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14 extrem teure Bauprojekte, die völlig aus dem Ruder liefen

Milliardenprojekte, bei denen die Kosten explodierten

By Daniel Coughlin · October 4, 2026

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29 slides 14 min read
Skanska

Für diese Baustellen wurden Unsummen ausgegeben

(Alle Fremdwährungsbeträge wurden in Euro umgerechnet.)

Adaptiert von Barbara Geier

Skanska

Hallandsås-Eisenbahntunnel, Schweden

Der Bau des 8,6 Kilometer langen Hallandsås-Eisenbahntunnels – auch bekannt als Scanlink – im Südwesten Schwedens begann 1992 und sollte bis 1995 vollständig abgeschlossen sein. Doch fast von Anfang an sickerte Grundwasser durch, was der Tunnelbohrmaschine massive Probleme bereitete. Die Baufirma wechselte zu einer konventionelleren Bohr- und Sprengmethode, doch nach nur drei Kilometern Tunnelausbau wurde das Projekt aufgegeben. 

Skanska

Hallandsås-Eisenbahntunnel, Schweden

Als das schwedische Bauunternehmen Skanska das Projekt 1996 übernahm, sah es sich mit demselben Problem konfrontiert. Es versuchte mit einer Substanz namens Rhoca-Gil Risse im Felsen abzudichten, um das Einsickern von Wasser zu verhindern. Diese Lösung erwies sich allerdings nicht nur als unwirksam, sondern auch als toxisch.

Das Dichtungsmittel vergiftete Fische und Vieh in der Umgebung. Die Arbeiten wurden 1997 unterbrochen und erst 2005 nach einer gründlichen Dekontaminierung wieder aufgenommen. Letztendlich wurde der Tunnel 2015 fertiggestellt, 23 Jahre später als geplant und mit einer enormen Budgetüberschreitung. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 1,3 Milliarden US-Dollar, was nach heutigem Geldwert umgerechnet ungefähr 1,5 Milliarden Euro entspricht. 

Annaj77/Shutterstock

Ryugyong-Hotel, Nordkorea

Es sollte ein Symbol des Wohlstands sein, aber daraus wurde nichts: Das pyramidenförmige Ryugyong-Hotel, das sich bedrohlich über der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang erhebt, bleibt auch mehr als drei Jahrzehnte nach Grundsteinlegung unvollendet und unbewohnt. Der Bau des 105-stöckigen und 330 Meter hohen Wolkenkratzers begann 1987 und wurde 1992 eingestellt, als während der Wirtschaftskrise, die auf den Zusammenbruch der Sowjetunion folgte, das Geld ausging. 

Ed Jones/AFP/Getty

Ryugyong-Hotel, Nordkorea

Die Arbeiten an dem milliardenteuren Hotel wurden 2008 wieder aufgenommen. Allerdings wurde nur die Außenverglasung fertiggestellt, bevor die Bauarbeiten erneut gestoppt wurden. Es wurden Vermutungen laut, dass es Nordkorea an Rohstoffen und Fachwissen fehle, um das Gebäude fertigzustellen. 2017 wurden dann aber Zufahrtsstraßen gebaut und LED-Anzeigen am Gebäude angebracht.

Aktuell steht das Hotel nach wie vor leer und es sieht so aus, als würde sich daran auch in absehbarer Zukunft nichts ändern. Schätzungen zufolge belaufen sich die Gesamtkosten für den Bau bisher auf rund 1,8 Milliarden Euro. 

Ullrich Gnoth / Alamy Stock Photo

Bahnprojekt Stuttgart 21, Deutschland

Stuttgart 21 ist neben dem neuen Berliner Flughafen zu einem Synonym dafür geworden, dass bei Großprojekten im vermeintlich so effizienten Deutschland doch einiges schieflaufen kann. Die Planungen für die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart gehen auf das Jahr 1995 zurück. 2009 wurde das Gemeinschaftsprojekt vom Bund, dem Land Baden-Württemberg, der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Verband Region Stuttgart, dem Flughafen Stuttgart und der Deutschen Bahn beschlossen – und seit 2010 wird gebaut.

Die ursprünglich für Ende 2019 geplante Eröffnung wurde allerdings bereits mehrere Male verschoben. Das Projekt war zudem von Anfang an innerhalb der Bevölkerung umstritten und 2010 sorgte ein im Nachhinein für rechtswidrig erklärter Polizeieinsatz bei einer Demonstration für Schlagzeilen.

Markus Mainka/Shutterstock

Bahnprojekt Stuttgart 21, Deutschland

Das Prestigeprojekt wird vor allem von andauernden Bauverzögerungen geplagt, die gleichzeitig die Kosten in die Höhe treiben. Ursprünglich sollte Stuttgart 21, dessen zentrales Bauwerk der neue Hauptbahnhof ist, 2,6 Milliarden Euro kosten.

Inzwischen hat sich diese Summe allerdings fast vervierfacht und liegt bei 9,76 Milliarden Euro. Das besagt zumindest ein geheimes Papier der Deutschen Bahn, aus dem das Magazin „Der Spiegel“ im Oktober 2023 zitierte. Grund seien die inflationsbedingt höheren Preise im Bau und die Entwicklung digitaler Zugsicherungen, die sich verzögere. 

Die Eröffnung von Deutschlands wohl absurdester Baustelle hat sich inzwischen auf Ende 2026 verschoben.

www.indico.cern.ch

Teilchenbeschleuniger Superconducting Super Collider, USA

Der Superconducting Super Collider (SSC) in Texas sollte der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt und Amerikas Antwort auf den berühmten Large Hadron Collider (LHC) in der Schweiz werden, der seit 2008 in Betrieb ist. Die Vorarbeiten für den SSC begannen in den späten 1980er-Jahren. Bis Anfang der 1990er-Jahre waren Tunnel in Länge von rund 24 Kilometern gebohrt und 17 Schächte errichtet worden. 

Magnus Manske, via Wikimedia Commons

Teilchenbeschleuniger Superconducting Super Collider, USA

AFP/Getty

Inselgruppe „The World“, Dubai

Die britische Tageszeitung „The Guardian“ bezeichnete die Pläne für diese künstliche Inselgruppe, die im Mai 2003 mit großem Tamtam vorgestellt wurden, als „Dubais ultimative Torheit“. Die Arbeiten an den 300 künstlichen Inseln vor der Küste des Emirats, die Länder und Kontiente darstellen sollen, begannen im selben Jahr. Doch als 2008 die weltweite Finanzkrise und der Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Dubai in die Quere kamen, wurden die Arbeiten gestoppt. Die Investoren sahen sich damals mit Kosten von 14 Milliarden US-Dollar (entspricht heute umgerechnet rund 18 Milliarden Euro) konfrontiert, die nicht gedeckt werden konnten.  

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ABACA/PA

Inselgruppe „The World“, Dubai

Der Eigentümer der „Großbritannien-Insel“ landete wegen Betrugs im Gefängnis, der Besitzer der Insel „Irland“ kam ums Leben. Im Jahr 2009 gab es Meldungen, dass mehrere Inseln im Meer versinken würden. Die „Libanon-Insel“ war das einzig erschlossene Teilstück, als 2020 die Bauarbeiten für das 4,6 Milliarden Euro teure „Heart of Europe“-Projekt begannen. Dabei sollen sechs Inseln mit Brücken und Hubschrauberrouten miteinander verbunden werden.

Die Bauunternehmer rechneten mit der Eröffnung der ersten Hotels im Jahr 2023, die endgültige Fertigstellung war für 2026 geplant. Allerdings sind die meisten Inseln noch unvollständig und es ist zweifelhaft, ob das gesamte Megaprojekt jemals fertig wird.

NHRHS2010 [CC0], via Wikimedia Commons

Einkaufszentrum American Dream Meadowlands, USA

Die World-Inseln in Dubai waren nicht das einzige Großprojekt, das während der weltweiten Finanzkrise 2008 eine Bruchlandung hinlegte. Das 2002 erstmals vorgeschlagene Einkaufszentrum „American Dream Meadowlands Mall“ in New Jersey hat sich zu einem amerikanischen Albtraum entwickelt. Der weitläufige Shopping- und Unterhaltungskomplex, der von Investoreninsolvenzen, rechtlichen Auseinandersetzungen, ausufernden Kosten und Bauverzögerungen heimgesucht wurde, kostete am Ende nach heutigem Geldwert 5,6 Milliarden Euro. Die Eröffnung war ursprünglich für 2007 geplant und die Baukosten wurden ursprünglich auf 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. 

Brad Miller Millertime83 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Einkaufszentrum American Dream Meadowlands, USA

Der Startschuss zu den Bauarbeiten für das Einkaufszentrum in New Jersey fiel im März 2005, doch der Eröffnungstermin wurde verschoben und die Muttergesellschaft der Shopping-Mall ging 2007 in Konkurs. Zahllose andauernde Probleme, darunter Insolvenzen, Rechtsstreitigkeiten und der teilweise Einsturz des Daches, verzögerten das Großprojekt weiter. Letztendlich wurde das Center 2019 eröffnet – nur wenige Monate vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie und mit einer unglaublichen Verspätung von 13 Jahren.

Aktuell steht es nicht gut um das Einkaufszentrum: 2022 vervierfachten sich die Verluste auf fast 230 Millionen Euro, da sich nur schwer neue Einzelhändler als Mieter fanden und die Kunden fehlten. 

Oli Scarff/Getty

Flughafen Ciudad Real, Spanien

Der Flughafen Ciudad Real steht beispielhaft für Spaniens Ausgabenwut vor der Finanzkrise und war von Anfang an von schlechter Planung geprägt. Er wurde ursprünglich als Überlaufflughafen für Madrid geplant, aber ironischerweise mitten im Nirgendwo 225 Kilometer von der spanischen Hauptstadt entfernt gebaut. Zum Zeitpunkt der Eröffnung 2009 wurden die Kosten für das Projekt auf eine Milliarde Euro geschätzt, was heute etwa 1,8 Milliarden Euro entsprechen würde. 

Oli Scarff/Getty

Flughafen Ciudad Real, Spanien

DJSlawSlaw / Wikimedia Commons

Kernkraftwerk Virgil C. Summer, Block 2 und 3, USA

Ähnlich wie der spanische Flughafen, der im Endeffekt völlig unnötig war, gibt es im amerikanischen Süden ein Kernkraftwerk mit Reaktoren, die keiner braucht. Im Jahr 2008 machten sich örtliche Versorgungsunternehmen gemeinsam mit der Westinghouse Electric Company daran, zwei AP1000-Kernreaktoren im Kernkraftwerk Virgil C. Summer in South Carolina zu errichten. Die Bauarbeiten begannen 2013, die Inbetriebnahme der Reaktoren war für 2018 vorgesehen. 

Dennis Corporation

Kernkraftwerk Virgil C. Summer, Block 2 und 3, USA

Lennar Corp/Five Point

Wohnungsbauprojekt San Francisco Shipyard, USA

Als größtes Neubauprojekt der Stadt seit dem Erdbeben von 1906 soll das Vorhaben San Francisco Shipyard 12.000 (relativ) erschwingliche Wohnungen und Häuser bieten. Die Fertigstellung der Anlage, zu der auch Geschäfte, Büros, Restaurants und Grünflächen gehören, ist für Anfang der 2030er-Jahre geplant. Kostenpunkt: umgerechnet rund 7,5 Milliarden Euro. Die erste Bauphase startete 2013 und einige Käufer ziehen bereits in ihre Immobilien ein. 

Google Earth

Wohnungsbauprojekt San Francisco Shipyard, USA

2018 weigerten sich jedoch mehrere US-Kreditgeber, Hypotheken für Shipyard-Grundstücke zu vergeben. Der Grund: Ein Teil des Baugebiets weist gefährliche Kontaminationswerte auf. Es grenzt an ein Gelände, das früher vom US-Militär als verdeckte Atomtestanlage genutzt wurde.

Dem mit der Sanierung beauftragten Unternehmen wird vorgeworfen, die Bodentests gefälscht zu haben, die das Gelände als giftfrei auswiesen. Die US-Marine wird der Vertuschung beschuldigt. Entsprechende Klageverfahren sind anhängig. Nichtsdestotrotz verkauft der Bauträger nach wie vor Immobilien in der Shipyard-Siedlung. Ein Haus mit drei Schlafzimmern ist beispielsweise für rund 1,1 Millionen Euro zu haben. 

Ralf Hirschberger/AFP/Getty

Flughafen Berlin Brandenburg, Deutschland

Die Planungen für einen neuen Berliner Flughafen begannen bereits 1990 nach der deutschen Wiedervereinigung. Genehmigt wurde das Milliardenprojekt allerdings erst 2006. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten und der Flughafen BER sollte im Oktober 2011 eröffnet werden. Kostenschätzung: 2,4 Milliarden Euro. Sowohl das Budget als auch der Fertigstellungstermin erwiesen sich dann aber als reines Wunschdenken. 2010 ging einer der Hauptauftragnehmer in Konkurs und der Eröffnungstermin wurde auf Mitte 2012 verschoben. 

peter jesche/Shutterstock

Flughafen Berlin Brandenburg, Deutschland

Nur sechs Monate vor der geplanten Eröffnung stellte sich heraus, dass das Brandschutzsystem des Flughafens nicht funktionierte. Der Termin wurde erneut verschoben und in den Folgejahren gab es eine peinliche Liste von Fehlern, darunter falsch dimensionierte Rolltreppen und kaputte Monitore für die Fluggastinformation. Letztere mussten schon vor der Eröffnung ausgetauscht werden, da sie seit 2012 mitgelaufen waren und nach sechs Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatten.

Als der BER schließlich im Oktober 2020 eröffnet wurde, hatten sich die Kosten mit 7 Milliarden Euro fast verdreifacht. Und die Kritik reißt seitdem nicht ab: Ein Flughafen, der vor fast 20 Jahren konzipiert wurde, könne den Bedürfnissen der heutigen Reisenden nur bedingt gerecht werden, lautet etwa ein häufig genanntes Argument. 

Nalcor Energy

Wasserkraftwerk Muskrat Falls/Lower Churchill Projekt, Kanada

Dieses riesige Wasserkraftwerk in Labrador und Neufundland ist eines der umstrittensten Megaprojekte Kanadas. Denn seit dem Baubeginn im Jahr 2013 hat es nichts als Ärger verursacht. Offiziell ist es eine erschwingliche und umweltfreundliche Lösung zur Deckung des Energiebedarfs der beiden Provinzen. In der Realität hat es sich als Desaster erwiesen.

Schlechte Planung, Pfusch am Bau und andere Probleme haben dazu geführt, dass das Projekt seinen Zeit- und Kostenrahmen weit überschritten hat. 

Nalcor Energy

Wasserkraftwerk Muskrat Falls/Lower Churchill Projekt, Kanada

Seattle City Council from Seattle [CC0], via Wikimedia Commons

Ersatztunnel für die Alaskan-Way-Autobahn, USA

Der Bau des Ersatztunnels für den Alaskan Way, eine zweistöckige Autobahn in Seattle, begann im Juli 2013. Zu dem Zeitpunkt waren die Planer noch zuversichtlich, dass das Großprojekt bis Dezember 2015 abgeschlossen sein würde. Doch es kam anders, denn im Dezember 2013 ging die riesige Tunnelbohrmaschine „Big Bertha“, damals die größte der Welt, kaputt.  

Brierly Associates

Ersatztunnel für die Alaskan-Way-Autobahn, USA

Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Straßennetz London Ringways, Großbritannien

Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte ein Straßennetz rund um die britische Hauptstadt London bis in die Vororte gebaut werden. Ab 1965 wurde das Projekt für diese Ringstraßen offiziell entwickelt und bis 1969 sollte es einen Entwurf geben. Offiziell ging man davon aus, dass durch die neuen Straßen 20.000 Haushalte umgesiedelt werden müssten. Gegner des Projekts schätzten die Zahl jedoch viel höher auf 100.000. 

Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Straßennetz London Ringways, Großbritannien

Im Jahr 1970 wurde unter dem Protest der Anwohner die Westway-Hochstraße (Bild), die ursprünglich nicht Teil der Ringautobahnen war, eröffnet. Die öffentliche Meinung war negativ und erschwerend kam hinzu, dass die Kosten inzwischen auf – nach heutigem Stand – über 27 Milliarden Euro geschätzt wurden. Letztendlich wurde das Ringways-Projekt 1973 aufgegeben. 

Chris Roussakis/AFP via Getty Images

Bahntunnel Ottawa Light Rail, Kanada

Transportation Safety Board of Canada

Bahntunnel Ottawa Light Rail, Kanada

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