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Oppenheimer und andere Erfinder, die ihre Schöpfungen später bereuten
Innovationen, die so nicht geplant waren
By loveMONEY-Team · October 10, 2023
Originally published on loveMONEY
Innovationen, die so nicht geplant waren
Vom Flugzeug über die Hundekreuzung aus Labrador und Pudel bis hin zur Atombombe: Die folgenden Erfindungen wurden von der Welt gefeiert, von ihren Schöpfern aber später bereut. Einige Ideen richteten unvorstellbaren Schaden an, andere haben sich zu etwas ganz anderem entwickelt als ursprünglich geplant.
Sehen Sie hier, warum sich einige Erfinder wünschen, dass es ihre heute weltbekannte Idee nie gegeben hätte ...
Das Flugzeug
Orville Wright, einer der Brüder, die als Erfinder des Flugzeugs gelten, war schockiert über den Einsatz von Flugzeugen in der Kriegsführung, nachdem er den Zweiten Weltkrieg miterlebt hatte. Zu sehen, wie Flugzeuge Bomben abwerfen, die Zivilisten töteten, löste bei Orville ein großes Bedauern über seine Rolle bei der Entwicklung des ersten Flugzeugs aus.Muttertag
Den allerersten Muttertag gab es 1906 in Grafton im US-Bundesstaat West Virginia, um die verstorbene Mutter der Sozialaktivistin Anna Jarvis zu ehren. Aber was als persönliche Veranstaltung begann, wurde zu einem weltweiten Phänomen. Jarvis (im Bild), die zwar einen Feiertag zu Ehren von Müttern wollte, lehnte dessen Kommerzialisierung ab und sagte einmal, dass es ihr leid täte, jemals den Muttertag ins Leben gerufen zu haben.Dynamit
Dynamit wurde vom schwedischen Wissenschaftler Alfred Nobel (im Bild) erfunden, der vor allem als Mann hinter dem berühmten Friedensnobelpreis bekannt ist. Nobel soll durch die Verwendung seiner Erfindung als Kriegswaffe so beunruhigt gewesen sein, dass er als Ausgleich den Friedenspreis ins Leben lief.
Er hatte offenbar gehofft, dass seine Erfindung nicht im Krieg eingesetzt werden würde und sagte einmal: „An dem Tag, an dem zwei Armeen sich in einer Sekunde gegenseitig auslöschen können, werden sich alle zivilisierten Nationen mit Entsetzen zurückziehen und ihre Truppen auflösen.“ Nobel starb jedoch vor dem Ersten Weltkrieg und war sich der tatsächlichen Zerstörung, die seine Erfindung später anrichtete, nicht bewusst.
Kalaschnikow AK-47
Es ist nicht verwunderlich, dass Michail Kalaschnikow, der das automatische Sturmgewehr erfand, (im Bild rechts neben Eugene Stoner, einem amerikanischen Waffenentwickler) eine Last auf seinen Schultern spürte. Die „Automat Kalashnikova 1947“ oder „AK-47“, benannt nach ihrem Erfinder und dem Jahr ihrer Entwicklung, wurde für russische Streitkräfte entwickelt, die das Sturmgewehr ab 1949 einsetzten. Das Gewehr wurde später von den Staaten des Warschauer Pakts übernommen und kommt heute auf der ganzen Welt zum Einsatz; es ziert sogar die Flagge von Mosambik.
In Russland wurde Kalaschnikow als Held gefeiert. Er verteidigte seine Schöpfung Zeit seines Lebens, oft mit der Begründung, dass die Schuld an der Gewalt bei den Politikern liege. Einige Monate vor seinem Tod im Jahr 2013 schrieb er jedoch einen Brief an das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, in dem er den „seelischen Schmerz“, den er über die Erfindung der Waffe empfand und die Verantwortung für den Tod so vieler Menschen als „unerträglich“ bezeichnete.
Einkaufszentren
Der gebürtige Österreicher Victor Gruen gilt als der Erfinder amerikanischer Shopping Malls, riesiger Einkaufszentren, von denen die ersten bereits in den 1950er-Jahren entstanden. Der Architekt und Stadtplaner stellte sich einen Ort vor, an dem Einkaufen und Kultur miteinander verschmelzen, ähnlich wie in einem typisch europäischen Stadtzentrum. Später bemerkte Gruen jedoch, dass amerikanische Einkaufszentren die Städte tatsächlich „zerstörten“. Er bedauerte seine Rolle, die er bei der Erfindung spielte, zutiefst.
Bürozellen
Die bereits 1964 entworfenen Bürozellen, von Erfinder Robert Propst auch „Action Office“ genannt, sollten die Produktivität von Angestellten steigern und ihnen eine gewisse Privatsphäre bieten, um sich besser konzentrieren zu können. Der US-Amerikaner sagte 1997 jedoch, es sei „Wahnsinn“ die Zellen heute noch in Großraumbüros zu verwenden.Chopper-Fahrräder
Chopper-Fahrräder, auch Cruiser genannt, waren in den 1970er-Jahren in den USA weit verbreitet, allerdings kommt das Rad mit dem weiten Abstand zwischen Lenker und Sattel genau bei dem Mann nicht so gut an, der es entworfen hat. 2014 sagte Erfinder Tom Karen der britischen Zeitung „The Telegraph“: „Der Chopper war kein sehr gutes Fahrrad. Es war furchtbar schwer, weshalb man damit nicht sehr weit fahren mochte.“Pfefferspray
Pfefferspray wurde in den 1980er-Jahren von Wissenschaftlern für das FBI entwickelt, obwohl die Forscher nicht unbedingt verstanden, wie ihre Erfindung eingesetzt werden sollte. Kamran Loghman, einer der Entwickler, sagte einmal, er sei schockiert gewesen, als Pfefferspray während der Occupy-Bewegung gegen friedliche Demonstranten eingesetzt wurde. „Ich halte es für meine staatsbürgerliche Pflicht, der Öffentlichkeit zu erklären, dass Pfefferspray nicht zu dem Zweck entwickelt wurde“, sagte er. Hier im Bild ist ein Pfefferspray-Training der US Air Force zu sehen.
Die Atombombe
Die Erfindung der Atombombe geht auf das amerikanische Manhattan-Projekt unter der Leitung von Physiker Robert Oppenheimer zurück, der oft als „Vater der Atombombe“ bezeichnet wird. Der Amerikaner deutsch-jüdischer Abstimmung (rechts im Bild mit Leslie Groves, militärischer Leiter des Manhattan-Projekts) war anfangs zwar erfreut darüber, die erste Atomwaffe der Welt entwickelt zu haben, doch bereute er dies später. Er forderte die Regierung auf, Atomwaffen zu verbieten und traf 1945 sogar US-Präsident Harry S. Truman. Das Treffen endete, als Oppenheimer sagte, er habe das Gefühl, „Blut an den Händen“ zu haben.
Die Atombombe
Ein weiterer Wissenschaftler, der seine Verstrickung in Atomwaffen bereute, war Albert Einstein. In Briefen an US-Präsident Franklin D. Roosevelt befürwortete das Physikgenie die Entwicklung der Atombombe und drängte die USA, in das Manhattan-Projekt zu investieren. Später sagte Einstein allerdings, dass er dies nicht getan hätte, wenn er gewusst hätte, dass Deutschland keine nukleare Bedrohung darstelle. Sein Handeln sah er als einen seiner größten Fehler an.
Das World Wide Web
Informatiker Tim Berners Lee, der als Vater des Internets gilt, bedauert ebenfalls, was aus seinem World Wide Web geworden ist. Seit Start des WWW 1989 hat das Internet unser Leben grundlegend verändert. Berners Lee, der nie direkt von seiner Erfindung profitiert hat, nimmt diese angesichts von Hackerskandalen, der Verbreitung falscher Nachrichten und anderem Missbrauch in Schutz. 2018 sagte er gegenüber dem Magazin „Vanity Fair“, er sei „am Boden zerstört“ und glaube, das Internet sei „gescheitert, anstatt der Menschheit zu dienen“. Berners Lee lehnt sich jedoch nicht zurück und arbeitet an einem neuen Projekt namens Solid, von dem er hofft, dass es die Art und Weise verändert, wie das Internet genutzt wird.
Labradoodle
Der Labradoodle ist eine intelligente und liebevolle Hunderasse, die kaum haart. Aber wussten Sie, dass der australische Züchter Wally Conron, auf den die Kreuzung aus Labrador und Pudel zurückgeht, heute bedauert, dass die Hunde immer beliebter werden und sie gezüchtet werden? „Es gibt viele kranke und ausgesetzte Hunde da draußen“, sagt er.Emojis
Informatiklehrer Scott Fahlman war der erste, der ein „Emoticon“ benutzte, um zu zeigen, dass eine Nachricht ein Witz sein sollte. Damals wusste er noch nicht, dass daraus die ebenso beliebten wie gehassten „Emojis“ entstehen würden. Dass Fahlman davon nicht begeistert ist, ist kein Geheimnis: „Meine Kreatur hat harmlos angefangen, aber daraus ist etwas geworden, das ich nicht gutheiße“, sagte er einmal.Kaffeekapseln
John Sylvan kam Anfang der 90er-Jahre auf die Einweg-Kaffeekapseln aus Plastik, als die Umweltfreundlichkeit noch weniger im Vordergrund stand und es vor allem um Bequemlichkeit ging. Die Zeiten haben sich inzwischen geändert und Sylvan versucht heute seine Erfindung wieder gut zu machen, indem er an Solarenergieprojekten arbeitet. 2016 sagte er dem kanadischen Radiosender CBC, dass er selbst die Kapseln nicht verwende, da sie teuer seien und zu viel Müll verursachen würden.Schriftart Comic Sans
Comic Sans hat sich zu einer der verhöhntesten Schriftarten entwickelt, die je entworfen wurden. Der Amerikaner Vincent Connare designte die Schriftart 1994 eigentlich für ein Computer-Lernprogramm für Kinder, doch Comic Sans erlangte seitdem ein völliges Eigenleben. Dem „Wall Street Journal“ sagte Connare einmal: „Wer es [Comis Sans] mag, weiß nicht viel über Typografie.“Pop-up-Fenster
Als Ethan Zuckerman den Code für Pop-up-Werbung schrieb, ging es einfach um eine Möglichkeit für Websites, Anzeigen zu schalten, ohne diese auf der gleichen Seite zu haben. Er wusste damals nicht, wie nervig das Aufpoppen von Werbefenstern werden würde. Zuckerman hat sich bereits für seine Erfindung entschuldigt.Antivirus-Software McAfee
John McAfee, der eines der bekanntesten Antivirenprogramme für Computer erfunden hat, gibt zu, dass er sein eigenes Produkt nicht verwendet. Der „Financial Times“ sagte der britisch-amerikanische Programmierer, dass er die Software von seinem Computer entfernt habe, weil sie „zu nervig“ sei.
Smartphone-Spiel Flappy Bird
2014 war Flappy Bird eine der beliebtesten Smartphone-Apps weltweit. Allerdings löste das Spiel auch eine Kontroverse über den angeblichen Einsatz von Bots zur Steigerung der Download-Zahlen aus. Die daraus resultierende Berichterstattung sowie Beschwerden von Nutzern, die beschrieben, wie das Spiel ihre Kinder ablenke oder eine Mutter dazu gebracht habe, nicht mit ihren Kindern zu sprechen, ließen Entwickler Dong Nguyen (im Bild) verzweifeln. Über Twitter verkündete er, dass er die App gelöscht habe, mit: „Ich kann das nicht mehr ertragen“.
Künstliche Intelligenz (KI)
Der britische Informatiker und Kognitionspsychologe Geoffrey Hinton (im Bild), der auch den Spitznamen „der Pate der KI“ trägt, hat mit seinen Forschungen den Grundstein für die Revolution der Künstlichen Intelligenz gelegt. Doch selbst Hinton ist besorgt über das rasante Tempo, mit dem KI voranschreitet. Und er befürchtet sogar, dass seine Schöpfung die Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft bedrohen könnte.
In einem Interview mit der Zeitung „The Guardian“ warnte Hinton kürzlich, dass die Menschheit an einem „Scheideweg“ stehe und KI eine „akutere Gefahr für die Menschheit als der Klimawandel“ darstelle.
Lesen Sie jetzt: Für diese heute verlassenen Großprojekte wurden Unsummen verprasst
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