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20 Ideen, über die man früher lachte und die heute jeder nutzt

Von belächelten Erfindungen zu Alltagsprodukten

By Daniel Coughlin · October 1, 2026

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41 slides 16 min read
Camerique/Alamy

Diese Ideen stellten die Welt auf den Kopf

Viele der wichtigsten Erfindungen der Menschheit wurden zunächst als alberne Modeerscheinungen verspottet, die sich niemals durchsetzen würden. Doch dann kam der Durchbruch. 

Vom Kühlschrank über das Mobiltelefon bis zum Internet – sehen Sie hier 20 clevere Ideen, die ihre Kritiker eines Besseren belehren sollten.

Alle US-Dollar-Beträge wurden in Euro umgerechnet.

Adaptiert von Barbara Geier und Jasmin Moore

Metropolitan Museum of Art/Wikimedia Commons [Public domain]

Die Gabel

Simca/Shutterstock

Die Gabel

Beide Prinzessinnen mussten sich zu ihrer Zeit dafür verspotten lassen, dass sie ein seltsames, zinkenförmiges Werkzeug zum Essen nutzten. Die Gabel setzte sich in Italien letztendlich erst im 16. Jahrhundert durch, als sie sich von Venedig ausgehend im ganzen Land verbreitete. In anderen europäischen Ländern wurde die Gabel weiterhin belächelt, sodass sie sich auf dem Kontinent erst im späten 18. Jahrhundert durchsetzte.

Internet Archive Book Images/Wikimedia Commons [Public domain]

Die Druckerpresse

Der Holzschnitt entstand bereits im 7. Jahrhundert in China. Die erste Druckerpresse wurde jedoch erst um 1440 in Mainz von Johannes Gutenberg erfunden. Heute gilt seine Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern als bahnbrechend und steht für den Eintritt ins moderne Zeitalter. Doch auch Gutenbergs Druckerpresse wurde anfangs kritisiert.

PRISMA ARCHIVO/Alamy Stock Photo

Die Druckerpresse

Der Benediktinerabt Johannes Trithemius war der Meinung, dass gedruckte Materialien die Zeiten nicht überdauern würden. Er glaubte, dass Schrift auf Pergament sich dafür besser eignen würde – warum auch immer. Andere Kritiker wiesen darauf hin, dass gedruckte Bücher eine Reihe negativer Auswirkungen haben würden: Sie könnten zu einer Informationsflut und sogar politischem Chaos führen sowie Mönchen, die bisher per Hand die Arbeit der neuen Druckerpresse übernommen hatten, ihren Job wegnehmen.

Arthur Devis/Wikimedia Commons [Public domain]

Der Regenschirm

Bettmann/Getty Images

Der Regenschirm

frantic00/Shutterstock

Konserven

Während der französischen Koalitionskriege von 1792 bis 1815 suchte die Regierung unter Napoleon Bonaparte nach einem Verfahren, Lebensmittel zu konservieren. 1795 setzte Napoleon ein Preisgeld von 12.000 Francs für denjenigen aus, der eine solche Lösung finden würde.

Die zündende Idee hatte der Pariser Konditor Nicolas Appert. Er schlug vor, Lebensmittel in Champagnerflaschen aufzubewahren und diese vor dem Kochen zu verkorken und mit Wachs zu verschließen, um den Inhalt zu sterilisieren.

AtlasStudio/Shutterstock

Konserven

In den darauffolgenden 14 Jahren entwickelte Appert seine Methode weiter und wechselte von Champagnerflaschen zu Blechdosen. Doch es gab dabei ein Problem: Dosenöffner waren noch nicht erfunden, sodass die Deckel mühselig mit einem Meißel geöffnet werden mussten.

Erst mit dem Aufkommen von Dosenöffnern setzte sich Apperts Erfindung international durch und Lebensmittelkonserven wurden zum Grundnahrungsmittel.

Pictorial Press Ltd/Alamy Stock Photo

Impfstoffe

Library of Congress, Prints & Photographs Division/Wikimedia Commons [Public domain]

Impfstoffe

Anstatt Lob gab es Spott für Jenners Entdeckung – insbesondere seitens der Kirche, für die der Arzt gegen den Willen Gottes verstieß, indem er Eiter von kranken Tieren zum Impfen von Menschen verwendete. Auch die Presse machte sich über Jenner lustig, wie in dieser satirischen Karikatur, in der geimpften Menschen groteske Kuhköpfe wachsen. All dieser anfänglichen Verachtung zum Trotz sind Impfungen heute alltäglich.

Bettmann/Getty Images

Die Dampflokomotive

Die Einführung der Dampflokomotive zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschleunigte die industrielle Revolution. Dampflokomotiven waren ein Symbol für den raschen sozialen und wirtschaftlichen Gesellschaftswandel dieser Zeit. Sie stellten einen bedeutenden technologischen Fortschritt dar, der das Transport- und Kommunikationswesen revolutionierte. 

Aber nicht alle waren davon überzeugt ...

Hulton-Deutsch Collection/CORBIS/Corbis via Getty Images

Die Dampflokomotive

Die Geschwindigkeit der Lokomotiven war für viele das größte Problem. Damals waren Pferdekutschen und Kanalboote die wichtigsten Transportmittel für lange Strecken, sodass die Vorstellung, mit rund 50 Kilometern pro Stunde oder mehr zu reisen, für viele unvorstellbar war.

Eine große Sorge war, dass der menschliche Körper dieser Geschwindigkeit nicht standhalten und möglicherweise schmelzen würde. Laut der Kulturanthropologin Genevieve Bell glaubten die Kritiker damals fest daran, dass der Körper einer Frau nicht dafür geschaffen sei, mit 80 Kilometer pro Stunde zu fahren. Zum Glück wurden sie schnell eines Besseren belehrt.

Gilbert H. Grosvenor Collection, Prints and Photographs Division, Library of Congress/Wikimedia Commons [Public domain]

Das Telefon

1876 erhielt Alexander Graham Bell, der Vater des Telefons, das erste Patent für dieses Gerät. Der in Schottland geborene Bell gilt als Erfinder der ersten praktischen Anwendung dieser bahnbrechenden Technologie, deren enormes Potenzial nur wenige erkannten. Als Bell, der seit 1871 in den USA lebte, sein Telekommunikationsgeschäft an die Telegrafengesellschaft Western Union verkaufen wollte, bezeichnete der Präsident des Unternehmens das Telefon als ein „elektrisches Spielzeug“. Dieses habe für Western Union keinen Wert.

Archive of the Marconi Company Ltd/Wikimedia Commons [Public domain]

Das Telefon

Bettmann/Getty

Die elektrische Glühbirne

Fotosearch/Getty Images

Die elektrische Glühbirne

Susie Kearley/Alamy Stock Photo

Der Kühlschrank

Obwohl der Kühlschrank eine der wichtigsten Erfindungen für unsere Essgewohnheiten ist, wurde er anfangs nicht besonders gut aufgenommen. Zwar waren Eisschränke (Bild) bei der Oberschicht beliebt, doch der Rest der Bevölkerung verließ sich auf altbewährte Methoden wie das Einmachen von Lebensmitteln. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten elektrischen Kühlschränke auf den Markt kamen, wurden sie als laut, teuer und schwer zu warten abgetan.

Camerique/Alamy

Der Kühlschrank

Erschwerend kam hinzu, dass Eis zu dieser Zeit nach Baumwolle das zweitwichtigste Exportgut der USA war. Kritiker des Kühlschranks befürchteten, dass er der heimischen Eisindustrie schaden würde. Nach einer Reihe von Entwicklungen durch diverse Unternehmen wurden Kühlschränke für den Hausgebrauch wesentlich praktischer. Menschen fanden schnell Gefallen an elektrischer Kühlung und der Kühlschrank ist heute aus keinem Haushalt mehr wegzudenken.

Royal Society of New Zealand/Wikimedia Commons [Public domain]

Die Sommerzeit

Rutrus /Wikimedia Commons [Public domain]

Die Sommerzeit

Popular Science/Wikimedia Commons [Public domain]

Das Fahrrad

Das erste Fahrrad wurde 1817 in Deutschland von Baron Karl von Drais erfunden. Allerdings setzte sich das pedalbetriebene Fahrzeug erst ab Ende des 19. Jahrhunderts mit der Einführung des sogenannten Sicherheitsfahrrads um 1878 durch. Die Innovation wurde anfangs als frivoler Zeitvertreib für die aufstrebende Mittel- und dekadente Oberschicht angesehen und gnadenlos verspottet.

Punch magazine/Wikimedia Commons [Public domain]

Das Fahrrad

Vor allem weibliche Radfahrer wurden belächelt, wie diese Karikatur aus dem englischen Magazin „Punch“ von 1898 zeigt. Von Journalisten wurde das Fahrrad allgemein als alberne, kurzlebige Modeerscheinung abgetan. Im Jahr 1902 erklärte die „Washington Post“ das Fahrrad zu einem vorübergehenden Trend und die „New York Sun“ verkündete 1906 sogar, dass die Zeit des Fahrrads schon wieder vorbei sei.

La Vie au Grand Air/Wikimedia Commons [Public domain]

Das Auto

Dem Auto erging es anfangs nicht viel besser als dem Fahrrad. Das US-amerikanische Magazin „Literary Digest“ kam 1899 zu dem Schluss, dass diese „pferdelose Kutsche“ nie so weit verbreitet sein werde wie das Fahrrad. Der erste Dampfwagen wurde bereits 1769 von dem Franzosen Nicholas Cugnot erfunden. Als Geburtsjahr des modernen Automobils mit Verbrennungsmotor gilt allerdings das Jahr 1886, als der deutsche Erfinder Carl Benz ein entsprechendes Patent anmeldete. In Folge wurden die ersten Autos in Serienproduktion angefertigt.

Bob Masters Classic Car Images/Alamy Stock Photo

Das Auto

Warner Bros./Wikimedia Commons [Public domain]

Der Tonfilm

Hollywood Magazine/Wikimedia Commons [Public domain]

Der Tonfilm

Der Präsident des US-Filmstudios United Artists, Joseph Schenck, mutmaßte im Jahr 1928, dass Sprechen im Kino nichts zu suchen habe, während der britische Filmstudio-Boss John Maxwell den Tonfilm als eine teure Modeerscheinung abtat. Auch Hollywood-Stars standen der neuen Technologie verächtlich gegenüber. Die amerikanische Schauspielerin Mary Astor schrieb in den 1960er-Jahren, dass viele Künstler der damaligen Zeit „The Jazz Singer“ für eine reine Spielerei hielten und davon ausgingen, dass Tonfilme das Publikum sogar von den Kinos fernhalten würden.

Library of Congress's Prints and Photographs division/Wikimedia Commons Television [Public domain]

Das Fernsehen

Sueddeutsche Zeitung Photo/Alamy Stock Photo

Das Fernsehen

State Archives of Florida/Florida Memory/Alamy Stock Photo

Tupperware

Der Chemiker Earl S. Tupper entwickelte 1946 eines der bekanntesten Produkte der Welt – und alles begann mit einer Farbdose. Tupper arbeitete in einer Kunststofffabrik, als ihm die Idee kam, Behälter für die Aufbewahrung von Lebensmitteln zu entwickeln, die sich so wie Farbdosen luft- und flüssigkeitsdicht verschließen lassen.

Kurz nach der Weltwirtschaftskrise wollte Tupper Familien helfen, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Es gab nur ein Problem: Die Dosen waren so effektiv, dass die Verbraucher sie nur mit Anleitung und Mühe öffnen konnten.

Anton Dos Ventos/Alamy Stock Photo

Tupperware

Das Unternehmen beschloss, den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden zu suchen. Das Verkaufskonzept der Tupperware-Partys wurde entwickelt, bei dem selbständige Verkäufer ihre Wohnungen für Verkaufsveranstaltungen zur Verfügung stellten. Diese Taktik erwies sich als erfolgreich und Tupperware wurde zum Synonym für Frischhalteboxen weltweit.

Bettmann/Contributor/Getty Images

Das Mobiltelefon

Rico Shen/Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DEED]

Das Mobiltelefon

Bilby/Wikimedia Commons [CC BY 3.0 DEED]

Der Laptop

Bettmann/Getty Images

Der Laptop

ARPANET/Wikimedia Commons [Public domain]

Die E-Mail

Jonathan Elderfield/Getty

Die E-Mail

Pictorial Parade/Archive Photos/Getty Images

Die Mikrowelle

Während der Vorbereitungen auf den Kalten Krieg beauftragte das US-Militär den Wissenschaftler Peter Spencer mit der Entwicklung einer Magnetron-Technologie, die die Leistung von Radargeräten verbessern sollte. Radargeräte waren entwickelt worden, um sowjetische Luftangriffe zu erkennen. Während der Arbeit an dem Projekt stellte Spencer fest, dass das Magnetron Mikrowellen ausstrahlte, die heiß genug waren, um einen Schokoriegel in seiner Hosentasche zu schmelzen.

1947 brachte er den „RadaRange“ (Bild) auf den Markt: einen kommerziellen Mikrowellenherd, der elektromagnetische Technologie zum Erhitzen und Garen von Speisen nutzt. Mit einem Gewicht von über 340 Kilogramm und einer Höhe von mehr als 1,82 Metern war der RadaRange jedoch für den Hausgebrauch ungeeignet.

BrazilPhotos/Alamy

Die Mikrowelle

Es dauerte weitere 20 Jahre, bis die Mikrowelle zu dem praktischen Küchengerät wurde, das wir heute kennen. Sie wurde jedoch erst in den 1970er-Jahren für die breite Masse erschwinglich. Nach Angaben des US Bureau of Labor Statistics besaßen 1997 mehr als 90 Prozent der amerikanischen Haushalte eine Mikrowelle. 1971 waren es gerade einmal ein Prozent gewesen.

Ira Wyman/Sygma via Getty Images

Das Internet

Mitte der 1990er-Jahre waren einige Experten nicht gerade begeistert vom Internet. Ihr Urteil: eine Modeerscheinung für Nerds, die sich nicht halten würde. Ein Beispiel dafür ist ein heute berühmter Artikel des Wissenschaftlers Clifford Stoll (Bild) aus dem Jahr 1995 in dem US-amerikanischen Magazin „Newsweek“, der die Innovation heruntermachte und ihren Untergang vorhersagte.

dpa picture alliance/Alamy Stock Photo

Das Internet

Ebenfalls im Jahr 1995 schrieb der Ethernet-Erfinder Bob Metcalfe in der Zeitschrift „InfoWorld“, dass das Internet bereits 1996 kollabieren würde. Metcalfe versprach, alles zurückzunehmen (im Englischen: „to eat one’s words“), falls er sich irren sollte. Bei der World Wide Web Conference im Jahr 1997 löste er sein Versprechen ein: Er zerkleinerte eine Kopie des Artikels im Mixer, mischte die Schnipsel mit Wasser und trank das Gebräu.

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