauriert und erstrahlt seither wieder in altem Glanz. Es ist inzwischen als Molly Brown House Museum für die Öffentlichkeit zugänglich.
House of Lions, Colorado, USA
James Brown überschrieb das Herrenhaus 1898 an seine Frau, die es wiederum oft auf längere Zeit vermietete, um auf Reisen zu gehen. Es diente zwischendurch sogar als Amtssitz von James Orman, dem zwölften Gouverneur von Colorado. Während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren war Brown gezwungen, ihr Haus in eine Pension umzuwandeln.
House of Lions, Colorado, USA
Trotz ihres Reichtums, der sich in der exquisiten Einrichtung der 14 Zimmer widerspiegelt, setzte sich Brown unermüdlich für die Rechte und Finanzen anderer „Titanic“-Überlebender ein. So half sie etwa dabei, ein Denkmal in Washington zu errichten und fungierte als Vorsitzende des Survivors’ Committee. 1932 würde sie für ihren Einsatz mit der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet.
House of Lions, Colorado, USA
Doch Brown engagierte sich nicht nur für die „Titanic“-Opfer. Sie war auch eine der ersten Frauen, die für den US-Kongress kandidierten, noch lange bevor Frauen überhaupt ihre Stimme abgeben durften. Sie unterstützte die Gründung der National American Women’s Suffrage Association in Colorado, die sich für das Wahlrecht für Frauen einsetzte, sowie den Denver Woman’s Club und organisierte 1914 sogar eine internationale Frauenrechtskonferenz in Rhode Island.
Emily Maria Ryerson
Emily Maria Ryerson und ihr Ehemann Arthur gingen mit drei ihrer fünf Kinder (Suzette, Emily und John) im französischen Cherbourg an Bord und wollten in ihre Heimat Pennsylvania in den USA reisen. Jedoch kamen nur Emily und die Kinder dort an. Sie entkamen dem Tod in einem Rettungsboot, obwohl dem 13-jährigen John zunächst ein Platz verweigert wurde. Das Schiff „Carpathia“ brachte sie dann nach New York.
Arthur schaffte es allerdings nicht mehr in Sicherheit und ertrank. Bei einer Anhörung im US-Senat 1912 beschrieb Emily den schrecklichen Moment, als die „Titanic“ „wie mit einem Messer in zwei Hälften zu brechen schien“. Drei Jahre nach dem Unglück gab die Witwe den Bau einer großen Villa in Chicago in Auftrag. Sie wollte der trauernden Familie einen Neuanfang ermöglichen.
Lincoln Park Mansion, Chicago, USA
Das 1915 erbaute herrschaftliche Anwesen liegt in einem wohlhabenden Viertel am Rande vom Lincoln Park in Chicago. Emilys Freunde, die Architekten Henry Corwith Dangler und David Adler, entwarfen das vierstöckige Haus. Vor einigen Jahren wurde die Immobilie in zwei separate Wohnhäuser aufgeteilt.
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Lincoln Park Mansion, Chicago, USA
Lincoln Park Mansion, Chicago, USA
Die über 1.000 Quadratmeter große Residenz bot palastartige Zimmer. Der Salon (hier ein Bild von 1922) zum Beispiel war mit kunstvollen Stuckverzierungen und einem großen – von Einbau-Bücherregalen flankierten – Kamin ausgestattet. Hier fanden im Laufe der Jahre zweifellos viele gesellschaftliche Zusammenkünfte statt. Während des Ersten Weltkriegs sollen die luxuriösen Möbel durch metallgerahmte Betten ersetzt und das Billardzimmer in ein Spielzimmer umgewandelt worden sein. Berichten zufolge waren Kinder vom Children's Memorial Hospital für ihre Genesung im Haus untergebracht.
Lincoln Park Mansion, Chicago, USA
1927 heiratete Emily einen Forstberater der chinesischen Regierung, William Forsythe Sherfesee. Das Paar lernte sich auf Reisen kennen. Nach ihrer Hochzeit zogen sie nach New York und die Lincoln-Park-Villa wurde im Jahr 1930 verkauft.
George Dunton Widener und Harry Elkins Widener
Der wohlhabende US-Geschäftsmann George Dunton Widener (links) reiste mit seiner Frau Eleanor Elkins und seinem Sohn Harry Elkins Widener (rechts) auf der „Titanic“. Die drei waren nach ihrem Urlaub in Europa auf der Rückfahrt in die USA. Dank der Hilfe von George sollen Eleanor und ihr Dienstmädchen sicher das Ufer erreicht haben, George selbst und der 27-jährige Harry hingegen kamen in den Wellen ums Leben. Georges Witwe erbte Lynnewood Hall, das Familienanwesen in Philadelphia.
Lynnewood Hall, Pennsylvania, USA
Lynnewood Hall, Pennsylvania, USA
Star-Architekt Horace Trumbauer wurde mit dem Entwurf des Herrenhauses betraut. Als Rückzugsort für die Familie und als Basis für einen Neuanfang gedacht, wurde es jedoch zum dauerhaften Symbol der Trauer: 1896 wiederholte sich die Geschichte und Wideners Frau Hannah Josephine starb auf der Familienjacht vor der Küste von Maine.
Lynnewood Hall, Pennsylvania, USA
Der Bau des 6.500 Quadratmeter großen Herrenhauses soll acht Millionen Dollar gekostet haben, was heute inflationsbereinigt rund 291 Millionen Euro entspricht. Es verfügt über 110 Zimmer, darunter 55 Schlafzimmer, sowie eine große Kunstgalerie und einen Ballsaal für rund 1.000 Gäste. In seinen besten Zeiten kümmerten sich 37 Mitarbeiter um die vielen Räume und 60 weitere um die üppigen Gärten.
Lynnewood Hall, Pennsylvania, USA
Lynnewood Hall, Pennsylvania, USA
Isidor und Ida Straus
Cobble Close Farm, New Jersey, USA
Cobble Close Farm, New Jersey, USA
Cobble Close Farm, New Jersey, USA
1951 verkaufte die Familie die Cobble Close Farm und das Anwesen wurde in mehrere separate Wohnungen aufgeteilt. Heute ist es als Fotolocation für Mode-, Film- und Werbeprojekte über Location Department buchbar. Während sich die Innenräume mittlerweile von jenen Zeiten unterscheiden, in denen die Straus-Kinder noch darin lebten, sind andere Merkmale wie diese Holzbalkendecke erhalten geblieben.
Cobble Close Farm, New Jersey, USA
Cobble Close Farm, New Jersey, USA
Während das Grundstück fünf Hektar umfasst, beanspruchen die landwirtschaftlichen Gebäude und Unterkünfte selbst eine Fläche von rund 2.700 Quadratmetern. Als es in den Goldenen Zwanzigern erbaut wurde, umfasste das Gut eine Orangerie, mehrere Arbeiterquartiere, einen Speisesaal, Stallungen und einen Viehstall. Heute können die Bewohner neben den kunstvollen Brunnen und neoklassischen Statuen auf dem Gelände auch einen Pool, Cabanas und einen Grill genießen.
Thomas Andrews
Ardara House, County Down, Nordirland
Ardara House, County Down, Nordirland
Ardara House, County Down, Nordirland
Ardara House, County Down, Nordirland
Ardara House, County Down, Nordirland
John Jacob Astor IV.
Beechwood, Rhode Island, USA
Beechwood, Rhode Island, USA
Beechwood, Rhode Island, USA
Überall in dem prunkvollen Anwesen finden sich verzierte Details, doch der Ballsaal ist das eigentliche Prunkstück des Hauses, wie diese Postkarte aus dem Jahr 1907 zeigt.
Vergoldete Friese krönten die großen Glastüren, riesige Kronleuchter hingen von der Decke und dekorative Nischen boten den Gästen einen privaten Raum für Gespräche während der rauschenden Feste, für die die Astors bekannt waren.
Beechwood, Rhode Island, USA
Astors Mutter Caroline, die sich in der New Yorker Schickeria einen Namen gemacht hatte, lud hierhin regelmäßig illustre Gäste ein. Doch auf die Liste zu kommen, war alles andere als einfach. Nur Mitglieder der „Obersten 400“, wie sie sie nannte, hatten Zutritt.
Beechwood, Rhode Island, USA
Ferncliff, New York, USA
Ferncliff, New York, USA
Ferncliff, New York, USA
Ferncliff, New York, USA
Das weitläufige Gelände umfasst dazu zwei Teiche, einen Pavillon und ein Teehaus, das von den Astors ursprünglich nur zum Spaß gebaut worden war. Inzwischen ist es eine beeindruckende Residenz mit sechs Schlafzimmern, die 2018 für 6,6 Millionen Euro den Eigentümer wechselte. Ein stolzer Preis für ein Haus, dessen Karriere einst als Nebengebäude begann!
Ferncliff, New York, USA
Henry Blank
Glen-Ridge-Villa, New Jersey, USA
Glen-Ridge-Villa, New Jersey, USA
Eines seiner beeindruckendsten Merkmale ist der zwölf Meter hohe englische Speisesaal. Von dem vergoldeten Fries bis hin zu den gewölbten Nischen ist es ein echter Hingucker, wie man in diesem YouTube-Video sehen kann. Während sich der Großteil der Innenräume im Laufe der Jahrzehnte verändert haben dürfte, hat dieser Saal sich den Geist von Henry Blanks ursprünglichem Design bis heute bewahrt.
Glen-Ridge-Villa, New Jersey, USA
Das Haus mit 20 Zimmern, die sich über drei Stockwerke verteilen, bot viel Platz für Blanks Kinderschar. Doch der Familienwohnsitz war nicht nur groß, sondern auch äußerst schick eingerichtet. Dieses Wohnzimmer ist mit vertäfelten Wänden und einem Kaminsims aus Marmor ausgestattet. Der Kronleuchter ist ein schönes Beispiel für die Silberarbeiten aus Sheffield, wie sie auch an anderen Stellen im Haus zu finden sind.
Glen-Ridge-Villa, New Jersey, USA
Berichten zufolge engagierte Blank eine kleine Armee an Bediensteten, um das Herrenhaus am Laufen zu halten, darunter etwa einen Koch, zwei Dienstmädchen und eine Gouvernante, die sich um seine Kinder kümmerte. Als bekennender Bücherwurm soll sich Blank nach dem Abendessen gern in die Bibliothek zurückgezogen haben. Zu seiner Lieblingslektüre zählten Bücher über Kunst, Architektur und Musik.
Glen-Ridge-Villa, New Jersey, USA
Glen Ridge umfasst insgesamt acht Schlaf- und fünf Badezimmer, sowie ein Nebengebäude mit zwei Schlafzimmern, Küche und Esszimmer. Im März 2021 wurde es für rund 2,5 Millionen Euro verkauft. Blanks Frau Phoebe soll ihn nach dem Nahtod-Erlebnis auf der „Titanic“ übrigens nie wieder alleine nach Europa gelassen haben.
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