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20 Ideen, über die man früher lachte und die heute jeder nutzt
Von belächelten Erfindungen zu Alltagsprodukten
By Daniel Coughlin · October 1, 2026
Originally published on loveMONEY
Diese Ideen stellten die Welt auf den Kopf
Viele der wichtigsten Erfindungen der Menschheit wurden zunächst als alberne Modeerscheinungen verspottet, die sich niemals durchsetzen würden. Doch dann kam der Durchbruch.
Vom Kühlschrank über das Mobiltelefon bis zum Internet – sehen Sie hier 20 clevere Ideen, die ihre Kritiker eines Besseren belehren sollten.
Alle US-Dollar-Beträge wurden in Euro umgerechnet.
Adaptiert von Barbara Geier und Jasmin Moore
Die Gabel
Die Gabel
Beide Prinzessinnen mussten sich zu ihrer Zeit dafür verspotten lassen, dass sie ein seltsames, zinkenförmiges Werkzeug zum Essen nutzten. Die Gabel setzte sich in Italien letztendlich erst im 16. Jahrhundert durch, als sie sich von Venedig ausgehend im ganzen Land verbreitete. In anderen europäischen Ländern wurde die Gabel weiterhin belächelt, sodass sie sich auf dem Kontinent erst im späten 18. Jahrhundert durchsetzte.
Die Druckerpresse
Der Holzschnitt entstand bereits im 7. Jahrhundert in China. Die erste Druckerpresse wurde jedoch erst um 1440 in Mainz von Johannes Gutenberg erfunden. Heute gilt seine Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern als bahnbrechend und steht für den Eintritt ins moderne Zeitalter. Doch auch Gutenbergs Druckerpresse wurde anfangs kritisiert.
Die Druckerpresse
Der Benediktinerabt Johannes Trithemius war der Meinung, dass gedruckte Materialien die Zeiten nicht überdauern würden. Er glaubte, dass Schrift auf Pergament sich dafür besser eignen würde – warum auch immer. Andere Kritiker wiesen darauf hin, dass gedruckte Bücher eine Reihe negativer Auswirkungen haben würden: Sie könnten zu einer Informationsflut und sogar politischem Chaos führen sowie Mönchen, die bisher per Hand die Arbeit der neuen Druckerpresse übernommen hatten, ihren Job wegnehmen.
Der Regenschirm
Der Regenschirm
Konserven
Während der französischen Koalitionskriege von 1792 bis 1815 suchte die Regierung unter Napoleon Bonaparte nach einem Verfahren, Lebensmittel zu konservieren. 1795 setzte Napoleon ein Preisgeld von 12.000 Francs für denjenigen aus, der eine solche Lösung finden würde.
Die zündende Idee hatte der Pariser Konditor Nicolas Appert. Er schlug vor, Lebensmittel in Champagnerflaschen aufzubewahren und diese vor dem Kochen zu verkorken und mit Wachs zu verschließen, um den Inhalt zu sterilisieren.
Konserven
In den darauffolgenden 14 Jahren entwickelte Appert seine Methode weiter und wechselte von Champagnerflaschen zu Blechdosen. Doch es gab dabei ein Problem: Dosenöffner waren noch nicht erfunden, sodass die Deckel mühselig mit einem Meißel geöffnet werden mussten.
Erst mit dem Aufkommen von Dosenöffnern setzte sich Apperts Erfindung international durch und Lebensmittelkonserven wurden zum Grundnahrungsmittel.
Impfstoffe
Impfstoffe
Anstatt Lob gab es Spott für Jenners Entdeckung – insbesondere seitens der Kirche, für die der Arzt gegen den Willen Gottes verstieß, indem er Eiter von kranken Tieren zum Impfen von Menschen verwendete. Auch die Presse machte sich über Jenner lustig, wie in dieser satirischen Karikatur, in der geimpften Menschen groteske Kuhköpfe wachsen. All dieser anfänglichen Verachtung zum Trotz sind Impfungen heute alltäglich.
Die Dampflokomotive
Die Einführung der Dampflokomotive zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschleunigte die industrielle Revolution. Dampflokomotiven waren ein Symbol für den raschen sozialen und wirtschaftlichen Gesellschaftswandel dieser Zeit. Sie stellten einen bedeutenden technologischen Fortschritt dar, der das Transport- und Kommunikationswesen revolutionierte.
Aber nicht alle waren davon überzeugt ...
Die Dampflokomotive
Die Geschwindigkeit der Lokomotiven war für viele das größte Problem. Damals waren Pferdekutschen und Kanalboote die wichtigsten Transportmittel für lange Strecken, sodass die Vorstellung, mit rund 50 Kilometern pro Stunde oder mehr zu reisen, für viele unvorstellbar war.
Eine große Sorge war, dass der menschliche Körper dieser Geschwindigkeit nicht standhalten und möglicherweise schmelzen würde. Laut der Kulturanthropologin Genevieve Bell glaubten die Kritiker damals fest daran, dass der Körper einer Frau nicht dafür geschaffen sei, mit 80 Kilometer pro Stunde zu fahren. Zum Glück wurden sie schnell eines Besseren belehrt.
Das Telefon
1876 erhielt Alexander Graham Bell, der Vater des Telefons, das erste Patent für dieses Gerät. Der in Schottland geborene Bell gilt als Erfinder der ersten praktischen Anwendung dieser bahnbrechenden Technologie, deren enormes Potenzial nur wenige erkannten. Als Bell, der seit 1871 in den USA lebte, sein Telekommunikationsgeschäft an die Telegrafengesellschaft Western Union verkaufen wollte, bezeichnete der Präsident des Unternehmens das Telefon als ein „elektrisches Spielzeug“. Dieses habe für Western Union keinen Wert.
Das Telefon
Die elektrische Glühbirne
Die elektrische Glühbirne
Der Kühlschrank
Obwohl der Kühlschrank eine der wichtigsten Erfindungen für unsere Essgewohnheiten ist, wurde er anfangs nicht besonders gut aufgenommen. Zwar waren Eisschränke (Bild) bei der Oberschicht beliebt, doch der Rest der Bevölkerung verließ sich auf altbewährte Methoden wie das Einmachen von Lebensmitteln. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten elektrischen Kühlschränke auf den Markt kamen, wurden sie als laut, teuer und schwer zu warten abgetan.
Der Kühlschrank
Erschwerend kam hinzu, dass Eis zu dieser Zeit nach Baumwolle das zweitwichtigste Exportgut der USA war. Kritiker des Kühlschranks befürchteten, dass er der heimischen Eisindustrie schaden würde. Nach einer Reihe von Entwicklungen durch diverse Unternehmen wurden Kühlschränke für den Hausgebrauch wesentlich praktischer. Menschen fanden schnell Gefallen an elektrischer Kühlung und der Kühlschrank ist heute aus keinem Haushalt mehr wegzudenken.
Die Sommerzeit
Die Sommerzeit
Das Fahrrad
Das erste Fahrrad wurde 1817 in Deutschland von Baron Karl von Drais erfunden. Allerdings setzte sich das pedalbetriebene Fahrzeug erst ab Ende des 19. Jahrhunderts mit der Einführung des sogenannten Sicherheitsfahrrads um 1878 durch. Die Innovation wurde anfangs als frivoler Zeitvertreib für die aufstrebende Mittel- und dekadente Oberschicht angesehen und gnadenlos verspottet.
Das Fahrrad
Vor allem weibliche Radfahrer wurden belächelt, wie diese Karikatur aus dem englischen Magazin „Punch“ von 1898 zeigt. Von Journalisten wurde das Fahrrad allgemein als alberne, kurzlebige Modeerscheinung abgetan. Im Jahr 1902 erklärte die „Washington Post“ das Fahrrad zu einem vorübergehenden Trend und die „New York Sun“ verkündete 1906 sogar, dass die Zeit des Fahrrads schon wieder vorbei sei.
Das Auto
Dem Auto erging es anfangs nicht viel besser als dem Fahrrad. Das US-amerikanische Magazin „Literary Digest“ kam 1899 zu dem Schluss, dass diese „pferdelose Kutsche“ nie so weit verbreitet sein werde wie das Fahrrad. Der erste Dampfwagen wurde bereits 1769 von dem Franzosen Nicholas Cugnot erfunden. Als Geburtsjahr des modernen Automobils mit Verbrennungsmotor gilt allerdings das Jahr 1886, als der deutsche Erfinder Carl Benz ein entsprechendes Patent anmeldete. In Folge wurden die ersten Autos in Serienproduktion angefertigt.
Das Auto
Der Tonfilm
Der Tonfilm
Der Präsident des US-Filmstudios United Artists, Joseph Schenck, mutmaßte im Jahr 1928, dass Sprechen im Kino nichts zu suchen habe, während der britische Filmstudio-Boss John Maxwell den Tonfilm als eine teure Modeerscheinung abtat. Auch Hollywood-Stars standen der neuen Technologie verächtlich gegenüber. Die amerikanische Schauspielerin Mary Astor schrieb in den 1960er-Jahren, dass viele Künstler der damaligen Zeit „The Jazz Singer“ für eine reine Spielerei hielten und davon ausgingen, dass Tonfilme das Publikum sogar von den Kinos fernhalten würden.
Das Fernsehen
Das Fernsehen
Tupperware
Der Chemiker Earl S. Tupper entwickelte 1946 eines der bekanntesten Produkte der Welt – und alles begann mit einer Farbdose. Tupper arbeitete in einer Kunststofffabrik, als ihm die Idee kam, Behälter für die Aufbewahrung von Lebensmitteln zu entwickeln, die sich so wie Farbdosen luft- und flüssigkeitsdicht verschließen lassen.
Kurz nach der Weltwirtschaftskrise wollte Tupper Familien helfen, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Es gab nur ein Problem: Die Dosen waren so effektiv, dass die Verbraucher sie nur mit Anleitung und Mühe öffnen konnten.
Tupperware
Das Unternehmen beschloss, den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden zu suchen. Das Verkaufskonzept der Tupperware-Partys wurde entwickelt, bei dem selbständige Verkäufer ihre Wohnungen für Verkaufsveranstaltungen zur Verfügung stellten. Diese Taktik erwies sich als erfolgreich und Tupperware wurde zum Synonym für Frischhalteboxen weltweit.
Das Mobiltelefon
Das Mobiltelefon
Der Laptop
Der Laptop
Die E-Mail
Die E-Mail
Die Mikrowelle
Während der Vorbereitungen auf den Kalten Krieg beauftragte das US-Militär den Wissenschaftler Peter Spencer mit der Entwicklung einer Magnetron-Technologie, die die Leistung von Radargeräten verbessern sollte. Radargeräte waren entwickelt worden, um sowjetische Luftangriffe zu erkennen. Während der Arbeit an dem Projekt stellte Spencer fest, dass das Magnetron Mikrowellen ausstrahlte, die heiß genug waren, um einen Schokoriegel in seiner Hosentasche zu schmelzen.
1947 brachte er den „RadaRange“ (Bild) auf den Markt: einen kommerziellen Mikrowellenherd, der elektromagnetische Technologie zum Erhitzen und Garen von Speisen nutzt. Mit einem Gewicht von über 340 Kilogramm und einer Höhe von mehr als 1,82 Metern war der RadaRange jedoch für den Hausgebrauch ungeeignet.
Die Mikrowelle
Es dauerte weitere 20 Jahre, bis die Mikrowelle zu dem praktischen Küchengerät wurde, das wir heute kennen. Sie wurde jedoch erst in den 1970er-Jahren für die breite Masse erschwinglich. Nach Angaben des US Bureau of Labor Statistics besaßen 1997 mehr als 90 Prozent der amerikanischen Haushalte eine Mikrowelle. 1971 waren es gerade einmal ein Prozent gewesen.
Das Internet
Mitte der 1990er-Jahre waren einige Experten nicht gerade begeistert vom Internet. Ihr Urteil: eine Modeerscheinung für Nerds, die sich nicht halten würde. Ein Beispiel dafür ist ein heute berühmter Artikel des Wissenschaftlers Clifford Stoll (Bild) aus dem Jahr 1995 in dem US-amerikanischen Magazin „Newsweek“, der die Innovation heruntermachte und ihren Untergang vorhersagte.
Das Internet
Ebenfalls im Jahr 1995 schrieb der Ethernet-Erfinder Bob Metcalfe in der Zeitschrift „InfoWorld“, dass das Internet bereits 1996 kollabieren würde. Metcalfe versprach, alles zurückzunehmen (im Englischen: „to eat one’s words“), falls er sich irren sollte. Bei der World Wide Web Conference im Jahr 1997 löste er sein Versprechen ein: Er zerkleinerte eine Kopie des Artikels im Mixer, mischte die Schnipsel mit Wasser und trank das Gebräu.
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